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Olympische Spiele in Deutschland? - Druckversion

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RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 01.06.2026

(01.06.2026, 11:39)menarfin schrieb:
(01.06.2026, 11:10)Reichtathletik schrieb:
(01.06.2026, 10:55)menarfin schrieb:
(01.06.2026, 09:25)Reichtathletik schrieb: Ich stimme dir vollkommen zu dieses Mal. Das Problem ist das Henne-Ei-Problem. Hamburg zum Beispiel würden in der Hinsicht regelmäßige Deutsche Meisterschaften, U-Meisterschaften oder mal eine U23-EM oder ähnliches gut tun. Dafür fehlt aber das Stadion. Da ist sicher auch die Stadt mit Schuld, die Olympia will, aber nicht die Etage darunter. 
Gleichzeitig fällt es in der gegenwärtigen Situation mangels Personal mega schwer, etwas aufzubauen. Die letzten Deutschen Meisterschaften (Langstrecke/Langstaffeln) waren ein Kraftakt, der sicher mehr Unterstützung von Außen hätte gebrauchen können (ich glaube noch weniger gab es nun in Celle, wo nichtmals mehr ein Livestream existierte). 
Bei anderen Veranstaltungen ist es noch schwerer.

Warum müssen das gleich Deutsche sein? Es könnte ja auch mal ein kleines Meeting draus werden das wächst und das auf einem ganz einfachen kleinen Sportplatz anfängt. Platzt dieser Sportplatz aus den Nähten kann man an die Stadt herantreten uns sagen: Wir haben hier was, das könnte noch grösser sein, guckt dahin in welche Richtung es gehen kann, wir haben aber kein Gelände dafür. Damit kann man durchaus Druck aufbauen.

Das ist natürlich der lange Weg. Aber ohne Veranstaltungen (Plural) auf der Bahn wird das nichts mit der Akzeptanz von weltweiten Megaevents.

Es müssen nicht direkt Deutsche sein, aber aus den zuvor beschriebenen Problemen (Karlsruhe-Thread) haben nationale Meisterschaften mehrere Vorteile:
- es kommen verbindlich die Besten der Disziplin (oder zumindest viele Gute. Gerade das ist bei einem neuen Meeting ein großes Problem. Du stehst erst einmal in Konkurrenz zum Etablierten und läufst große Gefahr, viel zu investieren und am Ende doch nur absolutes Mittelmaß da zu haben)
- es ist deutlich leichter zu vermarkten (Deutsche Meisterschaft, das versteht jeder "Lange Laufnacht" musst du außerhalb der Bubble erst einmal erklären)
- es gibt logistische Unterstützung (wenngleich sich diese bei Deutschen Meisterschaften leider auch in Grenzen hält)

Hier übrigens noch ein dazu sehr passender Kommentar des NDR:
https://www.ndr.de/sport/kommentar-zum-olympia-referendum,olympia-674.html

Soweit ich das hier richtig verstanden habe ist doch das Problem des Nordens dass es gerade nicht viele Sportfeste gibt. Damit ist doch die Konkurrenzsituation zu den Etablierten nicht da weil es keine Etablierten gibt. Setz eine kleine Cupwertung auf mit ein paar (kleinen) Preisgeldern, dann kommen auch Leute. Spätestens dann wenn es sich mal rumgesprochen hat wie "leicht" man da ein bisschen Geld verdienen kann. Das müssen ja nichtmal riesen Summen sein, die Leichtathleten sind ja jetzt nicht direkt verwöhnt was Preisgelder angeht.

Das wird sich mit Sicherheit rumsprechen und so auch stärkere, vor allem grössere Felder anziehen. Und wenn du Glück hast zieht vielleicht noch der eine oder andere Verein bei der Cupwertung mit und richtet dann auch selbst Sportfeste aus. Das wird dann auch für Sponsoren attraktiver und so weiter. Natürlich ist das der lange Weg, aber auch ein Sportfest wie die Lange Laufnacht ist nicht in ein, zwei Jahren entstanden.

Wenn du nix anderes damit erreichst aber wenigstens wird ein Angebot in der Breite entstehen. Wird das wirklich angenommen kannst du das beliebig wachsen lassen, eine Stadt wie Hamburg mit Umland sollte genug Potential haben um da auch eine wirklich grosse Serie dabei entstehen zu lassen.

