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RE: Netzfundstücke - muffman - 08.01.2026

Es gibt genug Talente in der LA, die es nie nach (ganz) oben geschafft haben, obwohl das Potential vorhanden wäre. Nicht als Talent erkannt, falscher Trainer/falsche Trainerin, etc. Privates Umfeld usw.  lasse ich bewusst weg, weil das auch im Fußball eine Rolle spielen kann. Ansonsten hat mariusfast eigentlich schon alles gesagt. Im Fußball ist die Förderung durch die Akademien bzw. Nachwuchszentren der großen Vereine jedenfalls deutlich besser und professioneller als in der LA.


RE: Netzfundstücke - Delta - 08.01.2026

Ja Fussball und LA bei den Leistungstenren zu vergleichen ist komplett irre.

z.b Werder Bremen zahlt rund 25 Mio für ein neues Nachwuchszentrum und dass dürfte um einen Faktor 3 tiefer sein als Arsenal, Barca, Real oder der Portugiesischen Spitze.


RE: Netzfundstücke - Notalp - 09.01.2026

(08.01.2026, 19:52)Delta schrieb: Ja Fussball und LA bei den Leistungstenren zu vergleichen ist komplett irre.

Nur mal so am Rande bemerkt: Jede Ausbildung im Sport zielt auf die Verbesserung des Könnens. Warum also redet man nicht vom Können?! Hier liegt eine wesentliche Gemeinsamkeit - was freilich den Blick auch auf ‘Sports about failure’ lenkt. Und zwar als eine weitere Gemeinsamkeit der Sportarten. Im Fußball sind die Fehlerquoten trotz erreichter Könnerschaft wahrscheinlich häufiger, aber v.a. offenkundiger. Sie springen dem Zuschauer ständig ins Auge. Bei einer Kugestoßerin kann nur ein Experte erkennen, warum sie statt der ‘erwartbaren’ 20,20m nur auf 19,20m kommt. Leistungssportlich gesehen geht es in beiden Fällen jedoch darum, das ‘Versagen’ als Herausforderung für Lernprozesse zu sehen. Sportanthropologisch liegt die Gemeinsamkeit darin, dass sich der Mensch im Sport trotz größtem Können dennoch als begrenztes Wesen präsentiert. 

Nur dort, wo Fehler und ‘Versagen’ als unausrottbar erkannt sind, kann die Nähe zu einer ‘vollendeten Bewegung’ zum Staunen führen. Wer dafür keinen Sinn hat, sollte generell dem Sport fern bleiben und sich stattdessen an der Perfektion und Sicherheit erfreuen, mit der es beim Betätigen eines Lichtschalters hell im Zimmer wird...


RE: Netzfundstücke - dominikk85 - 09.01.2026

(08.01.2026, 16:38)mariusfast schrieb:
(07.01.2026, 15:51)Diak schrieb:
(06.01.2026, 22:55)Reichtathletik schrieb: Fußball auf der Ebene die du beschreibst ist kein klassischer Leistungssport sondern Unterhaltungsbranche. Es geht auch nicht zwingend darum besser zu werden, sondern in ein System zu passen. Das kann sich auch nach Trainern etc. ändern. Das ist ja nicht vergleichbar mit z.B. Weitsprung.
Wenn du aber noch im Schüleralter, wenn es darum geht überhaupt Profi zu werden, in Fußball jedes Jahr den Dorfverein wechselst würde ich auch sagen, dass das nichts mit nachhaltiger Entwicklung zu tun hat.

1. Danke sehr, Notalp, ausgesprochen wohtuend! Der Dissens ist auch hier doch gar nicht groß und wenig relevant, auf keinen Fall lohnt er persönliche Anfeindungen. 

Ich verstehe Reichtathletik in diesem Zitat übrigens nicht so, dass er dem Fußballer an sich die Leistung oder Niveau abspreche. Richtig ist aber, dass die Leistung im Manschaftssport deutlich relativer ist, während sie bei uns nun einmal absolut gemessen werden kann. Wenn ein Führungsspieler körperlich wieder bei 80% ist, dann kann er der Mannschaft ggf. schon helfen. Wir würden da noch Reha trainieren und wären weit weg von kleinen Testwettkämpfen. Wer schon mal Mannschaftssportler bei Athletik- oder Koordinationstraining gesehen hat, weiß - obwohl es schon viel weniger schlecht ist als früher - dass nur wenige absolute Topathleten in unserem Sinne sind. 
Ein sehr kompetenter Nachwuchsleiter eines Fußball Bundesligisten erklärte es mir mal so: Häufig werden nicht die besten Nachwuchsspieler Profis, sondern die, deren Profil eine Facette abbildet, die der Profitrainer gerade im Kader braucht. Insofern wäre völlig richtig, was Reichtathletik hier schreibt, vlt. abgesehen von der Unterhaltungsnummer, die müssen wir schließlich auch bedienen.
Vergleiche mal allein die Spielgeschwindigkeit von vor 25 J. mit heute.
 Außerdem spricht der Nachwuchsleiter sicher von denen, die es ja schon geschafft haben und zu den Allerbesten in den NLZs gehörten und sich gegen X andere durchgesetzt haben. Ja, das mit dem Profil und Lebenslauf stimmt, wenns um die ersten Profispiele geht. Es gibt auch einige, die Profispiele machen. Aber kurze Einsätze bringen nichts. Du musst dauerhaft spielen, um für den Markt attraktiv zu sein. Wenn du bspw. eine Saison bei Wehen Wiesbaden spielst in der 2. Liga und die dann absteigen und du aber kein Spiel gemacht hast, weil der Trainer bspw. keinen technisch versierten 6er benötigt und im Abstiegskampf einen erfahrenen Spieler, der die Bälle rausklotzt, dann bist du für immer verbrannt und die andere sagen "er konnte sich nicht mal bei einem Absteiger in die 3. Liga durchsetzen". Das wars in den meisten Fällen für immer. 

Es ist wirklich so, dass man Glück haben muss und Banaliäten entscheidend sind. Bspw. wird ein Stürmer eher mal eingewechselt, weil er keinen Fehler machen kann. Hat er Glück und steht an der richtigen Stelle, macht er ein Tor und dann fällt er auf. Abwehrspieler brauchen eher das Verletzungspech, ein Profispiel zu absolvieren

Die Spieler, die jetzt oben sind, haben trotzdem bis auf ein ganz geringer Prozentsatz an Ausnahmen alle die NLZs durchlaufen. Dort wird doch neben einer guten technischen Ausbildung im Fußball sehr viel Wert auf Kraft- und Athletik gelegt. Mitelm. Koordinationsausführungen, kann sein.  Fakt ist, dass die Spieler Kurzsprint können (natürlich reden wir hier nicht von Deutsche Spitze in der Leichtathletik) und es gibt auch keine Position mehr, wo man nicht nach hinten arbeiten muss. Sprich, man muss immer pressen und schieben, also Wege machen. Dafür benötigt es auch eine solide Grundlagenausdauer.

Edit: Ist eine Gina Lückenkemper eine Topathletin, obwohl sie nach aktueller Aussage keinen Marathon finishen könnte. Ich würde sagen ja..

Natürlich ist profi Fußball hochleistungssport. Allerdings ist Fußball natürlich eine mischkalkulation aus Athletik, skill am ball und spielintelligenz. Fußballer sind also quasi mehrkämpfer und deshalb können sie gar nicht in einer athletischen Fähigkeit absolut top sein. Das ist ja in der leichtathletik auch nicht anders, ein zehnkämpfer ist über 100m auch nur die Nummer 1000 in der welt und trotzdem ist er ein spitzenathlet.