![]() |
|
EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Archiv (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=18) +--- Forum: Großereignisse (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=19) +---- Forum: EM 2016 Amsterdam (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=27) +---- Thema: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) (/showthread.php?tid=1943) |
RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 08.07.2016 (08.07.2016, 08:14)alist schrieb: Insgesamt aber doch sehr durchwachsene Tage für den DLV mit vielen unerwarteten Ausfällen (Reus, Benitz, Scherbarth, Vetter, Röhler, Hamann, Kohlmann, Urbaniak, Hussong) und ein paar Lichtgestalten wie Schwanitz, Roleder oder Lückenkemper. Bei de, durchschnittlichen Niveau in vielen Disziplinen hatte ich mehr erwartet... Natürlich sind einige Disziplinen im Hinblick auf Rio "Rumpfveranstaltungen", aber auch gute Gelegenheiten in manchen Disziplinen zur Formüberprüfung. Insofern sind diese Wettkämpfe teilweise schon ein guter Test. Vor allem halte ich sie mit der internationalen europäischen Präsenz für eine sehr gute Sprint-Formüberprüfung, was ich bei den im eigenen Saft durchgeführten Wettkämpfen bei unglaublichen Topbedingungen nicht sagen möchte. Man weiß dann, wo man steht. Wenn man bei diesen Gelegenheiten fest wird, muss man eben öfter internationale Veranstaltungen aufsuchen, um das Manko zu beseitigen oder einfach mal auf Gina Lückenkemper schauen, wie gelöst sie bleibt. Sie kann wie Usain Bolt mit dem Umfeld kommunizieren und kurz vor dem Start total auf Fokussierung umschalten - toll war das!!! Außerdem haben wir doch noch hoffentlich einige Asse z. B. im Mehrkampf für Rio im Armel. Gertrud RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Walker - 08.07.2016 „Ich arbeite auf die Meisterschaften drauf hin, wie auch jetzt auf Rio wieder und fokussier mich ganz und gar auf diese Meisterschaften.“ (Cindy Roleder) Chapeau, gute Einstellung, große Wettkämpferin ! RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 08.07.2016 Die Vorstellung der deutschen Sprinter in Amsterdam war - gelinde gesagt - eine Katastrophe. Es muss doch auffallen, dass das System nicht stimmig ist. Man beweihräuchert sich immer wieder mit den Zeiten von Weinheim und ... Siggi Heinrich hat das auf den Punkt gebracht. Ich habe noch im alten Forum vor der "DLV-Sprintoffensive" geschrieben, welche Parameter man sich zur Brust nehmen solle. Man verfährt im Wettkampfturnus immer wieder nach den gleichen Schemata der ausgewählten deutschen Sportfeste und Sprintanlagen. Man baut dann immer wieder Euphorie auf und wahrscheinlich damit auch Fördergelder. Es war richtig, dass die deutschen Sprinter sich in Amsterdam gestellt haben. Nur bei der Konkurrenz kann man Fehler sehen und sollte sie auch eingestehen und einfach ändern. http://www.leichtathletik.de/news/news/detail/shining-under-pressure-das-motto-im-dlv-team/ Gerade im Sprint müsse man lernen unter Druck nicht zu verkrampfen und dass man auf den letzten zwanzig Metern nicht die Anstrengung, sondern die Entspannungsfähigkeit gewinnt. „Dass nicht der kurze Schritt, sondern die Schrittlänge dort entscheidend ist.“ Ist diese Aussage richtig??? Sie wird einfach so in den Raum gestellt. Danach hätte Michael Johnson seinen Schritt auf der 200m-Strecke verändern müssen. Da man offensichtlich im Team arbeitet und dann eben auch im Männersprint komplett auf den letzten Metern "durchgereicht" wurde, sollte man über Verbesserungen in dem Bereich nachforschen und die Trainingsinhalte auch z. B. von Trainingslagern auf den Prüfstand stellen. Die Sprinter wirkten nicht nur verkrampft. Sie wirkten in meinen Augen ganz einfach platt! Während andere den "Turbo einschalten" konnten, kam es bei unseren Sprintern zum "Kolbenfresser"!!! Da stellt sich ganz schlicht und einfach die Frage nach der Effizienz der Programme und vor allem auch nach den Übungen der Sprintspezifik. Gertrud RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - alex72 - 08.07.2016 Man sollte nicht pauschale Urteile über die Sprinter fällen. Fakt ist: das Niveau ist besser gewordendie Staffel holt fast sicher EM Medaillen und kommt in Wm FinalejacubzYk bringt seine Leistungen beim Höhepunktdieses Jahr stammt kaum eine Zeit aus Weinheim oder den USA RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 08.07.2016 (08.07.2016, 22:00)alex72 schrieb: Man sollte nicht pauschale Urteile über die Sprinter fällen. Dann schreibe ich: Die Leistungen unserer Sprinter in Amsterdam waren ganz toll! Zufrieden?So kommt man doch nicht weiter. Das Ziel kann doch nicht immer die Staffel sein! Wenn man vernünftigt analysiert, dann muss man den Finger in die Wunde legen. Glauben Sie mir, dass ich die EM mit Herz und Verstand verfolgt habe und viele Dinge durch meine akribischen Recherchen sehr schnell erkenne! Ich bin sehr stark auf Trainingsinhalte und verletzungsträchtige Inhalte spezialisiert. Zudem