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Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - Druckversion

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RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - S_J - 13.03.2025

(13.03.2025, 13:58)mariusfast schrieb: Die EM war auch von allen 3 Deutschen (inklusive Parsons) die beste Leistung, die sie in dieser Hallensaison abgeliefert haben.

Parsons hätte vllt. noch mit einer besseren Taktik mehr erreichen können, aber dass er von der Position überhaupt noch am Schluss so eng scheiterte, zeigte ja, wie stark er war.

Bremm hatte eine SB von 7:39,01 und ist bei der EM 7:56 und 7:55 gelaufen.

Thorwirth ist mit einer 7:41,34 angereist und hat 7:51 und 7:56 abrufen können.

Parsons mit SB von 7:38,06 lief 7:56 im Vorlauf.

Dass man solche Leistungen bei einem taktischen Rennverlauf nicht unbedingt abrufen kann, ist klar. Aber die beste Leistung der Saison ist das doch sicherlich nicht. Für keinen der drei Läufer wird die Zeit ins Ranking eingehen!

Dazu mal die folgende Überlegung:

Ich würde einfach mal behaupten behaupten, dass als "Time Trial" von Start bis Ziel einfach gleichmäßig 2:35 anzulaufen für eine 7:45 für alle drei möglich gewesen wäre. Mit einer Zusammenarbeit bei der Führungsarbeit möglicherweise noch schneller. Damit hätte man also durchaus einen schnelleren Rennverlauf forcieren können, der am Ende möglicherweise mehr Rankingpunkte gegeben hätte.

Dass man sich aus taktischen Gründen für eine möglicherweise bessere Platzierung für einen anderen Rennverlauf entscheidet ist meines Erachtens nach völlig okay. Ich denke auch, dass die beiden im Finale durchaus gut abgeschnitten haben angesichts ihres Rankings im Feld. Aber für eine schnellere Zeit / mehr Rankingpunkte, bzw. vor allem die angesprochene "beste Leistung der Saison" war das eben nicht die ideale Taktik.

Aus diesem Gesichtspunkt wird denke ich auch klar, wieso viele Läufer die Hallensaison bzw auch die internationalen Meisterschaften auslassen: Für das Ranking sind eben kleinere Meetings mit schnelleren Zeiten attraktiver. Ob das im Sinne der Rankingeinführung ist, ist natürlich ein anderes Thema Big Grin


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - Atanvarno - 13.03.2025

(13.03.2025, 14:43)S_J schrieb: Dass man sich aus taktischen Gründen für eine möglicherweise bessere Platzierung für einen anderen Rennverlauf entscheidet ist meines Erachtens nach völlig okay.

Das ist aus meiner Sicht nicht einfach "okay", sondern das, was ich von einem Athleten bei einer Meisterschaft erwarte. Dass er die optimale Platzierung anstrebt und diese nicht einer schnellen Zeit opfert. Und da Bremm in diesem Rennen schnellere Läufer hinter sich gelassen hat, würde ich auch die Einordnung, dass das sein bestes Saisonrennen war, unterstützen.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - runner5000 - 13.03.2025

@ S_J Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - S_J - 13.03.2025

(13.03.2025, 15:02)runner5000 schrieb: Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wenn ich Angst vor Ingebrigtsen habe, dann muss ich eben mit einem Mentalcoach arbeiten.

Letztendlich ist Ingebrigtsen ja aber nur für diejenigen relevant, die auch um die Medaillen laufen. Das Feld bestand ja quasi zur Hälfte aus Läufern mit einer SB von ca. 7:30 und zur anderen Hälfte von Läufern mit einer SB von 7:36-7:41. Dazu kam eben Ingebrigtsen ohne SB. Diese beiden Gruppen entsprachen auch, mit Ausnahme von Laros, dann den beiden Gruppen die sich durch den Rennverlauf ergeben haben.

Wie gesagt möchte ich auch die Taktik und den Rennverlauf der beiden Deutschen im Finale nicht kritisieren. Sie haben sich ja auch gut verkauft. Thumb_up

Was man als das beste Saisonrennen ansieht ist vermutlich Interpretationssache: SB oder höchste Rankingpunkte sind sehr objektive Kriterien, die wir ja auch gerne bei den technischen Disziplinen und kürzeren Strecken anlegen. Eine Platzierung in den Top-8 einer EM ist natürlich auch ein starkes Argument und sicherlich nichts, mit dem man unzufrieden sein muss. Aber ich persönlich fand Bremms Leistung in Luxemburg eindrucksvoller Angel


