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Mutmaßlich verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Druckversion

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RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 22.07.2026

(22.07.2026, 13:05)aj_runner schrieb:
(22.07.2026, 12:56)muffman schrieb:
(22.07.2026, 10:49)Barnie schrieb: Diejenigen, die alle Verantwortung auf Ansah schieben, sollten folgenden Widerspruch bedenken. Auf der einen Seite erwartet ihr, dass alle Athleten intelligent genug sein müssen, einen über 120 Seiten dicken Antidopingcode zu kennen und zu verstehen, auf der anderen Seite haltet ihr aber Ansah für dumm genug, die eindeutigen Belehrungen eines Kontrolleurs nicht verstanden zu haben?! Für mich passt das nicht zusammen.

Die AthletInnen müssen nicht den 120 Seiten dicken Antidopingcode kennen. Eigentlich müssen Sie nur wissen, was zu tun ist, wenn ein Kontrolleur/eine Kontrolleurin auftaucht um eine Probe zu nehmen und was die KontrolleurInnen dürfen und was nicht.

Interessant, dann sind die 120 Seiten und die ganzen Schulungen also gar nicht notwendig? Aber Edge Cases müssen bekannt sein? Und der Kontrolleur darf Fehler machen, aber dem Athleten steht es nicht zu, nicht alles in der Tiefe zu durchdringen?
Ich bin bei Barnie, dass mit gleichem Maß gemessen werden sollte...

Naja, man muss als Athlet – anders als als KaRi – auch nicht zwingend die ganze IWR kennen, sollte aber den eigenen Handlungsraum kennen.
Was mir in der Diskussion fehlt ist die Dimension, dass OA ja auch mal hätte jemanden anrufen können (Trainer? DLV-Teammanagment): Hab hier folgende Problemstellung... Oder auch einen Nachbarn als Zeugen dazu ziehen...


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 22.07.2026

(22.07.2026, 13:05)aj_runner schrieb:
(22.07.2026, 12:56)muffman schrieb: Die AthletInnen müssen nicht den 120 Seiten dicken Antidopingcode kennen. Eigentlich müssen Sie nur wissen, was zu tun ist, wenn ein Kontrolleur/eine Kontrolleurin auftaucht um eine Probe zu nehmen und was die KontrolleurInnen dürfen und was nicht.

Interessant, dann sind die 120 Seiten und die ganzen Schulungen also gar nicht notwendig? Aber Edge Cases müssen bekannt sein? Und der Kontrolleur darf Fehler machen, aber dem Athleten steht es nicht zu, nicht alles in der Tiefe zu durchdringen?
Ich bin bei Barnie, dass mit gleichem Maß gemessen werden sollte...

Ich verstehe muffman so, dass es hier eben nicht um einen Edge Case ging, sondern um den Kernpunkt -  wenn sich ein Kontrolleur ordnungsgemäß ausweist und einen Kontrollvorgang einleitet, habe ich eine Probe abzugeben und wenn ich das nicht tue, hat das eine Sperre zur Folge. Diesen Kernpunkt sollte man als Athlet kennen.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Barnie - 22.07.2026

(22.07.2026, 13:13)Reichtathletik schrieb:
(22.07.2026, 13:05)aj_runner schrieb:
(22.07.2026, 12:56)muffman schrieb:
(22.07.2026, 10:49)Barnie schrieb: Diejenigen, die alle Verantwortung auf Ansah schieben, sollten folgenden Widerspruch bedenken. Auf der einen Seite erwartet ihr, dass alle Athleten intelligent genug sein müssen, einen über 120 Seiten dicken Antidopingcode zu kennen und zu verstehen, auf der anderen Seite haltet ihr aber Ansah für dumm genug, die eindeutigen Belehrungen eines Kontrolleurs nicht verstanden zu haben?! Für mich passt das nicht zusammen.

Die AthletInnen müssen nicht den 120 Seiten dicken Antidopingcode kennen. Eigentlich müssen Sie nur wissen, was zu tun ist, wenn ein Kontrolleur/eine Kontrolleurin auftaucht um eine Probe zu nehmen und was die KontrolleurInnen dürfen und was nicht.

Interessant, dann sind die 120 Seiten und die ganzen Schulungen also gar nicht notwendig? Aber Edge Cases müssen bekannt sein? Und der Kontrolleur darf Fehler machen, aber dem Athleten steht es nicht zu, nicht alles in der Tiefe zu durchdringen?
Ich bin bei Barnie, dass mit gleichem Maß gemessen werden sollte...

Naja, man muss als Athlet – anders als als KaRi – auch nicht zwingend die ganze IWR kennen, sollte aber den eigenen Handlungsraum kennen.
Was mir in der Diskussion fehlt ist die Dimension, dass OA ja auch mal hätte jemanden anrufen können (Trainer? DLV-Teammanagment): Hab hier folgende Problemstellung... Oder auch einen Nachbarn als Zeugen dazu ziehen...