Das klingt alles schön und wie gesagt gerne. Fang doch schonmal an!
Realität ist: Wir haben hier gefühlt 2,5 Menschen die alles machen müssen (wovon nach dem Olympia-Nein vermutlich auch nochmal 2,25 abwandern werden). Es ist halt nicht soooo einfach mal eben eine Cup-Wertung und Preisgelder klar zu machen. Sonst wäre es doch bereits passiert.

Die Etablierten in diesem Fall Läufer haben bei den vergangenen 2-3 Versuchen was aufzubuen gesagt: Nein, ich starte nicht bei dem Neuen Meeting, sondern in z.B. Karlsruhe oder Brüssel, weil ich nicht riskieren kann, mich ansonsten mangels Feld ggf nicht für die DM zu qualifizieren. (Hier wäre es übrigens auch mal wieder hilfreich, wenn man einfach nur eine beherrschbare Norm laufen müsste und nicht im Grunde in Karlsruhe DM-Vorläufe stattfinden, wo man Mann-gegen-Mann um die wenigen Plätze im Ranking kämpfen muss).

Mich nervt das ständige mit dem Finger auf den Norden zeigen und sagen "ihr müsstet einfach nur mal XY machen" ungemein. Können ja gerne mal alle die behaupten, der Norden sei nur zu doof nach Feierabend versuchen hier Weltklasse und Spitzenmeetings aufzuziehen während gleichzeitig ständig Stöcke in den Weg gelegt werden. Ich sage nicht, dass nicht vieles besser werden muss und könnte. Aber wenn man schon richtigerweise feststellt, dass hier Potential liegen bleibt, dann sollte man doch besser mal helfen, es zu bergen, anstatt nur zu fordern.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - menarfin - 01.06.2026

(01.06.2026, 12:26)Reichtathletik schrieb: Mich nervt das ständige mit dem Finger auf den Norden zeigen und sagen "ihr müsstet einfach nur mal XY machen" ungemein. Können ja gerne mal alle die behaupten, der Norden sei nur zu doof nach Feierabend versuchen hier Weltklasse und Spitzenmeetings aufzuziehen während gleichzeitig ständig Stöcke in den Weg gelegt werden. Ich sage nicht, dass nicht vieles besser werden muss und könnte. Aber wenn man schon richtigerweise feststellt, dass hier Potential liegen bleibt, dann sollte man doch besser mal helfen, es zu bergen, anstatt nur zu fordern.
Punkt eins habe ich überhaupt nichts von Weltklasse und Spitzenmeetings geredet. Aber vor allem Punkt zwei habe ich nicht gesagt "ihr im Norden seid zu doof dafür". Wenn speziell in Hamburg die Leichtathletik dermassen am Boden liegt dann ist aber vielleicht etwas sehr grundlegendes nötig und das hat nichts, aber auch garnichts mit Weltklasse oder Olympia zu tun. Das lässt aber dann auch auf das Interesse der allgemeinen Bevölkerung an olympischen Sportarten schliessen. Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Es ging um Olympia und wenn in dem Fall die Leichtathletik so weit nach unten gerutscht ist braucht man sich halt über eine Olympiaabstimmung wie am Sonntag auch nicht zu wundern. Bei den Schwimmern scheint es ja auch nicht wesentlich anders auszusehen wie in anderen Beiträgen zu lesen ist.

In dem Fall ist Hamburg vielleicht einfach die falsche Stadt für Olympia, so schön Hamburg als Stadt auch ist.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 01.06.2026

