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RE: Alica Schmidt - Notalp - 23.06.2026

Um eine Erklärung zu finden, müsste man es wohl für notwendig erachten, ein Gespräch mit der Athletin zu führen, alle leistungsdiagnostischen Daten einzusehen, die Struktur des 400m Trainings zu überblicken, über eine Dokumentation des abgeleisteten 800m Trainings zu verfügen, die Einschätzungen der bisherigen 800m ‘Ferntrainer’ einzuschätzen und am Schluss dann noch so Kleinkram wie gutes und böses Krafttraining zu klären…

 Dass dies alles hinreichend wäre, ließe sich aber nicht behaupten. Dieser Satz gehört (zumindest nach Auffassung alter weißer Männer) zur gesicherten Epistemologie lauffreudiger Risikounternehmungen…


RE: Alica Schmidt - dominikk85 - 24.06.2026

Bezüglich warum sie weiter macht:

Ich denke sie profitiert auch durchaus von der leichtathletik. Ja, sie ist keine weltklasseathletin, aber ihr status als olympia und WM Teilnehmerin erhöht ihre Glaubwürdigkeit im Vergleich zu reinen hobbysport fitness influencerinnen.

Gleichzeitig liefert sie fitness content Qualität in Hochglanz influencer Qualität (damit meine ich quantität, produktionsqualität etc) was sie von Der normalen social media aktiven athletin unterscheidet die 2-3 simple videos die Woche macht unterscheidet.

Das ist schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal wo sie quasi zwischen den Stühlen steht.

Insofern glaube ich das sie durchaus auch von der leichtathletik profitiert weil sie quasi fitness influencerin Plus ist.

Klar sie sieht auch gut aus und versteht das business, aber das geht vielen so und die meisten haben trotzdem keine 5 Mio follower sondern vielleicht 100k oder so.

Sprich Schmidt profitiert schon davon in der Nische zwischen model/influencer und Leistungssportler zu sein.


RE: Alica Schmidt - Diak - 24.06.2026

(24.06.2026, 12:49)dominikk85 schrieb: Bezüglich warum sie weiter macht:

Ich denke sie profitiert auch durchaus von der leichtathletik. Ja, sie ist keine weltklasseathletin, aber ihr status als olympia und WM Teilnehmerin erhöht ihre Glaubwürdigkeit im Vergleich zu reinen hobbysport fitness influencerinnen.

Gleichzeitig liefert sie fitness content Qualität in Hochglanz influencer Qualität (damit meine ich quantität, produktionsqualität etc) was sie von Der normalen social media aktiven athletin unterscheidet die 2-3 simple videos die Woche macht unterscheidet.

Das ist schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal wo sie quasi zwischen den Stühlen steht.

Insofern glaube ich das sie durchaus auch von der leichtathletik profitiert weil sie quasi fitness influencerin Plus ist.

Klar sie sieht auch gut aus und versteht das business, aber das geht vielen so und die meisten haben trotzdem keine 5 Mio follower sondern vielleicht 100k oder so.

Sprich Schmidt profitiert schon davon in der Nische zwischen model/influencer und Leistungssportler zu sein.

Und vielleicht macht sie gern Leistungssport, will besser werden und hofft noch auf den Durchbruch über 800? Hier wird immer wieder spekuliert, wer wie lang noch was macht und was das dann bringt. Wenn man es nicht aus Leidenschaft macht, dann wird es doch eh nichts, oder nichts und ein Olympiasieg mit dem Diskus und davor und danach viel Kummer...


RE: Alica Schmidt - DerC - 30.06.2026

(24.06.2026, 21:03)Diak schrieb: Und vielleicht macht sie gern Leistungssport, will besser werden und hofft noch auf den Durchbruch über 800? Hier wird immer wieder spekuliert, wer wie lang noch was macht und was das dann bringt. Wenn man es nicht aus Leidenschaft macht, dann wird es doch eh nichts, oder nichts und ein Olympiasieg mit dem Diskus und davor und danach viel Kummer...

Finde das auch richtig. Schmidt soll das machen so lange sie Lust darauf hat.

Über ihr Training weiß ich super wenig. Daher kann ich wie vermutlich fast alle hier nur spekulieren, warum die 800 bisher nicht besser gehen. Nach dem guten 600er damals war ich echt optimistisch.

