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Olympische Spiele in Deutschland? - Druckversion +- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com) +-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1) +--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2) +--- Thema: Olympische Spiele in Deutschland? (/showthread.php?tid=6375) |
RE: Olympische Spiele in Deutschland? - menarfin - 01.06.2026 (01.06.2026, 06:58)Reichtathletik schrieb: Wohl aber sollten wir Leichathleten uns etwas vor Augen führen: In HH ist ein Argument gegen die Spiele das Stadion gewesen. In NRW hat mir Abstand das schlechteste Ergebnis Köln eingefahren - wo das Stadion stehen soll. Die Leichtathletik ist kein Zugpferd für eine Bewerbung, sondern eine Belastung! Daran müssen wir arbeiten!Womit wir wieder bei den Grossveranstaltungen wären. Falls die Leichtathletik nicht als Leichtathletik generell abgelehnt wird (was ich mal nicht hoffe, daran könnten wir aber kaum etwas ändern) wird sie abgelehnt weil sie ungünstig wahrgenommen wird. Das ändert man aber nur indem man IN DER REGION Veranstaltungen stattfinden lässt. Auf der Bahn, nicht auf der Strasse. Im Idealfall volles Spektrum, aber wenn das einfacher fällt auch Laufveranstaltungen. Die Leute müssen selbst erleben dass Leichtathletik auch für Zuschauer Interessant ist. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Delta - 01.06.2026 Das ein Grosstadion mit Geld verbunden ist, ist klar. Deshalb braucht das Stadion z.b Läden und allenfalls Hotelkapazität. Ein grosser Park, Stadion, Schwimmhalle und Basketballplätze wie z.b im Luschniki in Moskau. Ein 60000 er sollte reichen. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 01.06.2026 (01.06.2026, 08:23)menarfin schrieb:(01.06.2026, 06:58)Reichtathletik schrieb: Wohl aber sollten wir Leichathleten uns etwas vor Augen führen: In HH ist ein Argument gegen die Spiele das Stadion gewesen. In NRW hat mir Abstand das schlechteste Ergebnis Köln eingefahren - wo das Stadion stehen soll. Die Leichtathletik ist kein Zugpferd für eine Bewerbung, sondern eine Belastung! Daran müssen wir arbeiten!Womit wir wieder bei den Grossveranstaltungen wären. Falls die Leichtathletik nicht als Leichtathletik generell abgelehnt wird (was ich mal nicht hoffe, daran könnten wir aber kaum etwas ändern) wird sie abgelehnt weil sie ungünstig wahrgenommen wird. Das ändert man aber nur indem man IN DER REGION Veranstaltungen stattfinden lässt. Auf der Bahn, nicht auf der Strasse. Im Idealfall volles Spektrum, aber wenn das einfacher fällt auch Laufveranstaltungen. Die Leute müssen selbst erleben dass Leichtathletik auch für Zuschauer Interessant ist. Ich stimme dir vollkommen zu dieses Mal. Das Problem ist das Henne-Ei-Problem. Hamburg zum Beispiel würden in der Hinsicht regelmäßige Deutsche Meisterschaften, U-Meisterschaften oder mal eine U23-EM oder ähnliches gut tun. Dafür fehlt aber das Stadion. Da ist sicher auch die Stadt mit Schuld, die Olympia will, aber nicht die Etage darunter. Gleichzeitig fällt es in der gegenwärtigen Situation mangels Personal mega schwer, etwas aufzubauen. Die letzten Deutschen Meisterschaften (Langstrecke/Langstaffeln) waren ein Kraftakt, der sicher mehr Unterstützung von Außen hätte gebrauchen können (ich glaube noch weniger gab es nun in Celle, wo nichtmals mehr ein Livestream existierte). Bei anderen Veranstaltungen ist es noch schwerer. