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RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - dominikk85 - 27.08.2023 Frankreich wundert mich auch sehr. Da ist die leichtathletik ja absolut tot, es gibt so gut wie keine guten jungen Athleten sowohl bei den männern als auch den Frauen (bis auf zhoya und collet). hat man da keine offensive für Olympia gemacht? Normalerweise macht man doch vor heim Olympia eine fette Jugendsport offensive und investiert ein paar Milliarden in die jugendsportförderung. Gab es so was in Frankreich gar nicht? Statt dessen müssen alte Athleten wie RL und KM versuchen ihre kaputten Körper noch mal zu Olympia zu schleifen, weil absolut nichts nachkommt. Absolute Katastrophe in Frankreich RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - Reichtathletik - 27.08.2023 Was bringt dem DLV das schönreden? Hat man Angst, dass man mit mehr Selbstkritik nicht mehr soviel Potas-Potential hat und Fördermittel verliert? Oder dass man als Sportart unattraktiver für Nachwuchs und Sponsoren wirkt? Ich wünsche mir eine Art Strack-Zimmermann beim DLV. Jemand der wie sie im Fall Verteidigung (unabhängig davon ob man das jetzt richtig oder falsch findet, darum geht es hier nicht) in jedes erdenkliche Mikro sagt: Wir brauchen mehr Förderung, mehr Anerkennung für unser Sportler und Trainer, mehr Benifit für Ehrenamtliche, mehr Sportplätze... RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - Gertrud - 27.08.2023 (27.08.2023, 08:48)Oliver schrieb: In Eugene war die Ausrede, dass sich die Athleten auf München konzentriert haben. Diese Ausrede fällt jetzt weg. Diesmal sagen sie bestimmt, dass sie viele Verletzte hatten. Im Gegensatz zu Eugene haben hier, ausgenommen die Sprinter, sehr viele Athleten und Athletinnen ihr Leistungsniveau abgerufen. Dies ist aber leider im Vergleich zur Weltspitze zu niedrig. In den klassischen Wurfdisziplinen ist die Konkurrenz in der Breite wesentlich größer geworden. Hier haben Nationen Medaillen geholt, wo wir in der Vergangenheit ausgegangen sind, dass dort keine Wurfdisziplinen betrieben werden. Man muss bei Leo festhalten, dass er eine sehr gute Leistung gebracht und sich nach den beiden "Tiefschlägen" wieder recht gut gefangen hat. Die Coaches haben in einem Jahr ganz schön bei ihm aufgepackt. Es geht nicht alles auf einmal. So wurden sie auch von einigen Dingen überrascht, wo sie den Hebel sicherlich ansetzen werden. Ich bin jetzt sogar sehr positiv für 60m+ im Speerwurf gestimmt. Da haben sie wirklich gut gearbeitet. Manche Trainer verstehen nur das Kugelstoßen zu pushen und die Speerwurfweite geht in den Keller. Bei Leo ist die Entwicklung sehr erfreulich. Er muss sich technisch in einigen Disziplinen verbessern, schon wegen der Verletzungsprophylaxe. Er hat die Szene wirklich belebt. ![]() Unsere Teilnehmer haben insgesamt ihre Leistungen abrufen können: allerdings reicht das oft nicht zum absoluten Weltklasseniveau. Man muss im Hinblick auf die OS in Paris die Methodik fast auf der ganzen Linie neu justieren, vor allem aber den Verletzten individuell die notwendigen Hilfen zur Verfügung stellen. Ich habe bei meinen Kenntnissen allerdings das Gefühl, dass das nicht auf der ganzen Linie möglich gemacht werden kann, weil man die präzisen Mechanismen