Damit bestätigst Du aber auch noch einmal die besondere Funktion des Testers/ Kontrolleurs. Dieser muss schließlich als allererster den Antidopingcode kennen und der Testperson auch verständlich vermitteln. Und wessen Aussage ist bei dieser Problemstellung wichtiger, als die des Kontrolleurs?!


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - S_J - 22.07.2026

Ich würde sogar soweit gehen, dass man auch ohne Kenntnisse des Antidopingcodes wissen sollte, dass man eine Kontrolle nicht verweigern sollte.

Deswegen interessiert mich der mögliche Verfahrensfehler auch nicht besonders.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Reichtathletik - 22.07.2026

(22.07.2026, 13:46)Barnie schrieb:
(22.07.2026, 13:13)Reichtathletik schrieb:
(22.07.2026, 13:05)aj_runner schrieb:
(22.07.2026, 12:56)muffman schrieb:
(22.07.2026, 10:49)Barnie schrieb: Diejenigen, die alle Verantwortung auf Ansah schieben, sollten folgenden Widerspruch bedenken. Auf der einen Seite erwartet ihr, dass alle Athleten intelligent genug sein müssen, einen über 120 Seiten dicken Antidopingcode zu kennen und zu verstehen, auf der anderen Seite haltet ihr aber Ansah für dumm genug, die eindeutigen Belehrungen eines Kontrolleurs nicht verstanden zu haben?! Für mich passt das nicht zusammen.

Die AthletInnen müssen nicht den 120 Seiten dicken Antidopingcode kennen. Eigentlich müssen Sie nur wissen, was zu tun ist, wenn ein Kontrolleur/eine Kontrolleurin auftaucht um eine Probe zu nehmen und was die KontrolleurInnen dürfen und was nicht.

Interessant, dann sind die 120 Seiten und die ganzen Schulungen also gar nicht notwendig? Aber Edge Cases müssen bekannt sein? Und der Kontrolleur darf Fehler machen, aber dem Athleten steht es nicht zu, nicht alles in der Tiefe zu durchdringen?
Ich bin bei Barnie, dass mit gleichem Maß gemessen werden sollte...

Naja, man muss als Athlet – anders als als KaRi – auch nicht zwingend die ganze IWR kennen, sollte aber den eigenen Handlungsraum kennen.
Was mir in der Diskussion fehlt ist die Dimension, dass OA ja auch mal hätte jemanden anrufen können (Trainer? DLV-Teammanagment): Hab hier folgende Problemstellung... Oder auch einen Nachbarn als Zeugen dazu ziehen...

Damit bestätigst Du aber auch noch einmal die besondere Funktion des Testers/ Kontrolleurs. Dieser muss schließlich als allererster den Antidopingcode kennen und der Testperson auch verständlich vermitteln. Und wessen Aussage ist bei dieser Problemstellung wichtiger, als die des Kontrolleurs?!

Deshalb bin ich auch tiefenentspannt und vertraue darauf, dass wenn wirklich ein Verfahrensfehler vorliegt dieser auch als solcher festgestellt wird. Wie gesagt ist das Ganze aktuell ja eine Ermittlung, kein Urteil.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Barnie - 22.07.2026

(22.07.2026, 13:53)S_J schrieb: Ich würde sogar soweit gehen, dass man auch ohne Kenntnisse des Antidopingcodes wissen sollte, dass man eine Kontrolle nicht verweigern sollte.

Deswegen interessiert mich der mögliche Verfahrensfehler auch nicht besonders.

Nach seinem Verständnis hat er sie ja vermutlich gar nicht verweigert. Und dann interessiert mich schon, wie es zu so einem Missverständnis kommen kann?!


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Diak - 22.07.2026

(22.07.2026, 14:12)Barnie schrieb:
(22.07.2026, 13:53)S_J schrieb: Ich würde sogar soweit gehen, dass man auch ohne Kenntnisse des Antidopingcodes wissen sollte, dass man eine Kontrolle nicht verweigern sollte.

Deswegen interessiert mich der mögliche Verfahrensfehler auch nicht besonders.

