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RE: Alica Schmidt - aj_runner - 20.06.2026

(20.06.2026, 20:20)mariusfast schrieb: So langsam könnten selbst einem Louis Heyer die Erklärungen ausgehen...

In Pfungstadt war es laut ihm ja noch der zu große Abstand zur Pacemacherin.

Da muss Heyer ein anderes gesehen haben. Sie ist viel versetzt gelaufen und es war auch relativ windig und hat dann nach der ersten Runde die Führung übernommen. 
Das Ergebnis heute zu bewerten ohne es gesehen zu haben, finde ich immer schwierig. Wie bereits geschrieben, traue ich in einem auf sie zugeschnittenen ihr eine Sub 2:03 zu. Für ihre Ansprüche und den Aufwand, den sie betreibt, ist das natürlich trotzdem bescheiden.


RE: Alica Schmidt - mariusfast - 20.06.2026

(20.06.2026, 20:34)aj_runner schrieb:
(20.06.2026, 20:20)mariusfast schrieb: So langsam könnten selbst einem Louis Heyer die Erklärungen ausgehen...

In Pfungstadt war es laut ihm ja noch der zu große Abstand zur Pacemacherin.

Da muss Heyer ein anderes gesehen haben. Sie ist viel versetzt gelaufen und es war auch relativ windig und hat dann nach der ersten Runde die Führung übernommen. 
Das Ergebnis heute zu bewerten ohne es gesehen zu haben, finde ich immer schwierig. Wie bereits geschrieben, traue ich in einem auf sie zugeschnittenen ihr eine Sub 2:03 zu. Für ihre Ansprüche und den Aufwand, den sie betreibt, ist das natürlich trotzdem bescheiden.

Er wollte, dass sie gleich am Anfang mit der Pacemacherin mitgeht. Sieht man ja in dem Youtubevideo, dass der Abstand viel zu groß war. 

Ansonsten gehe ich mit dir mit. Und denke Sie kann es auch nur in einem für Sie perfekten Rennen laufen. Und in Meisterschaften sind dann wieder Athleten wie Füllgraf oder Dangelmaier vor ihr. Das kann halt nicht ihr Anspruch sein.


RE: Alica Schmidt - Gertrud - 21.06.2026

Hier klaffen Vermarktung und Leistung auseinander. Alica Schmidt zeigt aber, was vermarktungsmäßig möglich ist, wenn man trendiges Aussehen mit einer bisher mittelmäßigen Leistung koppelt. Sie bemüht sich, die Leistung anzugleichen. Man muss aber neidlos anerkennen, dass der finanzielle Bereich sehr gut geführt wird. Was sie an Textilien präsentiert, ist schon sehr nobel und geschmackvoll!!! Thumb_up

Es beinhaltet aus meiner Sicht auch den Anteil, der neben der Vermarktung noch übrigbleibt. Das wirft die Frage auf, auf welchen Gebieten man sich vornehmlich bewegen sollte. Was ist möglich, wenn man sich ganz auf den Sport (neben der dualen Karriere oder auch nicht) konzentriert und die pekuniären Dinge von anderen Gremien übernommen werden??? Geht unser Sport den richtigen Weg hinsichtlich Leistungsfindung??? Ich "verschwende" meine Zeit lieber mit der Erkundung des Körpers in der Rekrutierung gesunder Trainingsinhalte. 

Ich habe letzens mein Wissen nach einer schwierigen Portentnahme (mit einer Sehne verwachsen) und HSM-OP sehr gut umsetzen können. An sich sind diese Operationen ein Klacks. Im Entlassbericht des Arztes stand, dass er sich für die Kooperation mit mir bedanke. Das Ärzteteam hat positiv bemerkt, dass ich in jeder Facette mitdenke und optimiere. Es war für einen Arzt auf meine Frage hin, ob mich der hohe Lipoprotein (a)-Wert an die Apherese bringe, klar, dass ich aufgrund meiner Ernährungsdurchsetzungen sehr vom Gegenteil profitiere. Das ist der Unterschied bezüglich der Lebensoptimierung. - 

Ich bin der festen Überzeugung, dass man auf diesen Weg auch im Leistungssport flächendenkend kommen sollte und lebe das noch heute. Man kann diesen Weg leider oft ohne offizielle Anbindung nur bei größter "Dickfelligkeit" in der "sportlichen Diaspora" oder auch nur unter erschwerten Bedingungen gehen. Man "bedient" solche TuT einfach nicht mehr oder nur ungern, weil sie "scheinbar nicht teamfähig" sind und zieht oft offzielle TuT vor, die sehr oft nicht langfristig, dafür aber schnell nach oben führen und enorme Ausfälle durch mangelnde profunde Kenntnisse produzieren.

