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Netzfundstücke - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Netzfundstücke (/showthread.php?tid=2839) Seiten:
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RE: Netzfundstücke - Citius - 06.01.2026 (06.01.2026, 00:23)S_J schrieb:(05.01.2026, 23:58)mariusfast schrieb: Jetzt mal halblang. Wo steht denn, dass überhaupt Geld in die Hand genommen wurde? Ich finde es ehrlich gesagt sehr befremdlich, dass der TV Wattenscheid Geld in die Hand nimmt und (vorallem Sprinter) externen Athleten das Startrecht anbietet, auch ohne dass diese ihr Trainingsumfeld nach NRW verlegen. Warum nutzt man das Geld nicht für die eigene Jugend, die im Schülerbereich recht groß ist? RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026 Ihr wollt meinen Kommentar, also bekommt ihr ihn: Natürlich ist es das gleiche wie GA in Teilen, wenn eil Fußballverein oder ein sonstiger Mäzen sich als "Hobby" oder Werbeträger ein paar Spitzensportler einkauft. (In diesem Fall kauft man wenigstens den Trainer mit ein, was bei GA manchmal, aber nicht immer passiert.) Das ist anfürsich erst einmal nicht schlimm – nur halt in den seltensten Fällen nachhaltig. Wenn man die Leichtathletik "retten"/fördern will (zumindest ersteres behauptet in Karlsruhe glaube ich niemand anders als bei GA, letzteres ist eine jorunalistische bzw. gesellschaftliche Aufgabe in Relation zu setzen), darf und sollte man aber für nachhaltige Konzepte plädieren. Das kann in Karlsruhe passieren, wenn man es als Anlass nimmt, die Abteilung wieder aufzubauen. Ganz grundsätzlich wäre viel gewonnen, wenn an mehr Standorten langfristig gearbeitet wird und nicht nur Rosinen gepickt werden. Man muss als Verein auch mal den Mut haben, seine besten/engagiertesen Trainer in die U14 zu stecken. Mal ein paar Jahre nicht bei der DM sein um wieder aufzubauen. Generell: Sich ständig fragen: Wie können wir(!) besser werden, nicht nur: Wo kommen bessere Athleten her? Und aus Athletensicht: Man kann jedes Jahr oder alle zwei Jahre den Verein wechseln um möglichst viel Geld mitzunehmen. Völlig legitim. Gibt es gerade in Hessen einige. Man darf als Verein den Spaß aber auch mal nicht mitmachen und sagen: Du gehst, okay, das Geld mehr sei dir gegönnt, aber danach ist die Tür auch zu. Und man darf auch noch darauf verweisen, dass Vereinszugehörigkeit auch einen Wert an sich haben darf. Wer das nicht fühlt, sein Problem. Aber Sportarten, die deutlich mehr Geld umsetzen, machen uns vor, wie allein die Zugehörigkeit zu einem Verein Identität stiften kann. Halt geben, Familie und Heimat sein. Wer das als Verein erreichen will, diese Werte transportieren will, der muss aber auch darauf achten, dass die Mitglieder einander wertschätzen und den Verein wertschätzen. Wer dann "Söldner" einkauft, kann sein eigenes Wir-gefühl auch kaputt machen. RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026 Bei den erfolgreichsten Vereinen, z.B. Fußball, spielt eine Identifikation mit dem Verein überhaupt keine Rolle. Im Spitzensport hat so etwas überhaupt nichts verloren. Es geht um Leistungsmaximierung. Was sollen "Söldner" sein? Es geht um Erfolg. Sonst nichts. Diese komische Fußballromantik gibt es maximal noch in der Kreisliga und verhindert auch maximalen Erfolg. Wenn AthletInnen maximalen Erfolg wollen, müssen sie in erster Linie auf sich selbst schauen. Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Das sind die einzig relevanten Fragen. RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026 (06.01.2026, 14:01)muffman schrieb: Bei den erfolgreichsten Vereinen, z.B. Fußball, spielt eine Identifikation mit dem Verein überhaupt keine Rolle. Im Spitzensport hat so etwas überhaupt nichts verloren. Es geht um Leistungsmaximierung. Was sollen "Söldner" sein? Es geht um Erfolg. Sonst nichts. Diese komische Fußballromantik gibt es maximal noch in der Kreisliga und verhindert auch maximalen Erfolg. Wenn AthletInnen maximalen Erfolg wollen, müssen sie in erster Linie auf sich selbst schauen. Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Das sind die einzig relevanten Fragen. Du hast ein in mein Augen bemitleidenswertes (ich würde sagen sehr deutschens) Menschenbild. Identifikation hat "gar nichts verloren" raubt allem seine Seele und erzeugt eine sehr kurze Lunte an jeder Karriere. Wenn jeder nur auf sich schaut, schaut auch keiner mehr auf den anderen, wenn es nicht mehr läuft. Natürlich ist es falsch zu romantisieren. Aber so zu tun, als passiere Leistung im Luftleeren raum, es müssten nur rein materielle und physische Dinge verfügbar sein, der übersieht dass er es mit Menschen zu tun hat. Auch auf die Gefahr hin dass du meine Erfahrungen wieder nur als fiktive Anektoten abtust, die man nicht argumentativ berücksichtigen muss: ich kenne sehr viele Leistungsträger die teils wochen oder jahrelang nur zum Training kamen, wegen der anderen, die zum Training kamen. Wir haben in der Nationalmannschaft zahlreiche Sportler mit psychischen Erkrankungen. Allein das zeigt schon, wie wichtig es ist, dass es ein Umfeld gibt, dass sich gegenseitige Wertschätzung – explizit auch losgelöst vom sportlichen Erfolg – entgegenbringt. Natürlich soll und darf es etwas bedeuten, für einen Verein zu starten. Teil von ihm zu sein. Natürlich motiviert es die nächste Generation im gleichen Verein zu sein wie ein Olympiateilnehmer. Aber nur wenn der sich vielleicht auch mal auf dem Sommerfest blicken