Meine Vermutungen u. a.:
  • an mangelnder Disziplin liegt es nicht
  • suboptimales Krafttraining als alleinige Ursache klingt für mich auch sehr unwahrscheinlich

Was mir auffällt: Sie läuft kaum noch 400er - finde ich etwas ungewöhnlich für eine 800m Läuferin vom Typ 400/800.

Mich würde wirklich interessieren, was AS zur Zeit auf 400 laufen kann. Kann mir gut vorstellen, dass sie nicht mehr die tiefe 52 drauf hat, und das könnte ein Teil ihres Problems sein. Also zu wenig speederhaltenes Training, zu Ausdauerorientiert, Training was eher für eine 800/1500 Läuferin passen würde. In so einem Fall könnte ihr Fleiß ("Sie macht sogar die optionalen Extraläufe" oder so ähnlich schrieb es jemand hier) sogar kontraproduktiv sein, weil das gerade bei 400/800 Typen ähnlich wie beiu Mehrkämpfern schnell zu viel werden kann.
Auf der anderen Seite kann ich mir solche Fehler in einem professionellem Umfeld in der heutigen Zeit eigentlich kaum vorstellen. Könnte eben doch auch sein, dass sie nicht für die 800 gemacht ist und über die 400 auch nicht mehr geht mangels Grundschnelligkeit.

Wir werden sehen. Ich würde ihr mehr Erfolg gönnen, auch weil ich vermute, dass sie hat dafür arbeitet. Ohne Disziplin wäre sie auch auf Social Media nicht so erfolgreich.


RE: Alica Schmidt - Tom1966 - 30.06.2026

Ich finde zwei Dinge auffällig, wenn man ihre Rennen und Trainingsblogs anschaut:

-sie wirkt bereits sehr früh dicht, dh zu früh nicht mehr in der Lage, auf Tempowechsel oder Positionskämpfe zu reagieren. Egal ob sie aktuell eine tiefe 52 oder hohe 53 über 400 m drauf hat, bei einer Anfangsrunde in 60+ sollte das anders sein.

-bei den TL-Einheiten hat man als Außenstehender den Eindruck, das viel im Bereich "all in" abläuft, die Serien also gerade so (oder auch nicht mehr) bewältigt werden

Also mal völlig spekulativ in den Raum gestellt, ob die DL-Einheiten nicht eventuell durchweg zu intensiv absolviert werden und bei den TL-Einheiten und den Rennen die Glykogenspeicher leer sind, sie also permanent mit einem nicht optimalen Energiesystem unterwegs ist


RE: Alica Schmidt - mariusfast - 30.06.2026

(30.06.2026, 08:42)DerC schrieb:
(24.06.2026, 21:03)Diak schrieb: Und vielleicht macht sie gern Leistungssport, will besser werden und hofft noch auf den Durchbruch über 800? Hier wird immer wieder spekuliert, wer wie lang noch was macht und was das dann bringt. Wenn man es nicht aus Leidenschaft macht, dann wird es doch eh nichts, oder nichts und ein Olympiasieg mit dem Diskus und davor und danach viel Kummer...



Was mir auffällt: Sie läuft kaum noch 400er - finde ich etwas ungewöhnlich für eine 800m Läuferin vom Typ 400/800.

Mich würde wirklich interessieren, was AS zur Zeit auf 400 laufen kann. Kann mir gut vorstellen, dass sie nicht mehr die tiefe 52 drauf hat, und das könnte ein Teil ihres Problems sein. Also zu wenig speederhaltenes Training, zu Ausdauerorientiert, Training was eher für eine 800/1500 Läuferin passen würde. In so einem Fall könnte ihr Fleiß ("Sie macht sogar die optionalen Extraläufe" oder so ähnlich schrieb es jemand hier) sogar kontraproduktiv sein, weil das gerade bei 400/800 Typen ähnlich wie beiu Mehrkämpfern schnell zu viel werden kann.
Auf der anderen Seite kann ich mir solche Fehler in einem professionellem Umfeld in der heutigen Zeit eigentlich kaum vorstellen. Könnte eben doch auch sein, dass sie nicht für die 800 gemacht ist und über die 400 auch nicht mehr geht mangels Grundschnelligkeit.

