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Femke Bol: The next chapter 800m - Druckversion

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RE: Femke Bol: The next chapter 800m - RunSim - 07.09.2026

Ist natürlich völlig legitim, wenn sie nicht über ihr Training sprechen möchte. 

Ich persönlich finde es Quatsch, daraus so ein Geheimnis zu machen. Einzelne Einheiten bringen einem rein gar nichts. Die kann man seine SuS gerne auch laufen lassen. Der Kontext / Aufbau des Trainings über das Jahr viel entscheidender. 

Was bringt es mir jetzt z.B. dass ich weiß, dass Femke zurzeit Schwelle bei 4:20 läuft oder dass sie nicht mehr als 60-70km pro Woche läuft? 

Oder die Killereinheiten von Keely? Das waren glaube ich 2x400m mit sehr kurzer Pause. Ich glaube ihr Trainer meinte daraufhin, dass das eh keiner so laufen könnte. Und damit hat er ja auch Recht. 
Für sie sibd die gelaifenen Zeiten sehr gute Rennprognosen. 
Und was bringt es einer möglichen Kontrahentin+Trainer , wenn wir im Nachhinein gesagt bekommen, dass Keely und ihr Trainer wussten, dass sie fit ist? 
Und die Rennprognose funktioniert bei Keely. Ob es bei jemanden anderws funktioniert? Kann sein, oder auch nicht. 


Ich habe auch schon Interviews von hochklassigen Lauftrainern gesehen, die sagten, dass sie die Pläne bewusst veröffentlichen um Dopinggerüchten aktiv entgegen zu treten. 
Finde ich auch ein plausible Argument. 

Aber wie gesagt, ists keine Kritik an der Trainerin von Werro. Sie sind auf jeden Fall ein starkes Duo. 


Achso, wer Mittelstreckentraining hautnah erleben möchte. Justin Rinaldi (Trainer u.a. von Mark English und Peter Bol) veröffentlicht auf Insta jede Einheit. 
Und selbst mir als völlig Unbekannten beantwortet er freundlich eine Frage, die man ihm persönlich schreibt. Das finde ich wirklich supercool.


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Atanvarno - 07.09.2026

(07.09.2026, 09:14)RunSim schrieb: Was bringt es mir jetzt z.B. dass ich weiß, dass Femke zurzeit Schwelle bei 4:20 läuft oder dass sie nicht mehr als 60-70km pro Woche läuft? 

Im Kontext dieses Threads erlaubt es die begründete Spekulation, dass sie sehr viel Luft nach oben in ihrer aeroben Entwicklung hat und daher vermutlich nächstes Jahr deutlich schneller laufen wird.

Renato Canova hat früher auch komplette Jahresprogramme seiner Athleten auf letsrun gepostet und Fragen dazu beantwortet.

Aber (s. oben zu seiner Philosphie) sollte auch klar sein, dass es nichts bringt, diese Programme mit seinen eigenen Athleten 1:1 zu kopieren. Aber wenn man die dahinterstehenden Prinzipien versteht, kann man sie sinnvoll anpassen.


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - RunSim - 07.09.2026

Ich wollte mit der Aussage zu u.a. Femkes Schwellenpace aufzeigen, dass es für uns durchaus interessant ist Einblicke ins Training zu bekommen. 
Aber das Risiko, dass Kontrahenten daraus etwas nutzbaren rausziehen können... dieses Risiko halte ich für gering. 

Ist vielleicht auch ein bisschen psychologische "Kriegsführung": "schaut her, Femke hat noch ordentlich Luft bei der aeroben Entwicklung" :-)


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Läufer 800m - 07.09.2026

(07.09.2026, 09:14)RunSim schrieb: Ist natürlich völlig legitim, wenn sie nicht über ihr Training sprechen möchte. 