bin ich sehr gut vernetzt und bekomme sehr viel auch von Trainingsinhalten mit. ![]() Gertrud RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Robb - 08.07.2016 Das mit der EM-Medaille für die Staffel möcht ich erstmal sehen. Jakubczyk bringt ALS EINZIGER seine Leistung, das ist doch der Punkt. Die drei besten 200m Zeiten stammen aus Clermont, "kaum eine Zeit aus den USA" kann man also auch nicht sagen. Und das Niveau wird langfristig nicht besser werden, dafür sind die Topleute zu alt. Jakubczyk und Knipphals über 30, Reus 28, von den zehn schnellsten Deutschen über 100m ist nur einer unter 25 und der ist Zehnkämpfer. RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - alex72 - 08.07.2016 man muss die Probleme genau analysieren: richtig ist dass die meisten Sprinter Probleme haben beim Ernstfall entspannt zu bleibenDas ist aber weder ein technisches noch ein Traingaproblem im engeren Sinne sondern ein mentales Problem. RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 08.07.2016 (08.07.2016, 22:10)Robb schrieb: Das mit der EM-Medaille für die Staffel möcht ich erstmal sehen. Jakubczyk bringt ALS EINZIGER seine Leistung, das ist doch der Punkt. Die drei besten 200m Zeiten stammen aus Clermont, "kaum eine Zeit aus den USA" kann man also auch nicht sagen. Die zentrale Frage nach den 200m-Sprints der Männer in Amsterdam wird sicherlich sein: Wie verbessert man den letzten Abschnitt der 200m-Strecke? Wo liegen die Fehler? Was hat man nicht berücksichtigt? Welche Trainingsbereiche muss man gezielt dazu ansteuern? Sind die "Mammut-Trainingslager" zur individuellen Verbesserung für jeden die richtigen Maßnahmen? Ist für jeden Sprinter eine Obligatorik richtig? Gertrud RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 08.07.2016 (08.07.2016, 22:15)alex72 schrieb: man muss die Probleme genau analysieren: Nein, das sehe ich vollkommen anders. Das mag auch dazukommen. Das entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ich mir die Facebookseiten einiger Sprinter mit dem Übungspotential ansehe, dann habe ich doch bei etlichen Übungen den Rotstift angesetzt, die aus meinem gewissen begründeten Wissensfundus stammen. Vertrauen Sie mir, dass ich nur davon spreche, was ich beurteilen kann! Ich "scanne oder besser gesagt checke" die deutschen Athletinnen und Athleten bei den Großereignissen meistens und komme oft relativ schnell auch zu den Schwachstellen und wenn ich dann teilweise noch das Übungspotential sehe, kann ich mir die Auswirkungen meistens denken. Ich habe das genauso mit Usain Bolt gemacht und ein Jahr später hatte er die Probleme, die ich prognostiziert habe. Ich schule mich in bestimmten Gebieten fast täglich. Folgendes kommt noch dazu, dass die Sprinter durch die fast immer guten Leistungen in Weinheim ... unter "Koaktivierung" in den Muskeln dann bei Großereignissen leiden, einem Phänomen, dass durch diesen Stress entsteht, die Zeiten, die sie in Weinheim ... erzielt haben, bestätigen zu müssen oder zu wollen, so dass die rhythmische Muskelaktivität gestört ist, die natürlicherweise vorhanden ist. Das ist ein Phänomen, dass Wissenschaftler auch bei Asafa Powell in Stresssituationen sehen. Gertrud RE: EM Amsterdam - Tag 2 (07.07.) - Gertrud - 09.07.2016 Ich gehe mal ans Eingemachte, womit die Männer-Sprintschwäche, vor allem das "Durchreichen" über 200m, zu tun haben könnte: 1. unangemessenes Speed-Endurance-Training a) Anzahl der Strecken innerhalb einer Einheit b) Gesamtstrecke innerhalb einer Einheit c) Pausengestaltung innerhalb einer Einheit d) Pausen zwischen den Einheiten e) Folgen von Speed- und Speed-Endurance-Programmen f) falsche Streckenlängen g) falsche Intensitäten 2. Kombination von Speed- und Speed-Endurance-Programmen a) an einem Tag b) Zwischenpausentage 3. Orthopädische Probleme a) Beckenstellung b) falsches Hamstringtraining hinsichtlich Übungsanordnung, Kraft und Schnelligkeit c) Missachtung der drei Sprintzyklus-Hamstringeinwirkungen (innerhalb eines Bewegungsablaufes) d) Training in Richtung von Strukturdysbalancen e) Nicht-Beachtung orthopädischer Eingangschwächen und erworbener Schwächen 4. Psyche a) Kokontraktion b) Strukturschwäche infolge labiler Psyche c) Trainingsweltmeister d) mangelnde Fokussierung 5. Technikanalyse a) Supportstelle b) Bremskräfte c) frontside and backside mechanics d) Winkelvergleiche mit Weltbesten e) KSP-Auffälligkeiten und Schrittlängen f) Technikanalyse innerhalb der einzelnen Sprintabschnitte 6. Testbatterien Mich würden einfach mal die Sprinttestbatterien unserer Sprinter in neuronaler Hinsicht interessieren. 7. Unangemessene und zu überdenkende Förderungskriterien a) Trainersystem b) Athletenauslese c) Fortbildungsinhalte d) medizinische Einflussnahme e) Wissenschaftliche Einflussnahmen f) Trainingslagersystem g) Vorstellung von Individualismus und Team h) Angemessene finanzielle Unterstützungen i) Einsatz eines kompetenten permanenten unabhängigen Beratungsstabes Gertrud |