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Netzfundstücke - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Netzfundstücke (/showthread.php?tid=2839) Seiten:
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RE: Netzfundstücke - Notalp - 22.05.2026 Jahn war mit seinem Turngedanken nicht Mal ein Wegbereiter des NS-Regimes. Er war Anhänger der nationalstaatlichen Einheit und trat als späterer Abgeordneter der Nationalversammlung (1848) für eine konstitutionelle Monarchie ein, also für die Begrenzung der kaiserlichen Macht durch einen Verfassungsstaat, für Gewaltenteilung und bürgerliche Freiheitsrechte. Das Eintreten für eine nationalstaatliche Einigung gegen die Fürstenherrschaft kann nicht einmal als Nationalismus gekennzeichnet werden, obwohl der Nationalstaatsgedanke auch durch die Befreiungskriege von der Napoleonischen Fremdherrschaft gespeist worden ist. Also ungefähr zu der Zeit, als Jahn die Turnerschaft gründete und dabei übrigens auch einen paramilitärischen Gedanken des Sports miterfolgte. Die Tendenz zur Abgrenzung, die wir mit dem Begriff des ‘Nationalismus’ verbinden, war also kein ideologischer Selbstzweck. Und wenn doch, war das keine deutsche Eigenart, sondern eine gesamteuropäische Krankheit. Und dazu gehörte auch der Chauvinismus im Kleid einer Überlegenheitsattutüde. Insofern besteht weder eine Affinität der sich bildenden Turnerbewegung zum Gedankengut des späteren Nationalsozialismus, noch eine Wegbereitung. Was den Antisemitismus bzw. die Judenfeindschaft betrifft, so war dieses Phänomen im 19. Jahrhundert nicht nur ein Gesamteuropäisches, sondern bestand auch über politisch-ideologische Grenzen hinweg. Er fand sich sogar dort, wo man sich die Überwindung des Nationalstaats auf die Fahnen schrieb, so wie bei Marx. Insofern lässt sich Jahns Position zu Zeiten der Turnbewegung auch diesbezüglich nicht einfach in Richtung einer nationalsozialistischen Bewegung lenken, selbst wenn sie rassentheoretische Züge trug. Der deutsche Sport war im Übrigen nie Wegbereiter einer politischen Ideologie, aber er verstand im letzten Jahrhundert immer sehr gut, sich den herrschenden Ideologien anzudienen. Einen Jahn benötigt man dazu nicht! RE: Netzfundstücke - Delta - 22.05.2026 Ich bin kein Semantiker und üblicherweise auch grosszügig. Bei der Nazi Terminologie Kampfbahn ist bei mir aber das Mass voll. Das trifft auf Hamburg zu. Früher gab es noch Rote Erde Kampfbahn wo heute die Westfalen Arena steht Ganz besonders Adolf Hitler Kampfbahn dort wo heute das VFB Stadion steht. vormals Neckarstadion RE: Netzfundstücke - runner5000 - 22.05.2026 (22.05.2026, 16:46)Delta schrieb: Früher gab es noch Rote Erde Kampfbahn wo heute die Westfalen Arena steht Das ist inhaltlich Unsinn. Das Stadion Rote Erde, früher Kampfbahn Rote Erde, wurde 1974 umbenannt und befindet sich auch heute noch im Schatten des Signal Iduna Parks. In zwei Wochen feiert das Stadion 100-jähriges Jubiläum. RE: Netzfundstücke - diwa - 22.05.2026 Zu Zeiten als ich noch im Waldstadion trainiert habe, wurde dort auch von der Hauptkampfbahn und der kleinen Kampfbahn gesprochen… Es heißt ja in Deutschland auch Wettkampf und nicht Anlass wie in der Schweiz… RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 22.05.2026 Kampfbahn Typ X,Y,Z sind nachwievor auch die offiziellen Typisierungsn. Kann man ja alles doof finden. Aber wenn an solchen Namensgebungen die Förderung oder nicht Förderung von Standorten hängt, dann erklärt sich natürlich vieles .. RE: Netzfundstücke - Befürworter - 22.05.2026 Der Begriff Kampfbahn kam schon in den 1920er Jahren auf, als die NSDAP noch eine winzige Splitterpartei war. RE: Netzfundstücke - diwa - 22.05.2026 Eine Rennbahn ist ja auch was für Pferde und nicht für Menschen… RE: Netzfundstücke - frontrunner800 - 22.05.2026 https://www.youtube.com/watch?v=_EGqClKAZg4 Niklas Buchholz reflektiert dezidiert das Training von Running Gags – absolut sehenswert. Die ganze Reihe sehr hoffnungsvoller Mittelstreckler derzeit sind alle selfmade, der DLV mit seinen Trainern im Mittelstreckenbereich ist für die Spitze weitgehend überflüssig geworden. RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 22.05.2026 (22.05.2026, 19:23)frontrunner800 schrieb: https://www.youtube.com/watch?v=_EGqClKAZg4 Zur Wahrheit gehört doch eigentlich auch dass der DLV gar keine Trainer im Mittelstrecken-Bereich mehr hat außer Georg Schmidt. Wer soll denn da sonst noch Mittelstrecken-Trainer sein. Schumann okay, der Bundestrainer ist um seinen Sohn trainieren zu können. Aber dann ist doch wirklich schon Schluss. Zwei Trainer bei einem Millionen Volk... RE: Netzfundstücke - Rostocker - 22.05.2026 (22.05.2026, 16:46)Delta schrieb: Ich bin kein Semantiker und üblicherweise auch grosszügig. Bei der Nazi Terminologie Kampfbahn ist bei mir aber das Mass voll. Glückwunsch zu dem Framing! Mach mal ein paar der Lackdosen auf deinem Schreibtisch zu und atme das weg. Dann geht es vielleicht wieder. |