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - vedo - 13.03.2025

Nach SB und Rankingpunkten zu gehen ist bei Läufern aber noch mal ungleich dämlicher als in technischen Disziplinen oder Sprints, und selbst in den letzteren Bereichen lassen sich viele Beispiele finden, bei denen man das kaum aufrechterhalten kann. Matthew Centrowitz würde von sich wahrscheinlich behaupten, dass sein mit Abstand bestes Karriererennen der Olympiasieg in Rio war, nach deiner Logik dürfte der dann aber wahrscheinlich nicht mal in den Top 10 sein weil Siegerzeit nur 3:50. Bei Bremm kann man sicherlich diskutieren, aber doch eher ausgehend von Rennverläuen und Splits und nicht anhand der Tatsache, dass er in Luxemburg deutlich schneller war als bei der EM. Das wäre er dort selbst mit einem schlechten Auftritt gewesen.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - S_J - 13.03.2025

Hätte Bremm gewonnen, würde ich die Analogie zu Centrowitz akzeptieren. Ob jemand 5. oder 9. wird ist mir persönlich allerdings jedenfalls relativ egal. Das kannst du gerne anders sehen oder meine Auffassung als dämlich erachten. Das ist mir nämlich auch egal Big Grin

Kann ja auch jeder selbst entscheiden, was einem wichtig ist. Und wenn Bremm / Thorwirth der Meinung sind, dass das EM-Finale ihre "beste Leistungder Saison" war, meinetwegen. Aber für mich war es das nicht. Es war vielleicht die optimale Strategie an dem Tag und sie haben die bestmögliche Platzierung für sich geholt; aber in meiner "dämlichen" Perspektive finde ich das 7:39-Rennen trotzdem cooler.  Thumb_up

Zum Thema Rennverlauf und Splits: Centrowitz konnte jedenfalls seine Schlussrunde unter 51s laufen. Das finde ich persönlich eben auch wieder beeindruckend, weil es schnell ist. Die anderen im Rennen konnten das zumindest nicht Big Grin Zum Vergleich: Ingebrigtsen lief auf den letzten 400m 53,87s, Mills 54,71s, Habz 54,68s aber Bremm eine 58,03s. Thorwirth übrigens 56,71s!


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - h3inz_h4rtm4nn - 13.03.2025

(13.03.2025, 15:27)S_J schrieb:
(13.03.2025, 15:02)runner5000 schrieb: Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wenn ich Angst vor Ingebrigtsen habe, dann muss ich eben mit einem Mentalcoach arbeiten.

Genauso ist es. Diese Aussage fand ich auch kritisch. Man sollte gegenüber jedem Konkurrenten und jeder Konkurrentin Respekt haben. Alle, die es zu einer EM und dann sogar ins Finale geschafft haben, sind stark. Alle haben die Chance, an dem Tag X über sich hinauszuwachsen und mit einem entsprechenden Ergebnis belohnt zu werden. Angst ist jedoch im Leistungssport der falsche Begleiter. Besonders in einem Meisterschaftsrennen kann einem dieses Gefühl zum Verhängnis werden.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - mariusfast - 13.03.2025

(13.03.2025, 18:58)h3inz_h4rtm4nn schrieb:
(13.03.2025, 15:27)S_J schrieb:
(13.03.2025, 15:02)runner5000 schrieb: Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wenn ich Angst vor Ingebrigtsen habe, dann muss ich eben mit einem Mentalcoach arbeiten.

Genauso ist es. Diese Aussage fand ich auch kritisch. Man sollte gegenüber jedem Konkurrenten und jeder Konkurrentin Respekt haben. Alle, die es zu einer EM und dann sogar ins Finale geschafft haben, sind stark. Alle haben die Chance, an dem Tag X über sich hinauszuwachsen und mit einem entsprechenden Ergebnis belohnt zu werden. Angst ist jedoch im Leistungssport der falsche Begleiter. Besonders in einem Meisterschaftsrennen kann einem dieses Gefühl zum Verhängnis werden.
Angst ist sicherlich nicht passend, würde mich aber nicht an dieser Begrifflichkeit aufhängen..

Letzlich ist klar, dass es abgeht, wenn Ingebrigtsen losgeht (und er ist nunmal mit Abstand stärkste Läufer, weshalb es auch nichts bringt, wenn andere davor die Initiative ergreifen) und die anderen wollen dann natürlich sofort hinterher. Deshalb geht es ja nicht nur darum, dass man den Sieg verpassen kann, sondern auch hinter anderen landen kann, die in diesem einen Moment aufmerksamer sind.

Wenn ich dann diesen Moment verpasse, kann es, insbesondere in der Halle zu spät sein.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - h3inz_h4rtm4nn - 13.03.2025

(13.03.2025, 18:49)S_J schrieb: Hätte Bremm gewonnen, würde ich die Analogie zu Centrowitz akzeptieren. Ob jemand 5. oder 9. wird ist mir persönlich allerdings jedenfalls relativ egal. Das kannst du gerne anders sehen oder meine Auffassung als dämlich erachten. Das ist mir nämlich auch egal Big Grin

Kann ja auch jeder selbst entscheiden, was einem wichtig ist. Und wenn Bremm / Thorwirth der Meinung sind, dass das EM-Finale ihre "beste Leistungder Saison" war, meinetwegen. Aber für mich war es das nicht. Es war vielleicht die optimale Strategie an dem Tag und sie haben die bestmögliche Platzierung für sich geholt; aber in meiner "dämlichen" Perspektive finde ich das 7:39-Rennen trotzdem cooler.  Thumb_up