lässt und das Vereinslogo, was für Junior die Welt bedeutet, auch auf der Brust trägt und nicht nur das des Ausrüsters, der am meisten Geld zahlt. Ich empfehle die Lektüre des Buches "The score takes care of itself" von Bill Walsh. Zweielsohne einer der erfolgreichsten Trainer&Manager im (hochkommerziellen) Profisport. Der beschreibt sehr explizit, warum es von Bedeutung ist, dass eine Organisation auch Bedeutung hat. Ein anderer Ausschnitt zu Zusammenhalt: Zitat:“Leaders sometimes wonder why they or their organization fail to achieve success, never seem to reach their potential. It’s often because they don’t understand or can’t instill the concept of what a team is all about at its best: connection and extension. This is a fundamental ingredient of ongoing organizational achievement. (Of course, incompetence as a leader is also a common cause of organizational failure.) Combat soldiers talk about whom they will die for. Who is it? It’s those guys right next to them in the trench, not the fight song, the flag, or some general back at the Pentagon, but those guys who sacrifice and bleed right next to them. “I couldn’t let my buddies down,” is what all soldiers say. Somebody they had never seen before they joined the army or marines has become someone they would die for. That’s the ultimate connection and extension.” RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026 (06.01.2026, 14:01)muffman schrieb: Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Und jetzt bitte nochmal kurz nachdenken, bevor du wieder völlig hysterisch in die Tastatur hackst. RE: Netzfundstücke - Citius - 06.01.2026 (06.01.2026, 14:01)muffman schrieb: Bei den erfolgreichsten Vereinen, z.B. Fußball, spielt eine Identifikation mit dem Verein überhaupt keine Rolle. Im Spitzensport hat so etwas überhaupt nichts verloren. Es geht um Leistungsmaximierung. Was sollen "Söldner" sein? Es geht um Erfolg. Sonst nichts. Diese komische Fußballromantik gibt es maximal noch in der Kreisliga und verhindert auch maximalen Erfolg. Wenn AthletInnen maximalen Erfolg wollen, müssen sie in erster Linie auf sich selbst schauen. Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Das sind die einzig relevanten Fragen. Das würde ich persönlich so nicht teilen. Klar muss der Leistungssportler schauen, dass sein (finanzieller) Rahmen passt, um seine Leistung auch entwickeln zu können. Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann. Dafür bedarf es allerdings auch Athleten, welche grundsätzlich vor Ort und greifbar sind. RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026 (06.01.2026, 16:23)Citius schrieb: Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann. Das ist ein Nebenprodukt. HochleistungssportlerInnen gehen dorthin, wo sie den maximalen Erfolg haben können. RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026 (06.01.2026, 16:36)muffman schrieb:(06.01.2026, 16:23)Citius schrieb: Wenn Sportler sich wirklich mit dem Verein identifizieren, können sie für die nächste Generation eine Vorbildfunktion übernehmen und vielleicht dazu beitragen, dass später einmal sein Platz (aus der eigenen Jugend) eingenommen werden kann. Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden? Du versuchst hier immer krampfhaft alles, was nicht "professionell" im sinne von auf Erfolg, Professionalisierung und Kontstand getrimmt ist als überholt, schlecht oder "romantisch-verklärt" abzustempen. (Ich hoffe inständig, dass du das nicht auch auf andere Bereiche des Lebens überträgst). Ein Beispiel: Max Thorwirth ist nach Tübingen gegangen (und bis zu dieser Saison bei seinem Heimatverein geblieben). Er hätte sicher bei einem anderen Verein mehr Geld bekommen können. Er hätte an anderen Standorten bessere Bedingungen bekommen können. Aber: Ihm gab die Vereinszugehörigkeit Sinnhaftigkeit in seinem Tun und Tübingen mit der familiären Atmosphäre beim Training (inkl. vielen die weit weg von Spitzensport sind) gab ihm das nötige Drumherum, um Spitzenleistungen zu erbringen. Und er ist jetzt nach Tübingen gewechselt, nicht mit der Begründung Geld, sondern weil er mit seinen Freunden(!) zusammen im Team laufen will. RE: Netzfundstücke - TranceNation 2k14 - 06.01.2026 (06.01.2026, 16:44)Reichtathletik schrieb: Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden? Also wir können die Diskussion mal an der Stelle zwischenspeichern und nach LA 2028 rauskramen und wenn dann unsere einzigen Medaillen Merlin Hummel, Malaika Mihambo, Leo Neugebauer und Smilla Kolbe geholt haben, können wir natürlich froh sein, dass es nicht weniger Medaillen als 2024 waren, aber wir können uns ja auch überlegen, ob wir die deutsche Leichtathletik mit fachlicher Exzellenz (Training, Expertise, Fokussierung auf Training) weiterbringen wollen oder mit Heimat und Bedeutung. RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026 (06.01.2026, 17:27)TranceNation 2k14 schrieb:(06.01.2026, 16:44)Reichtathletik schrieb: Und dir kommt nicht in den Sinn, dass dies dort sein kann, wo sie auch außerhalb des Bankkontos und der Ausstattung des Kraftraums noch Sinn, Heimat und Bedeutung finden? vielleicht nicht oder sondern und Fachliche Exzellenz kann auch in einem familiären Umfeld mit Sinnstiftung stattfinden. Auch hier ist Tübingen ja wohl ein herausragendes Beispiel. Das Wort "Heimat" finde ich übrigens schlimm in dem Kontext. Das riecht so nach AfD. Das will ich nicht.
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