(01.06.2026, 12:45)menarfin schrieb:
(01.06.2026, 12:26)Reichtathletik schrieb: Mich nervt das ständige mit dem Finger auf den Norden zeigen und sagen "ihr müsstet einfach nur mal XY machen" ungemein. Können ja gerne mal alle die behaupten, der Norden sei nur zu doof nach Feierabend versuchen hier Weltklasse und Spitzenmeetings aufzuziehen während gleichzeitig ständig Stöcke in den Weg gelegt werden. Ich sage nicht, dass nicht vieles besser werden muss und könnte. Aber wenn man schon richtigerweise feststellt, dass hier Potential liegen bleibt, dann sollte man doch besser mal helfen, es zu bergen, anstatt nur zu fordern.
Punkt eins habe ich überhaupt nichts von Weltklasse und Spitzenmeetings geredet. Aber vor allem Punkt zwei habe ich nicht gesagt "ihr im Norden seid zu doof dafür". Wenn speziell in Hamburg die Leichtathletik dermassen am Boden liegt dann ist aber vielleicht etwas sehr grundlegendes nötig und das hat nichts, aber auch garnichts mit Weltklasse oder Olympia zu tun. Das lässt aber dann auch auf das Interesse der allgemeinen Bevölkerung an olympischen Sportarten schliessen. Womit wir beim eigentlichen Thema wären. Es ging um Olympia und wenn in dem Fall die Leichtathletik so weit nach unten gerutscht ist braucht man sich halt über eine Olympiaabstimmung wie am Sonntag auch nicht zu wundern. Bei den Schwimmern scheint es ja auch nicht wesentlich anders auszusehen wie in anderen Beiträgen zu lesen ist.

In dem Fall ist Hamburg vielleicht einfach die falsche Stadt für Olympia, so schön Hamburg als Stadt auch ist.

Dermaßen am Boden ist glaube ich auch übertrieben. Sportlich wurde in Hamburg – wobemerk fast ausschließlich aus dem Ehrenamt heraus – in den vergangenen Jahren eine Menge geleistet. Vier Olympia-Teilnehmende, zahlreiche Spitzenplatzierungen bei U-WMs...
Und ich beziehe mich auch nicht ausschließlich auf dich. Es ist eine widerkehrende Erfahrung die man als im Norden Engagierter macht: Man kämpft gegen Windmühlen, sieht wie an anderen Stellen z.B. Trainerstellen finanziert werden und bekommt von den gleichen leuten, die diese finanzieren die Kritik, dass man selbst nicht mehr mache. Das gleiche eben bei Wettkämpfen und und und.
Das was geleistet wird, wird kaum gesehen, das was nicht kommt, kritisiert.

Olympia und das sind sicherlich zweierlei Dinge. Aber: In Hamburg war die Hoffnung groß, dass Olympia das Henne-Ei-Problem löst, weil Bund, DOSB, Stadt und DLV bei einem Erfolg nicht drum herum gekommen wären, den Standort zu fördern. Diese "Abkürzung" steht nun nicht zur Verfügung.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - eierluke2 - 01.06.2026

Mit dem Finger auf den Norden zeigen ist schon OK.
Ich bin Hamburger und schäme mich für die offenbarte Kurzsichtigkeit.

Manch Argument der nolymias hielt keiner genaueren Überprüfung statt. Aber nachplappern was einem in den Kram passt ist natürlich auch einfacher.

Auf Dauer wird in HH mit dem Hafen der einst größte Arbeitgeber der Stadt ganz "wegziehen". Dass Olympia eine einzigartige Chance darstellt um Gunst und Aufmerksamkeit von Touristen zu bekommen realisieren offenbar (zu) wenige.

Wir entwickeln uns zum 2ten Berlin, kriegen nichts gebacken aber große Klappe und Republik auf Tasche liegen.
Touristen wären ja sowieso alle eher lästig, aber dass ein funktionierender Sozialstaat sich auf Dauer nicht nur über Schulden finanzieren lässt ist in vielen Köpfen offenbar nicht angekommen.

Glückwunsch, dann gehen die Touristen eben weiterhin den Menschen in Paris, London, Rom, Barcelona, Amsterdam mit ihrer Anwesenheit und ihrem Geld auf den Geist


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - mariusfast - 01.06.2026

(01.06.2026, 15:10)eierluke2 schrieb: Wir entwickeln uns zum 2ten Berlin, kriegen nichts gebacken aber große Klappe und Republik auf Tasche liegen.
Touristen wären ja sowieso alle eher lästig, aber dass ein funktionierender Sozialstaat sich auf Dauer nicht nur über Schulden finanzieren lässt ist in vielen Köpfen offenbar nicht angekommen.
Das war ja das Argument der Nolympia Anhänger. Sie wollten eben keine Staatsschulden machen, sahen Ausgaben nicht als Investition, sondern als reine Kosten, weshalb man dann auf der anderen Seite weniger ausgeben könne.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Delta - 01.06.2026

Ich war öfters in Hamburg und diese Stadt hat ein Problem. Der riesige Hafen in der Innenstadt. Der Hamburger geht schon mal zum Sport zum HSV, St. Pauli aber dann hat es sich.