nicht kennt. Es fehlt einfach sehr oft das Auge fürs Detail - leider! Im Grunde lassen wir in Deutschland unheimliches Potential liegen, das ungenutzt bleibt. Wenn ich höre, dass es im DLV über 100 Angestellte gibt, erschließt sich mir hier keine Logik. Im Grunde muss man alles aktivieren, was für die Leistungen in gesunder Weise von Vorteil sein kann: Wissenschaftler, Hauptamtliche im DLV, nebenberufliche Leute, Pensionäre, universitäre Einrichtungen... Man sollte auch Anregungen geben, dass wieder Vereinsleben entsteht, wie wir es z.B. früher in Leverkusen hatten. Ich denke so gerne an unsere schöne Zeit mit Holdorf, Schiprowski, Reinhardt, Bendlin, Keydel, Büchner... zurück, obwohl wir alles Individualisten waren. Die TUS-Seite denkt sicherlich ähnlich. Die Ehemaligen gehören dazu. Einem Gerd Osenberg hätte ich zum 80. Geburtstag einen goldenen Schlüssel für die Anlage gegeben. ![]() Gertrud RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - Jonny - 27.08.2023 Im kommenden Jahr gibt es aber wieder die Problematik mit EM und Olympia. Und wer bei der EM eine aussichtsreiche Medaillenchance hat wird sich wieder entsprechend auf die EM Vorbereiten, mit dem Hintergrundwissen bei Olympia keine Medaillenchance zu haben. Nur mit der Gefahr dann, bei Olympia gar nicht mehr in Form zu sein. Das wird man in Kauf nehmen müssen. Meiner Meinung nach darf man diesen Athleten dann aber auch keinen Vorwurf machen, wenn sie Richtung EM peaken. Es ist ihre einzige Chance auf eine Medaille. Und da gibt es viele deutsche Athleten bei denen dies nur auf europäischer Ebene möglich ist. RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - runner5000 - 27.08.2023 Das würde ich nicht vermuten. Olympia ist so groß und wichtig. Jeder spricht nur von Olympia. Die EM ist Beiwerk. Zudem liegen die beiden Veranstaltungen auch so weit auseinander, dass bei den meisten zwei Peaks ohne Probleme möglich sein sollten. RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - Befürworter - 27.08.2023 Vor der Abschlussbilanz sollte man tatsächlich mal bewerten, was die Ausgefallenen realitischerweise hätten erreichen können. Ich schreibe schon mal die geschätzte Punktzahl nach meiner Wertung dazu (Gold 12, Silber 10, Bronze 8 usw., 2 Punkte für 9 bis 15, 1 Punkt für 15 bis 25), in Vorbereitung der Gesamtbilanz: - Malaika Mihambo (Weitsprung): Die 6,88 m für Bronze oder die 6,91 m für Silber wären ihr nach der guten Weite bei der Deutschen Meisterschaft auf jeden Fall zuzutrauen gewesen. Sie ist aktuell unersetzbar für die deutsche Leichtathletik. --> Medaille, Top-8-Platzierung und 10 Punkte - Robert Farken (1500 m): Mit 3:35 min wäre er wohl locker ins Finale gelaufen, dort hätte es für Platz 8 aber schon gigantische 3:30 gebraucht. --> 2 Punkte - Sam Parsons (5000 m): Nicht verletzt, sondern im Vorlauf gestürzt. Eine Prognose ist bei dem Sprint im Vorlauf ganz schwierig, aber da er im schnelleren Vorlauf war, wäre er mindestens unter die besten 25 gekommen. --> 1 Punkt - Nils Voigt (10000 m): Unter Schmerzen angetreten und 21. geworden. Die 28:25 für mindestens Platz 15 wäre ihm zuzutrauen gewesen. --> 1 Punkt mehr - Tom Gröschel (Marathon): Ein Platz unter den ersten 25 wäre wohl unerreichbar gewesen. - Constantin Preis (400 m Hürden): War