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - diskobolos - 01.06.2026 Ein Problem ist die Gigantomanie des IOC und der Sportverbände: Nach Möglichkeit immer mehr Sportarten, immer mehr Medaillen, immer mehr Sportstätten, die hinterher keiner braucht (trifft irgendwie auch auf die LA zu). Das wird nur noch von der FIFA übertroffen, von der man sich ur noch geekelt abwenden kann . . . RE: Olympische Spiele in Deutschland? - longbottom - 01.06.2026 Die Ironie ist ja, dass das mit den Sportstätten für Deutschland kaum gilt. Jede der deutschen Bewerbungen bindet zum absoluten Großteil Sportstätten ein, die sowieso regelmäßig benutzt werden. Berlin würde dafür sogar Reiten nach Aachen auslagern. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Oliver - 01.06.2026 (01.06.2026, 10:08)diskobolos schrieb: Das wird nur noch von der FIFA übertroffen, von der man sich ur noch geekelt abwenden kann . . .Alle Stadien der WM 2006 werden alle noch regelmässig genutzt. Für Kaiserslautern war vielleicht der Stadiumumbau ein Nummer zu groß. Es hat aber auch anderseits niemand gezwungen Kaiserslautern an der WM teilzunehmen. Andere Städte wie z.B. Düsseldorf wären hier gerne eingesprungen. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 01.06.2026 (01.06.2026, 10:08)diskobolos schrieb: Ein Problem ist die Gigantomanie des IOC und der Sportverbände: Nach Möglichkeit immer mehr Sportarten, immer mehr Medaillen, immer mehr Sportstätten, die hinterher keiner braucht (trifft irgendwie auch auf die LA zu). Das Problem ist vielmehr, dass dieses Vorurteilo vorherrscht. Es ist aber in den aktuellen Host-City-verträgen ganz und gar nicht so gegeben. Man will gerade die Zahl der Sportarten und Entscheidungen drastisch reduzieren, man will eigentlich gar keine Neubauten mehr. Aber das Image des IOC ist halt immer im gleichen Atemzug wie Fifa... Das nimmt ganz üble Früchte an. Als ehrenamtlicher Funktionär in einem Sportverband wirst du in Olympia-Diskussionen als "reicher Funktionär, der nur auf Sektempfänge mit Stars aus ist" beschmipft, während wir gleichzeitig in den Vereinen und Verbänden kaum noch jemanden finden, der auch nur die Kasse prüfen will. Da fragt man sich warum... (01.06.2026, 10:19)longbottom schrieb: Die Ironie ist ja, dass das mit den Sportstätten für Deutschland kaum gilt. Jede der deutschen Bewerbungen bindet zum absoluten Großteil Sportstätten ein, die sowieso regelmäßig benutzt werden. Berlin würde dafür sogar Reiten nach Aachen auslagern. Ich finde das sogar ärgerlich. Für 2024 hätte Hamburg noch ein neues LA-Stadion und einen Olympiapark gebaut. Rund zehn Jahre weiter haben wir in Deutschland nur Konzepte, die versprechen: nach den Spielen gibt es kein neues LA-Stadion und keine neue Wettkampf-Schwimmhalle. Sport soll bloss nicht mehr nach den Spielen existieren. Das ist für mich das Gegenteil von Nachhaltig. Jede Wette, es wird über kurz oder lang Konzepte geben, die Leichtathletik komplett ohne Stadion machen wollen! Übrigens: Kann es eigentlich sein, dass der DLV als einer der wenigen Verbände seine Mitglieder nicht aktiv aufgefordert hat, für Spiele in D zu stimmen?! Warum mischt man sich nicht ein? Hat man Sorge, dass es eher kontraproduktiv ist? Ich hätte mir schon gewünscht, dass man sich in HH und Köln auch mal klar positioniert mit Blick auf einen Erhalt des Olympiastadions mit nachnutzungs-Konzepten (Diamond League? WMs oder EMs, etc??) RE: Olympische Spiele in Deutschland? - menarfin - 01.06.2026 (01.06.2026, 09:25)Reichtathletik schrieb: Ich stimme dir vollkommen zu dieses Mal. Das Problem ist das Henne-Ei-Problem. Hamburg zum Beispiel würden in der Hinsicht regelmäßige Deutsche Meisterschaften, U-Meisterschaften oder mal eine U23-EM oder ähnliches gut tun. Dafür fehlt aber das Stadion. Da ist sicher auch die Stadt mit Schuld, die Olympia will, aber nicht die Etage darunter. Warum müssen das gleich Deutsche