Bremm war sehr selbstkritisch in seiner Instagram-Story und auf Strava. Er hat sich wohl auch am Wettkampftag nicht in bester Verfassung gefühlt, schrieb u.a. von Durchfall, den er auf eine falsche Dosierung des Bicarbs zurückführte (als Vermutung). Ich denke, er sieht es sogar ähnlich wie Du und hatte nach Luxemburg auch die leise Hoffnung auf mehr. Vielleicht nicht in Bezug auf die EM-Platzierung, aber den DR von Dieter Baumann wäre er in Karlsruhe z.Bsp. schon gerne gelaufen, obwohl er in seiner Vorbereitung wenig VO2max-orientiert trainiert hat.

Bei Thorwirth gewinne ich den Eindruck, dass er mit seinem EM-Auftritt zufrieden war. Vielleicht geht er aber auch nur nicht mit seiner Selbstkritik an die Öffentlichkeit und macht das Zuhause mit seiner Trainerin unter sich aus. Wir sehen und hören doch auch nur einen Bruchteil aus dem Leben der Athlet:innen. Darf man nicht vergessen.


RE: Hallen-EM 2025 (Tag 4) - Apeldoorn, 09.03.2025 (Silber Ogunleye) - h3inz_h4rtm4nn - 13.03.2025

(13.03.2025, 19:06)mariusfast schrieb:
(13.03.2025, 18:58)h3inz_h4rtm4nn schrieb:
(13.03.2025, 15:27)S_J schrieb:
(13.03.2025, 15:02)runner5000 schrieb: Du verkennst bei deinen Überlegungen, dass einzig und allein Ingebrigtsen darüber entscheidet, wie ein solches Rennen verläuft. Er bestimmt, ob schnell oder langsam gelaufen wird. Wenn schnell, dann müssen sowieso alle mit und wenn er langsam laufen will, wird niemand anderes seinen Kopf für ein schnelles Rennen hinhalten, da derjenige, der sich dafür opfert, am Ende keine Chance auf eine Medaille haben wird.

Farken hat ja selbst gesagt, was für eine Angst und Panik in so einem Feld umhergeht, wenn Ingebrigtsen das Heft des Handelns in die Hand nimmt.

Wenn ich Angst vor Ingebrigtsen habe, dann muss ich eben mit einem Mentalcoach arbeiten.

Genauso ist es. Diese Aussage fand ich auch kritisch. Man sollte gegenüber jedem Konkurrenten und jeder Konkurrentin Respekt haben. Alle, die es zu einer EM und dann sogar ins Finale geschafft haben, sind stark. Alle haben die Chance, an dem Tag X über sich hinauszuwachsen und mit einem entsprechenden Ergebnis belohnt zu werden. Angst ist jedoch im Leistungssport der falsche Begleiter. Besonders in einem Meisterschaftsrennen kann einem dieses Gefühl zum Verhängnis werden.
Angst ist sicherlich nicht passend, würde mich aber nicht an dieser Begrifflichkeit aufhängen..

Letzlich ist klar, dass es abgeht, wenn Ingebrigtsen losgeht (und er ist nunmal mit Abstand stärkste Läufer, weshalb es auch nichts bringt, wenn andere davor die Initiative ergreifen) und die anderen wollen dann natürlich sofort hinterher. Deshalb geht es ja nicht nur darum, dass man den Sieg verpassen kann, sondern auch hinter anderen landen kann, die in diesem einen Moment aufmerksamer sind.

Wenn ich dann diesen Moment verpasse, kann es, insbesondere in der Halle zu spät sein.


Sehe ich anders. Die Formulierung, dass man Angst/Panik vor Ingebrigtsen hat, hat schon eine Schwachstelle mMn offenbart. Denn in erster Linie sollte man bei sich die Fehler suchen und nicht bei anderen Athlet:innen. Natürlich ist Ingebrigtsen gerade der stärkste Läufer und alle wissen das, aber er tut doch in dem Moment nichts Verbotenes, wenn er nach vorne geht. Im Gegenteil: Manchmal wich er sogar auf Bahn 3 aus und überholte dort, damit es eben wegen seines Antritts nicht zur Rangelei kommt. Selbstkritisch wäre es gewesen, zu sagen, dass man das Momentum verpasst hat, in dem der erste richtige Move im Rennen gemacht wurde. Dass man verkrampft hat, als man merkte, die Lücke wird immer größer. Oder oder oder... Diese Selbstreflexion kam z.Bsp. von Majtie Kolberg nach ihrem Vorlauf-Aus. Sie hatte es auch nicht so leicht, direkt gegen ihre Trainingspartnerin um das große Q zu rennen, hat das aber nie zum Thema gemacht, sondern die Ursache bei sich gesucht.