Nach seinem Verständnis hat er sie ja vermutlich gar nicht verweigert. Und dann interessiert mich schon, wie es zu so einem Missverständnis kommen kann?!

z.B. so: 
Dingdong. Owen öffnet. 
Kontrolleur: Hallo, Herr Ansah, wir sinds, wir hätten gern eine Urinprobe von Ihnen, Sie kennen ja das Procedere...
Owen: Och, das ist jetzt blöd, ich stehe immer gern für sauberen Sport ein, aber ich muss richtig dringend zum Flughafen, ich bin in Monaco reingerutscht, das ist ne super Chance für mich. Und nun war ich auch grad pullern. 
Kontrolleur: Ja, Mist, das tut mir leid, aber ich kann ja jetzt auch nicht einfach wieder verschwinden, ich muss darauf bestehen. 
Owen: Verstehe ich, aber ich kann jetzt nicht und ich bin wirklich in Eile und sonst ja auch immer gern parat, ich möchte jetzt wirklich gern zum Flughafen fahren. 
Kontrolleur: Sie wissen aber schon, was das bedeutet? (oder irgendwas anderes missverständliches)
Owen: Ja, klar, ich mach jedes Jahr dieses Zertifikat und werde ja regelmäßig kontrolliert (denkt, er nimmt einen Missed Test in Kauf, weil der Kontrolleur sich versprochen hat, weil er nicht gut zugehört hat, weil er sich nicht 100% mit der Sache befasst hat) 
Kontrolleur: Hier ist der Protokollbogen, den kennen Sie ja auch, dann müssten Sie bitte hier unterschreiben
Owen: Klar, gib her, unterschreib ich
Kontrolleur: Alles klar, dann viel Erfolg beim Wettkampf. 

Oder völlig anders, Owen gestresst, Kontrolleur pissig, Owen pissig, Kontrolleur überfordert, beide gestresst, beide pissig...

Wir waren nicht dabei und können nur hoffen, dass das Verfahren möglichst bald eine Klärung herbeiführt, die nicht zur Sperre führt, wenn sich herausstellt, dass es ein Missverständnis, ein Verfahrensfehler des Kontrolleurs oder eine andere kommunikative Panne war. Beide Seiten können da Fehler gemacht haben, auch gleichzeitig. Wir sollten Athlet und Kontrolleur gegenüber erst einmal von Redlichkeit und guten Motiven ausgehen. 

Zur Flughafenfrage finde ich auffällig, dass Owen zitiert wird mit der Aussage, ihm sei "nicht angeboten" worden, dass der  Kontrolleur mitkommt, das ist keineswegs das gleiche, wie "der Kontrolleur hat verweigert mitzukommen"


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Freaky - 22.07.2026

(22.07.2026, 19:25)Diak schrieb: Zur Flughafenfrage finde ich auffällig, dass Owen zitiert wird mit der Aussage, ihm sei "nicht angeboten" worden, dass der  Kontrolleur mitkommt, das ist keineswegs das gleiche, wie "der Kontrolleur hat verweigert mitzukommen"

"nicht angeboten" heißt für mich, Owen hat es nicht selber vorgeschlagen. Wir wissen nur nicht, ob er halt auch selber in der Situation nicht daran gedacht hat oder warum er es nicht vorgeschlagen hat. Am Wahrscheinlichsten dürfte vermutlich sein, dass er wirklich nicht dran gedacht hat.

Wir wissen halt auch nicht, wie stressig die Situation wirklich war. Macht ja durchaus einen Unterschied, wenn man weis: ok, es ist z.b. kurz vor 15:00 und ich sollte um 15:00 los um mit bisschen Puffer meinen Flug zu bekommen. Oder eben es ist 15:00 und eigentlich sollte ich seit 15min aus dem Haus sein und muss mich jetzt echt beeilen.
Das entschuldigt die Fehler nicht unbedingt, aber es könnte mit eine Erklärung sein, wie es dazu gekommen ist.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - Atanvarno - 22.07.2026

Man sollte sich übrigens keine Illusionen machen: selbst im für Ansah allerbesten Fall, dass der Kontrolleur im Verfahren zugibt, ihn nicht oder missverständlich auf die Folgen der Probenverweigerung hingewiesen zu haben, wird er gesperrt werden. Im Code steht nämlich "should", nicht "has to". Letztlich liegt die volle Verantwortung wie immer (strict liability) beim Athleten.

Muss mich korrigieren, die genaue Formulierung ist
" the DCO/Chaperone shall, if possible, inform the Athlete of the Consequences of a Failure to Comply"

"Shall" ist verpflichtend. Die Frage ist dann, inwieweit eine eventuell versäumte Verpflichtung des Kontrolleurs strafmindernd für Ansah berücksichtigt wird.


RE: Verweigerte Dopingprobe von Owen Ansah - TranceNation 2k14 - 22.07.2026

Bei aller Sympathie für Diaks Version ist aber genau das

(22.07.2026, 19:25)Diak schrieb: Kontrolleur: Sie wissen aber schon, was das bedeutet? (oder irgendwas anderes missverständliches)

das, was nicht so ablaufen darf. Weitere exzellente Beispiele sind (in absteigender Gebräuchlichkeit):

- Sie wissen ja, wie die Medikamente einzunehmen sind?
- Den Prüfungsablauf kennen Sie ja?
- Wann die Stellplatzkarte abzugeben ist, wissen die Athleten.