sein? Es könnte ja auch mal ein kleines Meeting draus werden das wächst und das auf einem ganz einfachen kleinen Sportplatz anfängt. Platzt dieser Sportplatz aus den Nähten kann man an die Stadt herantreten uns sagen: Wir haben hier was, das könnte noch grösser sein, guckt dahin in welche Richtung es gehen kann, wir haben aber kein Gelände dafür. Damit kann man durchaus Druck aufbauen. Das ist natürlich der lange Weg. Aber ohne Veranstaltungen (Plural) auf der Bahn wird das nichts mit der Akzeptanz von weltweiten Megaevents. RE: Olympische Spiele in Deutschland? - Reichtathletik - 01.06.2026 (01.06.2026, 10:55)menarfin schrieb:(01.06.2026, 09:25)Reichtathletik schrieb: Ich stimme dir vollkommen zu dieses Mal. Das Problem ist das Henne-Ei-Problem. Hamburg zum Beispiel würden in der Hinsicht regelmäßige Deutsche Meisterschaften, U-Meisterschaften oder mal eine U23-EM oder ähnliches gut tun. Dafür fehlt aber das Stadion. Da ist sicher auch die Stadt mit Schuld, die Olympia will, aber nicht die Etage darunter. Es müssen nicht direkt Deutsche sein, aber aus den zuvor beschriebenen Problemen (Karlsruhe-Thread) haben nationale Meisterschaften mehrere Vorteile: - es kommen verbindlich die Besten der Disziplin (oder zumindest viele Gute. Gerade das ist bei einem neuen Meeting ein großes Problem. Du stehst erst einmal in Konkurrenz zum Etablierten und läufst große Gefahr, viel zu investieren und am Ende doch nur absolutes Mittelmaß da zu haben) - es ist deutlich leichter zu vermarkten (Deutsche Meisterschaft, das versteht jeder "Lange Laufnacht" musst du außerhalb der Bubble erst einmal erklären) - es gibt logistische Unterstützung (wenngleich sich diese bei Deutschen Meisterschaften leider auch in Grenzen hält) Hier übrigens noch ein dazu sehr passender Kommentar des NDR: https://www.ndr.de/sport/kommentar-zum-olympia-referendum,olympia-674.html RE: Olympische Spiele in Deutschland? - menarfin - 01.06.2026 (01.06.2026, 11:10)Reichtathletik schrieb:(01.06.2026, 10:55)menarfin schrieb:(01.06.2026, 09:25)Reichtathletik schrieb: Ich stimme dir vollkommen zu dieses Mal. Das Problem ist das Henne-Ei-Problem. Hamburg zum Beispiel würden in der Hinsicht regelmäßige Deutsche Meisterschaften, U-Meisterschaften oder mal eine U23-EM oder ähnliches gut tun. Dafür fehlt aber das Stadion. Da ist sicher auch die Stadt mit Schuld, die Olympia will, aber nicht die Etage darunter. Soweit ich das hier richtig verstanden habe ist doch das Problem des Nordens dass es gerade nicht viele Sportfeste gibt. Damit ist doch die Konkurrenzsituation zu den Etablierten nicht da weil es keine Etablierten gibt. Setz eine kleine Cupwertung auf mit ein paar (kleinen) Preisgeldern, dann kommen auch Leute. Spätestens dann wenn es sich mal rumgesprochen hat wie "leicht" man da ein bisschen Geld verdienen kann. Das müssen ja nichtmal riesen Summen sein, die Leichtathleten sind ja jetzt nicht direkt verwöhnt was Preisgelder angeht. Das wird sich mit Sicherheit rumsprechen und so auch stärkere, vor allem grössere Felder anziehen. Und wenn du Glück hast zieht vielleicht noch der eine oder andere Verein bei der Cupwertung mit und richtet dann auch selbst Sportfeste aus. Das wird dann auch für Sponsoren attraktiver und so weiter. Natürlich ist das der lange Weg, aber auch ein Sportfest wie die Lange Laufnacht ist nicht in ein, zwei Jahren entstanden. Wenn du nix anderes damit erreichst aber wenigstens wird ein Angebot in der Breite entstehen. Wird das wirklich angenommen kannst du das beliebig wachsen lassen, eine Stadt wie Hamburg mit Umland sollte genug Potential haben um da auch eine wirklich grosse Serie dabei entstehen zu lassen. |