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Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Druckversion

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RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Gertrud - 24.07.2026

https://www.leichtathletik.de/aktuelles/news/news-detail/82133-jada-julien-eine-neue-herausforderin-betritt-den-ring

Ich lese gerade von der Belastungsfraktur im Mittelfuß von Jada Julien.

Man differenziert zwischen zwei möglichen Formen der Beeinflussung der Knochen als Reaktion auf Belastung. Ich habe mir den Hinweis notiert: "Zu schnelle Steigerung ergibt bei Knochen Stressfrakturen." In der Regel nehmen Knochenumbauten bis zu zwei Jahre in Anspruch. Die Anpassung kann je nach Körperregion aber auch Jahre dauern und hat Folgen, wenn vor allem Dysbalancen bestehen. Die ungleichen strukturellen Anpassungszeiten und deren Nicht-Beachtung generell oder temporär lassen Verletzungen und OP folgen. 

Mit einem vernünftigen Basistraining und einem Training der genauen Belastungszonen kann man ebenso viel erreichen wie mit einem Powertraining einiger weniger muskulärer Zonen. Das dauert bei vielen TuT und muss erst einmal in die Köpfe hinein. Für viele Sachen hat der Verband viele Jahre benötigt, obwohl HjH und ich u.a. immer wieder aus dem Mainstream "ausgebrochen" sind.

Fotobeweise von Tara Davis-Woodhall beweisen enorme strukturelle Dysbalancen. Ein Begleichen dieser Hindernisse hätte enorme Leistungsschübe zur Folge. 

So ziehen sich diese Unkenntnisse durch den gesamten Athletenbereich im Topbereich der Jugend bis hin zu den Weltklasse-AuA. 

Wenn man diese Unkenntnisse beseitigt und neue Bereiche integriert, kann es neue WR und BL auch ohne Verletzungen und Einschränkungen geben. 

Gertrud


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Gertrud - 24.07.2026

(24.07.2026, 16:05)Gertrud schrieb: https://www.leichtathletik.de/aktuelles/news/news-detail/82133-jada-julien-eine-neue-herausforderin-betritt-den-ring

Ich lese gerade von der Belastungsfraktur im Mittelfuß von Jada Julien.

Man differenziert zwischen zwei möglichen Formen der Beeinflussung der Knochen als Reaktion auf Belastung. Ich habe mir den Hinweis notiert: "Zu schnelle Steigerung ergibt bei Knochen Stressfrakturen." In der Regel nehmen Knochenumbauten bis zu zwei Jahre in Anspruch. Die Anpassung kann je nach Körperregion aber auch Jahre dauern und hat Folgen, wenn vor allem Dysbalancen bestehen. Die ungleichen strukturellen Anpassungszeiten und deren Nicht-Beachtung generell oder temporär lassen Verletzungen und OP folgen. 

Mit einem vernünftigen Basistraining und einem Training der genauen Belastungszonen kann man ebenso viel erreichen wie mit einem Powertraining einiger weniger muskulärer Zonen. Das dauert bei vielen TuT und muss erst einmal in die Köpfe hinein. Für viele Sachen hat der Verband viele Jahre benötigt, obwohl HjH und ich u.a. immer wieder aus dem Mainstream "ausgebrochen" sind.

Fotos von Tara Davis-Woodhall beweisen enorme strukturelle Dysbalancen. Ein Begleichen dieser Hindernisse hätte enorme Leistungsschübe zur Folge. 

So ziehen sich diese Unkenntnisse durch den gesamten Athletenbereich im Topbereich der Jugend bis hin zu den Weltklasse-AuA. 

Wenn man diese Unkenntnisse beseitigt und neue Bereiche integriert, kann es neue WR und BL auch ohne Verletzungen und Einschränkungen geben. 

Gertrud



RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Läufer 800m - 26.07.2026

@ Gertrud

wieder einmal ein sehr netter Hinweis auf das richtige Training, ich frage mich hier nur, welche Informationen sie hier haben, die wir nicht haben, um die Verletzung auf falsches oder unterlassenes Basistraining zurück führen zu können.

Ich verstehe  ja ihre vielen Mahnungen zu besserem und richtigem Training, aber mir fehlen in diesem Fall die Informationen ihre Forderungen hier in diesem Falle nachvollziehen zu können. Oder dient ihnen hier dieser Fall nur als Aufhänger ?


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Gertrud - 26.07.2026

(26.07.2026, 12:13)Läufer 800m schrieb: @ Gertrud

wieder einmal ein sehr netter Hinweis auf das richtige Training, ich frage mich hier nur, welche Informationen sie hier haben, die wir nicht haben, um die Verletzung auf falsches oder unterlassenes Basistraining zurück führen zu können.

Ich verstehe  ja ihre vielen Mahnungen zu besserem und richtigem Training, aber mir fehlen in diesem Fall die Informationen ihre Forderungen hier in diesem Falle nachvollziehen zu können. Oder dient ihnen hier dieser Fall nur als Aufhänger ?

Wenn man die Strukturen richtig benutzt, funktionieren sie auch. Das ist der Kernsatz. Die Übungsauswahl sollte folglich adäquat sein. Das heißt nichts anderes, als dass man die Arbeitsweise der Strukturen in den Disziplinen befolgen und in den Anfängen eben nicht artfremd benutzen sollte. Man muss die Übungen von Anfang an maßschneidern, um bereits frühe Verletzungen zu vermeiden.