Gertrud


RE: Alica Schmidt - Gertrud - 22.06.2026

Ich ergänze meinen Artikel hiermit noch. Natürlich gibt es auch hervorragende TuT im DLV. Ich bin aber im Laufe meiner Trainertätigkeit auf viele Defizite gestoßen, wobei vor allem das externe Trainerpotential nicht adäquat eingesetzt worden ist. Wenn man ehrlich beim DLV mit sich ist, dann hat man viele Sachen von mir übernommen. Ich habe meine gesunde Linie bereits zu Sabine Brauns Zeiten stark vertreten. Nur hat der DLV für eine Wende 20 Jahre und mehr gebraucht. Ich sehe heute diesen Bereich immer noch in der Anwendung als verbesserungswürdig.

Man hat zunächst die Öffnung der AuA für ausländische TuT nicht gern gesehen. Heute geht man teilweise zur Kooperation über. Das war für HjH und mich ein Teil unserer Einstellung, weltweit zu kooperieren. Deshalb waren Hansjörg und ich nicht feindlich aus Prinzip verbandsmäßig gesinnt. Es ging uns immer um die Sache. 

Ach das neue DLV-Programm CoachSummit habe ich immer gelebt, indem ich mich disziplinübergreifend orientiert habe. 

Ich finde Alicas private Initiative hinsichtlich Werbung absolut hervorragend. Der Sport sollte nur in der Zeitanwendung darunter nicht leiden. 

Gertrud


RE: Alica Schmidt - Reichtathletik - 22.06.2026

Also Alica trainiert aktuell bei einem Schweizer zuvor bei einem in Finnland aktiven Slowenen.
Man kann ihrem 800-Meter-Wechsel viel vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht auf internationale Trainer gesetzt hat


RE: Alica Schmidt - dominikk85 - 22.06.2026

(20.06.2026, 20:20)mariusfast schrieb: So langsam könnten selbst einem Louis Heyer die Erklärungen ausgehen...

In Pfungstadt war es laut ihm ja noch der zu große Abstand zur Pacemacherin.

Ich vermute mal die Erklärung ist einfach das ihr limit irgendwo bei 2:02 liegt (auch nur im perfekten rennen) und sie einfach nicht das potential für Zeiten um 2:00 oder tiefer hat.

Das es am mangelndem trainingsfleiß liegt glaube ich nicht. Kann natürlich sein das sie noch nicht den richtigen approach für ihren körper gefunden hat, aber wahrscheinlich hat sie mit 27 einfach ihr limit erreicht.


RE: Alica Schmidt - mariusfast - 22.06.2026

Sie investiert ja sehr viel in den Sport. Mehr als es die Meisten tun können, da Sie es sich leisten kann. 

  Gertrud kritisierte doch letztes Jahr noch, dass Schmidt und Kolberg zu internationalen Trainern gegangen sind, anstatt auf "Beständigkeit" und Trainer aus DE zu setzen. Wie sich jetzt herausstellte war das jedoch der richtige Weg . Siehe Entwicklung von Kolberg. 


@Reichtathletik wieso dachtest du von Anfang an, dass Sie nicht der 800 M Typ ist? Dass sie eine zu hohe Laktatbildungsrate haben könnte, konnte man ja nicht von außen sehen.


RE: Alica Schmidt - Gertrud - 22.06.2026

(22.06.2026, 09:40)mariusfast schrieb: Sie investiert ja sehr viel in den Sport. Mehr als es die Meisten tun können, da Sie es sich leisten kann. 

  Gertrud kritisierte doch letztes Jahr noch, dass Schmidt und Kolberg zu internationalen Trainern gegangen sind, anstatt auf "Beständigkeit" und Trainer aus DE zu setzen. Wie sich jetzt herausstellte war das jedoch der richtige Weg . Siehe Entwicklung von Kolberg. 