Ich persönlich finde es Quatsch, daraus so ein Geheimnis zu machen. Einzelne Einheiten bringen einem rein gar nichts. Die kann man seine SuS gerne auch laufen lassen. Der Kontext / Aufbau des Trainings über das Jahr viel entscheidender. 

Was bringt es mir jetzt z.B. dass ich weiß, dass Femke zurzeit Schwelle bei 4:20 läuft oder dass sie nicht mehr als 60-70km pro Woche läuft? 

Oder die Killereinheiten von Keely? Das waren glaube ich 2x400m mit sehr kurzer Pause. Ich glaube ihr Trainer meinte daraufhin, dass das eh keiner so laufen könnte. Und damit hat er ja auch Recht. 
Für sie sibd die gelaifenen Zeiten sehr gute Rennprognosen. 
Und was bringt es einer möglichen Kontrahentin+Trainer , wenn wir im Nachhinein gesagt bekommen, dass Keely und ihr Trainer wussten, dass sie fit ist? 
Und die Rennprognose funktioniert bei Keely. Ob es bei jemanden anderws funktioniert? Kann sein, oder auch nicht. 


Ich habe auch schon Interviews von hochklassigen Lauftrainern gesehen, die sagten, dass sie die Pläne bewusst veröffentlichen um Dopinggerüchten aktiv entgegen zu treten. 
Finde ich auch ein plausible Argument. 

Aber wie gesagt, ists keine Kritik an der Trainerin von Werro. Sie sind auf jeden Fall ein starkes Duo. 


Achso, wer Mittelstreckentraining hautnah erleben möchte. Justin Rinaldi (Trainer u.a. von Mark English und Peter Bol) veröffentlicht auf Insta jede Einheit. 
Und selbst mir als völlig Unbekannten beantwortet er freundlich eine Frage, die man ihm persönlich schreibt. Das finde ich wirklich supercool.
sehe ich auch so, die 800m können über verschiedenen Ebenen gewonnen werden.  Wir haben es hier mit Athleten zu tun die  bestimmte Leistungsdeterminanten über Jahre hinweg entwickelt haben, da ist nichts mit ein oder zwei Veränderungen im Training getan. Anpassungen erfolgen so wie du sagt im Saisonaufbau wenn sogar nicht über Jahre.  Ich glaube nicht das ein Körper mal so eben völlig in seinen Leistungsparametern umgestellt werden kann, zumindest nicht auf diesem Niveau. Ich vergleiche es mal mit einem Orchester, ein neuer bester erster Geiger macht das Orchester in der Gesamtheit nicht besser, wenn die anderen nicht mit ihm spielen können.


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Gertrud - 07.09.2026

(07.09.2026, 09:38)Atanvarno schrieb: Im Kontext dieses Threads erlaubt es die begründete Spekulation, dass sie sehr viel Luft nach oben in ihrer aeroben Entwicklung hat und daher vermutlich nächstes Jahr deutlich schneller laufen wird.

Genauso sehe ich das auch. Sie wird bei voller Gesundheit Werro mächtig ärgern. Femke ist von der Seite 200m/400m schon sehr überlegen; eine Audrey Werro hat immerhin eine unter 1:54 erzielt. Es kommt sicherlich darauf an, wer am meisten Reserven hat. 

Ich fand sie auch im gemeinsamen Interview sehr unterschiedlich. Femke Bol wirkt so entspannt und unkompliziert. Man hat bei Bol das Gefühl, dass sie sich mit nichts belastet. Audrey Werro wirkt sehr viel ruhiger und achtet sehr aufmerksam darauf, was gesagt wird. Sie verinnerlicht die Aufholjagd von Bol sehr gewissenhaft.

Wenn kaum eine/r etwas von den Veröffentlichungen profitiert, braucht man sich auch nicht zu beschweren, dass die Schweizer und andere Wink wenig veröffentlichen. Ich habe den Eindruck, dass ich bei meinen Recherchen sehr viel über die Jahre von anderen AuA und TuT gelernt habe und finde es immer wieder spannend, wie einige Grenzen so gravierend verschieben. Bei Bol/ Meuwly ist das der Hammer, in einem Jahr so in die absolute Weltspitze mit anscheinend punktgenauen Programmen zu katapultieren.