Wer In ist geht nach Övelgönne an den Strand, absolut super, wenn auch zwischendurch etwas überlaufen.

Der seniore Hamburger geht ins Theater ins Konzert Elbphilharmonie. Ein 600 Mio. Bauwerk wo Hamburg gerade noch die Kurve kriegte. Die Zuschauer und Besucherzahlen beeindrucken.

Wer ganz wenig Geld hat bleibt am Landungssteg kleben. Da ist immer was los, egal ob auf der Elbe, DealerAuf der Brücke, da braucht niemand Olympia. Ich war dort in Villen mit Treppen doppelt so breit wie in jedem Schweizer Haus.dafür durfte ich 5 Stockwerke hoch laufen täglich. Wo ist der Lift? Nö wir gehen hoch zu Fuss. Lage Eppendorf/Eppendorfer Baum.


Dass eine Hamburger  TVSerie seit 20+ Jahren läuft versteht keiner

Das,erste Mal was ich dort war Jugendherberge am Stintfang auf Durchreise nach Stockholm.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Roy Schmidt - 01.06.2026

Als großer Befürworter der olympischen Spiele in Deutschland bin ich froh, dass sich ein unpassender Standort selbst disqualifiziert hat und man sich besser auf geeignetere Standorte (NRW, München) konzentrieren kann.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - eierluke2 - 01.06.2026

(01.06.2026, 15:18)mariusfast schrieb:
(01.06.2026, 15:10)eierluke2 schrieb: Wir entwickeln uns zum 2ten Berlin, kriegen nichts gebacken aber große Klappe und Republik auf Tasche liegen.
Touristen wären ja sowieso alle eher lästig, aber dass ein funktionierender Sozialstaat sich auf Dauer nicht nur über Schulden finanzieren lässt ist in vielen Köpfen offenbar nicht angekommen.
Das war ja das Argument der Nolympia Anhänger. Sie wollten eben keine Staatsschulden machen, sahen Ausgaben nicht als Investition, sondern als reine Kosten, weshalb man dann auf der anderen Seite weniger ausgeben könne.

Ja das mit den Kosten war das Argument - hat kritischen Auseinandersetzungen dann aber nicht standgehalten.
Ist aber wie im Trumpschen Amerika wenn etwas oft genug auf sehr einfacher Weise wiederholt gasagt wird, halten es sehr viele irgendwann für wahr (es gibt leider gut recherchierte Studien, wie das funktioniert).

Ich finde es ja grundsätzlich sympathisch, Wohnen, Wohlstand und was noch für alle - aber wo soll es denn herkommen?
Ist sehr lieb den Kuchen in ganz viele gleiche Stücke aufzuteilen - aber wer bäckt ihn und wovon?


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - eierluke2 - 01.06.2026

(01.06.2026, 15:39)Roy Schmidt schrieb: Als großer Befürworter der olympischen Spiele in Deutschland bin ich froh, dass sich ein unpassender Standort selbst disqualifiziert hat und man sich besser auf geeignetere Standorte (NRW, München) konzentrieren kann.

Da bin ich bei leider Dir.
Berlin ist ebenso ünwürdig wie Hamburg.
Mit NRW und München habe ich kein Mentalitätsproblem.
Die Spiele voon 1972 in München begannen so ausgelassen und fröhlich und dann kam der Terror.
Daher wünsche ich München eher eine 2te Chance.


RE: Olympische Spiele in Deutschland? - TranceNation 2k14 - 01.06.2026

(01.06.2026, 15:39)eierluke2 schrieb: Ist aber wie im Trumpschen Amerika wenn etwas oft genug auf sehr einfacher Weise wiederholt gasagt wird, halten es sehr viele irgendwann für wahr (es gibt leider gut recherchierte Studien, wie das funktioniert).

Dazu musst du nicht mal die Landesgrenze verlassen, geschweige denn über den Teich