wohl auch angeschlagen, wäre im Normalfall ins Halbfinale gekommen. Dort hätte er aber dann Agyekum aus den Top 15 verdrängt. --> Zusammen 1 Punkt mehr - Bo Kanda Lita Baehre ( Stabhochsprung): Die für den Einzug ins Finale nötigen 5,75 m hat er diese Saison nur einmal überboten. Im Finale hätte man mit der Höhe maximal Platz 6 erreichen können, für Platz 5 wären schon 5,90 m erforderlich gewesen. Schätzen wir mal vorsichtig einen Platz zwischen 9 und 15. --> 2 Punkte - Niklas Kaul (Zehnkampf): Er hätte nur minimal über sein Ergebnis von Ratingen kommen müssen, um Platz 6 zu belegen, und lag meines Erachtens auch auf Kurs dahin. --> Top-8-Platzierung und 5 Punkte - 4 x 100 m Männer: Stab fallengelassen. Hätten für die Finalqualifikation eine Zeit von 38,19 s s gebraucht. Sie lagen beim verpatzten Wechsel deutlich vor Frankreich, die unter 38 s gelaufen sind, so dass der Finaleinzug möglich gewesen wäre. Gehen wir mal von Platz 7 aus, weil im Finale nur sechs Staffeln gewertet wurden. --> Top-8-Platzierung und 4 Punkte - Lisa Mayer (100 m): Wenn sie überhaupt gestartet wäre, hätte sie es schwer gehabt, die 11,26 s für die Top 25 zu erreichen. - Alexandra Burghardt (200 m): Die 23,02 s für den Halbfinaleinzug und damit Platz 25 hat sie diese Saison nie unterboten. - Katharina Trost (1500 m): Schon für Platz 25 wäre eine 4:04 nötig gewesen, die sie nur einmal in dieser Saison unterboten hat, allerdings kurz vor der WM und relativ deutlich. Deshalb traue ich ihr einen Platz unter den besten 25 zu. --> 1 Punkt - Hanna Klein (1500 m): Ihre beste Zeit waren diese Saison 4:05,41, so dass Top 25 schon eine große Herausforderung gewesen wäre. - Konstanze Klosterhalfen (5000 m): Wie soll man sie einschätzen? Die 15:14 für Platz 25 hat sie bei ihrem einzigen 5000-Meter-Start jedenfalls unterboten. Für Platz 15 wäre auch nicht mehr nötig gewesen. Und natürlich kann sie viel mehr. --> 2 Punkte - Alina Reh (10000 m): Hat den Start wegen des unglücklichen Qualifikationssystems mit den Cross-Läuferinnen verschenkt, war aber auch in ihren Rennen nicht wirklich topfit. Die 32:15 für Platz 15 sollte sie drin haben. --> 2 Punkte - Lea Meyer (3000 m Hindernis): Ich gehe davon aus, dass sie über den Start bei den 5000 m verzichtet hätte. Und das Finale über 3000 m Hindernis haben wir noch nicht gesehen. Aber wenn Olivia Gürth ins Finale kommt, hätte sie das auch geschafft. --> 2 Punkte - Gesa Krause (3000 m Hindernis): Wegen eines freudigen Ereignisses nicht dabei, aber auch sie eine sichere Finalkandidatin. --> 2 Punkte - Jacqueline Otchere (Stabhochsprung): Keine Ahnung, was sie diese Saison eingebremst hat, aber die 4,35 m für eine Platzierung unter den besten 25 hat sie allemal drauf. --> 1 Punkt - Neele Eckhardt-Noack (Dreisprung): 14,06 m reichen für Platz 15, für Platz 8 hätten es schon 14,36 m sein müssen. Das wäre nicht unmöglich gewesen, aber mehr als Platz 7 sind ausgeschlossen. --> 2 Punkte - Christin Hussong (Speerwurf): Kommt aus einer schweren Verletzung recht langsam zurück, aber die 58,95 m für Platz 15 hat sie diese Saison mehrfach überboten. --> 2 Punkte - Carolin Schäfer (Siebenkampf): Wäre mit ihrem Ergebnis aus Rartingen Achte geworden, hätte da aber nach den absolvierten drei Disziplinen zu kämpfen gehabt, um