Gertrud


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Notalp - 07.09.2026

(07.09.2026, 12:38)Gertrud schrieb:
(07.09.2026, 09:38)Atanvarno schrieb: Im Kontext dieses Threads erlaubt es die begründete Spekulation, dass sie sehr viel Luft nach oben in ihrer aeroben Entwicklung hat und daher vermutlich nächstes Jahr deutlich schneller laufen wird.

Genauso sehe ich das auch. Sie wird bei voller Gesundheit Werro mächtig ärgern. Femke ist von der Seite 200m/400m schon sehr überlegen; eine Audrey Werro hat immerhin eine unter 1:54 erzielt. Es kommt sicherlich darauf an, wer am meisten Reserven hat. 

Ich fand sie auch im gemeinsamen Interview sehr unterschiedlich. Femke Bol wirkt so entspannt und unkompliziert. Man hat bei Bol das Gefühl, dass sie sich mit nichts belastet. Audrey Werro wirkt sehr viel ruhiger und achtet sehr aufmerksam darauf, was gesagt wird. Sie verinnerlicht die Aufholjagd von Bol sehr gewissenhaft.

Im Kontext dieses Threads scheint es wirklich so, als würde die voraussehbare Steigerungsrate von Bol das Ende der Überlegenheit von Werro bedeuten. Aber Werro ist erst 22 Jahre alt und es ist möglich, dass sie die Schonzeiten im Hinblick auf ihre schlechtere 400m Bestzeit (im Vergleich zu Bol) "effizienter" verringert.


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - OldSchoolRunner - 07.09.2026

Und m.E. sollte man auch Keely Hodgkinson nicht vergessen. Vor knapp 7 Monate ist sie einen tollen Hallen-WR gelaufen und (fast?) jeder hat danach gemeint, sie sei die nächste Outdoor-Rekordhalterin.
Sie ist zwar schon länger im Geschäft, aber auch erst 24.

Sie wird nach der durchwachsenen Sommersaison mit viel Motivation in die nächsten 2 Saisons gehen, so dass ich eher von einem Dreikampf ausgehen würde.


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - mariusfast - 07.09.2026

(07.09.2026, 14:30)Notalp schrieb:
(07.09.2026, 12:38)Gertrud schrieb:
(07.09.2026, 09:38)Atanvarno schrieb: Im Kontext dieses Threads erlaubt es die begründete Spekulation, dass sie sehr viel Luft nach oben in ihrer aeroben Entwicklung hat und daher vermutlich nächstes Jahr deutlich schneller laufen wird.

Genauso sehe ich das auch. Sie wird bei voller Gesundheit Werro mächtig ärgern. Femke ist von der Seite 200m/400m schon sehr überlegen; eine Audrey Werro hat immerhin eine unter 1:54 erzielt. Es kommt sicherlich darauf an, wer am meisten Reserven hat. 

Ich fand sie auch im gemeinsamen Interview sehr unterschiedlich. Femke Bol wirkt so entspannt und unkompliziert. Man hat bei Bol das Gefühl, dass sie sich mit nichts belastet. Audrey Werro wirkt sehr viel ruhiger und achtet sehr aufmerksam darauf, was gesagt wird. Sie verinnerlicht die Aufholjagd von Bol sehr gewissenhaft.

Im Kontext dieses Threads scheint es wirklich so, als würde die voraussehbare Steigerungsrate von Bol das Ende der Überlegenheit von Werro bedeuten. Aber Werro ist erst 22 Jahre alt und es ist möglich, dass sie die Schonzeiten im Hinblick auf ihre schlechtere 400m Bestzeit (im Vergleich zu Bol) "effizienter" verringert.