Sie lief ja letztes Jahr Mitte Juli 53,41. Und dann hieß es ja, dass das Modell von Petrac zu wenig stärkenorientiert für Sie war und sie deshalb zu viel verloren hat. Wobei ich mir auch nicht vorstellen kann, dass das gerade viel besser ist.


RE: Alica Schmidt - OldSchoolRunner - 05.07.2026

(22.06.2026, 11:10)Reichtathletik schrieb: Interessant sind in meinen Augen vor allem die Typen, die im Training nicht so viel umstellen müssen bzw. sich leicht tun, die anderen Einheiten zeitnah im Training absolvieren zu können ohne diese als körperliche und/oder emotionale Belastung zu empfinden.
Zwei Beispiele, bei denen ich deshalb sehr optimistisch war: Berit Janowitz, Lysann Helms. Gerade erstere hatte vermutlich vor 2 Jahren noch niemand auf dem Schirm. Ich hoffe, demnächst mit jemand anderen in die Diskussion einsteigen zu können, denn nur soviel: Von dem Kaliber gibt es noch deutlich mehr, wenn man sie überzeugt bekommt. 
......

vielleicht hatte Berit Janowitz heute keinen guten Tag, oder sie war nicht so ein gutes Beispiel? Sie hat doch auch nur eine 59 Sekunden über 400m stehen. Dafür sind 2:06 im Vorjahr schon gut, aber wieso 400m/800m Beispiel?


RE: Alica Schmidt - Reichtathletik - 05.07.2026

(05.07.2026, 15:36)OldSchoolRunner schrieb:
(22.06.2026, 11:10)Reichtathletik schrieb: Interessant sind in meinen Augen vor allem die Typen, die im Training nicht so viel umstellen müssen bzw. sich leicht tun, die anderen Einheiten zeitnah im Training absolvieren zu können ohne diese als körperliche und/oder emotionale Belastung zu empfinden.
Zwei Beispiele, bei denen ich deshalb sehr optimistisch war: Berit Janowitz, Lysann Helms. Gerade erstere hatte vermutlich vor 2 Jahren noch niemand auf dem Schirm. Ich hoffe, demnächst mit jemand anderen in die Diskussion einsteigen zu können, denn nur soviel: Von dem Kaliber gibt es noch deutlich mehr, wenn man sie überzeugt bekommt. 
......

vielleicht hatte Berit Janowitz heute keinen guten Tag, oder sie war nicht so ein gutes Beispiel? Sie hat doch auch nur eine 59 Sekunden über 400m stehen. Dafür sind 2:06 im Vorjahr schon gut, aber wieso 400m/800m Beispiel?

Weil sie bis vor zwei Jahren mäßige 400m-Läuferin war (Niveau Jugend-DM-Teilnahme) und mit dem Umstieg sich auf das Niveau U23-Medaillienkandidatin (national) und DM-Teilnahme Frauen gehievt hat.
Ein Distanzwechsel macht ja vor allem dann Sinn, wenn man besser ist als vorher.


RE: Alica Schmidt - Citius - 06.07.2026

Aus meiner Sicht taugt da eher Smilla Kolbe als Beispiel.


RE: Alica Schmidt - Reichtathletik - 06.07.2026

(06.07.2026, 09:29)Citius schrieb: Aus meiner Sicht taugt da eher Smilla Kolbe als Beispiel.

Ich bin überzeugt, wenn man wirklich trainings- und sichtungstechnisch etwas lernen will, sollte man nicht immer nur auf die erste Reihe schauen. Top-Talente sind schon per Definition eine Ausnahme. Manchmal sind sie sogar trotz mäßigem Training gut. Wir denken dann aber, das Training wäre so toll und kopieren es und versäumen, dass sie ggf mit anderem Training sogar noch besser wären.

Wir sollten generell viel mehr auf Athleten (und ihre Trainer) schauen, die aus weniger Talent sehr viel machen – gerade in Disziplinen, in denen es nicht so läuft. Vielleicht wäre es gelegentlich mal klüger, wenn Top-Stars das Training der zweiten Reihe nachahmen, die ihnen nahe kommt, als andersherum. Und es wäre klüger, wenn vermeintliche Startrainer mal zuhören.