das zu wiederholen. --> 2 Punkte - 4 x 100 m Frauen: Mit den 42,44 s aus Eugene und den 42,34 s aus München wäre jeweils Platz 4 erreicht worden. --> 2 Punkte mehr Leute wie Vetter oder Röhler, die von Langzeitverletzungen beeinträchtigt werden, lasse ich außen vor. Das gilt auch für Andreas Hofmann, der wohl mit der Qualifikation zu kämpfen gehabt hätte. Wen habe ich vergessen? RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - runner5000 - 27.08.2023 (27.08.2023, 10:47)Befürworter schrieb: - Robert Farken (1500 m): Mit 3:35 min wäre er wohl locker ins Finale gelaufen, dort hätte es für Platz 8 aber schon gigantische 3:30 gebraucht. --> 2 PunkteDie Einschätzung teile ich nicht. Halbfinale ja, aber Finale sicherlich nicht. Da sind Leute mit 3:32 min im HF ausgeschieden. Katir, Mechaal, Cheruiyot, Giles sind allesamt im HF ausgeschieden. Da wäre er keineswegs locker ins Finale gelaufen. RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - alex72 - 27.08.2023 Bei Hussong ist mir nicht klar ob das eine Verletzungsfolge bei ihr ist oder einfach Formschwäche. Klosterhalfen war zu Saisonbeginn nicht verletzt sondern völlig außer Form. In der Form nicht mal Top 15. Preis war eigentlich fast genauso stark wie Abuaku . Top 8 möglich. RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - Jonny - 27.08.2023 (27.08.2023, 10:47)Befürworter schrieb: - 4 x 100 m Männer: Stab fallengelassen. Hätten für die Finalqualifikation eine Zeit von 38,19 s s gebraucht. Sie lagen beim verpatzten Wechsel deutlich vor Frankreich, die unter 38 s gelaufen sind, so dass der Finaleinzug möglich gewesen wäre. Gehen wir mal von Platz 7 aus, weil im Finale nur sechs Staffeln gewertet wurden. --> Top-8-Platzierung und 4 PunkteWo lag man deutlich vor Frankreich? Man war beim zweiten Wechsel deutlich hinter Frankreich ![]() RE: DLV-Chancen und -Bilanz (WM 2023 in Budapest) - said88 - 27.08.2023 Das Welt-Niveau ist so hoch, immer mehr Nationen usw... Hier mal die deutschen Jahresbestweiten im Kugelstossen der Frauen seit 1967 (GDR / FRG): 1967 17,69 / 16,76 1968 19,61 / 17,34 1969 20,10 / 1970 1971 19,38 1972 20,22 1973 1974 20,61 1975 21,60 / 18,89 1976 21,67 / 20,94 1977 21,79 / 21,43 1978 22,06 / 20,10 1979 22,04 / 19,55 1980 22,45 / 19,75 1981 21,61 1982 21,80 / 1983 22,40 / 19,72 1984 21,85 / 20,48 1985 20,79 / 1986 21,45 / 20,92 1987 21,21 / 22,19 1988 21,57 / 20,57 1989 20,78 / 20,38 1990 20,77 / 20,34 1991 19,74 1992 19,78 1993 19,92 1994 20,06 1995 21,22 1996 20,97 1997 21,22 1998 19,22 1999 19,85 2000 20,23 2001 19,87 2002 19,86 2003 19,91 2004 19,60 2005 20,06 2006 19,64 2007 20,04 2008 19,89 2009 20,20 2010 19,46 2011 19,26 2012 19,67 2013 20,41 2014 20,22 2015 20,77 2016 20,17 2017 18,46 2018 19,78 2019 19,37 2020 18,14 2021 18,88 2022 18,88 2023 19,44 Unregelmäßiger aber kontinuierlicher Abwärtstrend. Ähnlich dürfte es in den meisten Disziplinen aussehen. Deutschland schneidet immer schlechter ab nicht weil die anderen immer besser werden (für manche Disziplinen trifft das sicherlich zu, für viele andere aber nicht) sondern weil man selbst immer schlechter wird. Ähnlich sieht es ja auch in vielen anderen Bereichen aus (die Schülerleistungen in Mathematik sinken seit Jahrzehnten - Reaktion: die Aufgaben werden immer einfacher). |