Aber kann es sein, dass Werro schon sehr lange professionell trainiert? Sie war auf alle Fälle schon im Januar 2022 im TL in Monte Gordo mit der damals bereits starken Trainingsgruppe um Heyer. Sweat Elite hat das damals auf Youtube begleitet. Schon damals konnte sie das hohe Tempo der Spitze mitlaufen (Granz war auch dabei).  

Werro war damals noch 17 Jahre alt.   Lovisa Lindh, Nadia Power & Caterina Granz - Track Session - YouTube


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Atanvarno - 07.09.2026

(07.09.2026, 14:50)OldSchoolRunner schrieb: [Hodgkinson] wird nach der durchwachsenen Sommersaison mit viel Motivation in die nächsten 2 Saisons gehen, so dass ich eher von einem Dreikampf ausgehen würde.

Wenn sie es schafft mal unverletzt durch die Saison zu kommen auf jeden Fall. Aber mit Blick auf ihre massiven Probleme in der Oberschenkelmuskulatur war es schon fast ein Wunder, dass sie den Hallenweltekord laufen konnte. Aber wenn man da einmal was hatte, wird es mit zunehmendem Trainingsalter meist nicht besser.

Athing Mu ist offiziell auch noch nicht vom Leistungssport zurückgetreten Wink


RE: Femke Bol: The next chapter 800m - Notalp - 07.09.2026

(07.09.2026, 15:03)mariusfast schrieb:
(07.09.2026, 14:30)Notalp schrieb:
(07.09.2026, 12:38)Gertrud schrieb:
(07.09.2026, 09:38)Atanvarno schrieb: Im Kontext dieses Threads erlaubt es die begründete Spekulation, dass sie sehr viel Luft nach oben in ihrer aeroben Entwicklung hat und daher vermutlich nächstes Jahr deutlich schneller laufen wird.

Genauso sehe ich das auch. Sie wird bei voller Gesundheit Werro mächtig ärgern. Femke ist von der Seite 200m/400m schon sehr überlegen; eine Audrey Werro hat immerhin eine unter 1:54 erzielt. Es kommt sicherlich darauf an, wer am meisten Reserven hat. 

Ich fand sie auch im gemeinsamen Interview sehr unterschiedlich. Femke Bol wirkt so entspannt und unkompliziert. Man hat bei Bol das Gefühl, dass sie sich mit nichts belastet. Audrey Werro wirkt sehr viel ruhiger und achtet sehr aufmerksam darauf, was gesagt wird. Sie verinnerlicht die Aufholjagd von Bol sehr gewissenhaft.

Im Kontext dieses Threads scheint es wirklich so, als würde die voraussehbare Steigerungsrate von Bol das Ende der Überlegenheit von Werro bedeuten. Aber Werro ist erst 22 Jahre alt und es ist möglich, dass sie die Schonzeiten im Hinblick auf ihre schlechtere 400m Bestzeit (im Vergleich zu Bol) "effizienter" verringert.

Aber kann es sein, dass Werro schon sehr lange professionell trainiert? Sie war auf alle Fälle schon im Januar 2022 im TL in Monte Gordo mit der damals bereits starken Trainingsgruppe um Heyer. Sweat Elite hat das damals auf Youtube begleitet. Schon damals konnte sie das hohe Tempo der Spitze mitlaufen (Granz war auch dabei).  

Werro war damals noch 17 Jahre alt.   Lovisa Lindh, Nadia Power & Caterina Granz - Track Session - YouTube

Kann gut sein - genauso, dass die Britin (trotz der Vorbehalte von Ata) den beiden Konkurrentinnen eine Nase dreht. Ich bin davon ausgegangen, dass Werro erst seit 2025 professionell trainiert - und dass Bol sich auch für Meisterschaftsrennen fit machen muss, also für 3 Rennen.