Kolbergs früherer Trainer (Leo Monz-Dietz) hat sie sehr gut betreut. Er hat auch mal an unserem Gymnasium ausgeholfen. Es gibt also auch auf dem Gebiet gute Trainer in Deutschland. Übrigens habe ich letztens Paul Schimdt und Dr. Wessinghage bei der Sportlerzusammenkunft in Hilden getroffen. Die Zeiten auis der Zeit lassen sich auch heute noch sehen. Die neuen Schuhe würden dazu noch leistungssteigernd wirken. (Dr. Wessinghage hat "nebenbei" noch Medizin studiert.) Thumb_up Wink

Gertrud


RE: Alica Schmidt - Reichtathletik - 22.06.2026

(22.06.2026, 09:40)mariusfast schrieb: @Reichtathletik wieso dachtest du von Anfang an, dass Sie nicht der 800 M Typ ist? Dass sie eine zu hohe Laktatbildungsrate haben könnte, konnte man ja nicht von außen sehen.

Ich glaube nicht, dass ich das so geschrieben habe – auch wenn ich skeptisch war. (Ein bisschen mehr als Außenansichten hab ich ja doch zu vielen Sportlern). Ich will es mal so ausdrücken: Bei der Frage, ob jemand für die 800 Meter Perspektive hat (oder genau genommen wie viel, weil auch über die 2:03 würden sich ja sehr viele Athletinnen freuen), ist für mich wenige als die 400-Meter-Leistung entscheidend die Frage, wie diese zustande kommt. Ist das jemand, der im Training viel ballert oder jemand der vielleicht sogar schonmal einen Dauerlauf macht oder machen kann. 
Interessant sind in meinen Augen vor allem die Typen, die im Training nicht so viel umstellen müssen bzw. sich leicht tun, die anderen Einheiten zeitnah im Training absolvieren zu können ohne diese als körperliche und/oder emotionale Belastung zu empfinden.
Zwei Beispiele, bei denen ich deshalb sehr optimistisch war: Berit Janowitz, Lysann Helms. Gerade erstere hatte vermutlich vor 2 Jahren noch niemand auf dem Schirm. Ich hoffe, demnächst mit jemand anderen in die Diskussion einsteigen zu können, denn nur soviel: Von dem Kaliber gibt es noch deutlich mehr, wenn man sie überzeugt bekommt. 
Bei den Jungs würde ich die Osnabrücker oder einen Maximilian Köhler gerne auf der doppelten Runde sehen. 
Gleichzeitig gibt es auch viele, die ihr Talent einmal aufblitzen lassen, dann aber den Übernächsten Schritt nicht packen. Ich will da keine Namen nennen, nur soviel: Häufig ist die erste Saison noch vergleichsweise easy, weil man von resteffekten lebt. Ich glaube die zweite 800-Meter-Saison muss signifikant anders aussehen, als die erste. Der Cut wird im Denken aber häufig hin zur ersten vollzogen.

Zurück zu Alica: Ich war skeptisch, hab aber einen Erfolg nicht ausgeschlossen. Ausschließen kann man ihn selbst jetzt noch nicht. Was ich von Anfang an für total falsch hielt waren die optimistischen Stimmen, die den Eindruck erweckten, als sei direkt eine Einzel-WM-Norm möglich. Das ist in meinen Augen ein grotesktes Unterschätzen der Aufgabe Disziplimumstieg. Ganz zu Beginn schien es ja auch, als wollte Schmidt das weitestgehend ohne 800-Meter-Experten machen allein mit ein paar Dauerläufen und Trainingslagern. Und das ist leider auch eine Denke, die wir in vielen Vereinen erleben, wo aus Sprintgruppen Leute auf die 800 Meter "wechseln", um den Mittelstrecken-Trainer im Verein oder Umfeld dabei aber ein großer Bogen gemacht wird, weil man es ja selbst eh besser könne.


RE: Alica Schmidt - Atanvarno - 22.06.2026

(22.06.2026, 11:10)Reichtathletik schrieb: Was ich von Anfang an für total falsch hielt waren die optimistischen Stimmen, die den Eindruck erweckten, als sei direkt eine Einzel-WM-Norm möglich. Das ist in meinen Augen ein grotesktes Unterschätzen der Aufgabe Disziplimumstieg.

Ich fühle mich mal angesprochen. Der Optimismus speiste sich ja nicht aus ihren 400m-Leistungen, sondern aus dem 600er in Berlin. Und es ist für mich nach wie vor schwer nachvollziehbar, dass jemand, der eine 1:24,88 min laufen konnte, nach über einem Jahr professionellem 800m-Training immer noch so weit von einer sub2 entfernt ist.