Beispiel - unser Krafttraining im Unterschied zum KT der Gewichtheber: 
Wir belasten unilateral statt bilateral vornehmlich, die faszialen Strukturen sind andere als im Olymp. Gewichtheben, somit unterscheiden sich auch die Verletzungsarten, wenn man überdosiert. LA:  in Fortbewegung, O. Gewichtheben auf der Stelle; Absenkung des KSP im Gewichtheben tiefer als in der LA, folglich Benutzung anderer Strukturen, andere Arbeitswinkel...  

Man muss die LA-Disziplinen in den Strukturbereichen maßschneidern, was unheimliches Wissen erfordert. Es gibt generell und individuell andere Anpassungszeiten. Ich habe z.B. in einer DLV-Fortbildung die NHC als erste Wahl für uns ausgeschlossen, weil Kriterien nicht übereinstimmen. Eine Diskussion machte aus meiner Sicht einfach keinen Sinn wegen unterschiedlicher Wissensgrade.

Man muss sich also um die passenden Übungen bemühen, die unsachgemäßes Strukturtraining ausschließen, damit Verletzungen ausbleiben. Wir haben doch disziplinmäßig immer dieselben Verletzungsmechanismen. Das hat doch Gründe. Was wird gemacht. Man macht Pause und trainiert danach denselben Sch... wieder. Siehe Speerwurf Männer weitgehend!!! Dieses Wissen muss an die Basis der LA kommen. Das ist eine große Aufgabe. Man hat in einigen Disziplinen schon etwas gelernt. Weil man die Strukturen aufgrund von Kenntnisdefiziten, kann man z.B. das Techniktraining nicht richtig gestalten - siehe Speerwurf und Weitsprung. Man muss wissen, was falsch und richtig ist anhand wissenschaftlicher Untermauerung.

Ich weiß, was ich trainieren lasse, weil ich permanent mein Wissen den Fortschritten angleiche. Das geschieht bereits bei den 10 jährigen Schülerinnen und Schülern. 

Gertrud


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Gertrud - 27.07.2026

(26.07.2026, 23:17)Gertrud schrieb:
(26.07.2026, 12:13)Läufer 800m schrieb: @ Gertrud

wieder einmal ein sehr netter Hinweis auf das richtige Training, ich frage mich hier nur, welche Informationen sie hier haben, die wir nicht haben, um die Verletzung auf falsches oder unterlassenes Basistraining zurück führen zu können.

Ich verstehe  ja ihre vielen Mahnungen zu besserem und richtigem Training, aber mir fehlen in diesem Fall die Informationen ihre Forderungen hier in diesem Falle nachvollziehen zu können. Oder dient ihnen hier dieser Fall nur als Aufhänger ?

Wenn man die Strukturen richtig benutzt, funktionieren sie auch. Das ist der Kernsatz. Die Übungsauswahl sollte folglich adäquat sein. Das heißt nichts anderes, als dass man die Arbeitsweise der Strukturen in den Disziplinen befolgen und in den Anfängen eben nicht artfremd benutzen sollte. Man muss die Übungen von Anfang an maßschneidern, um bereits frühe Verletzungen zu vermeiden.

Beispiel - unser Krafttraining im Unterschied zum KT der Gewichtheber: 
Wir belasten unilateral statt bilateral vornehmlich, die faszialen Strukturen sind andere als im Olymp. Gewichtheben, somit unterscheiden sich auch die Verletzungsarten, wenn man überdosiert. LA:  in Fortbewegung, O. Gewichtheben auf der Stelle; Absenkung des KSP im Gewichtheben tiefer als in der LA, folglich Benutzung anderer Strukturen, andere Arbeitswinkel...  

Man muss die LA-Disziplinen in den Strukturbereichen maßschneidern, was unheimliches Wissen erfordert. Es gibt generell und individuell andere Anpassungszeiten. Ich habe z.B. in einer DLV-Fortbildung die NHC als erste Wahl für uns ausgeschlossen, weil Kriterien nicht übereinstimmen. Eine Diskussion machte aus meiner Sicht einfach keinen Sinn wegen unterschiedlicher Wissensgrade.

Man muss sich also um die passenden Übungen bemühen, die unsachgemäßes Strukturtraining ausschließen, damit Verletzungen ausbleiben. Wir haben doch disziplinmäßig immer dieselben Verletzungsmechanismen. Das hat doch Gründe. Was wird gemacht. Man macht Pause und trainiert danach denselben Sch... wieder. Siehe Speerwurf Männer weitgehend!!! Dieses Wissen muss an die Basis der LA kommen. Das ist eine große Aufgabe. Man hat in einigen Disziplinen schon etwas gelernt. Weil man die Strukturen aufgrund von Kenntnisdefiziten, kann man z.B. das Techniktraining nicht richtig gestalten - siehe Speerwurf und Weitsprung. Man muss wissen, was falsch und richtig ist anhand wissenschaftlicher Untermauerung.

Ich weiß, was ich trainieren lasse, weil ich permanent mein Wissen den Fortschritten angleiche. Das geschieht bereits bei den 10 jährigen Schülerinnen und Schülern. 

Gertrud

Weil man die Strukturen aufgrund von Kenntnisdefiziten nicht vernünftig ansteuert (Die Worte habe ich zur nächtlichen Zeit verschluckt  Wink ), kann man z.B. das Techniktraining nicht richtig gestalten - siehe Speerwurf und Weitsprung. 

Malaika Mihambo war gestern bei den Windverhältnissen nicht in der Lage, ein stabiles Bewegungsmuster abzurufen. Sie wirkte auf mich ratlos, weil sie kein Fundament ansteuern konnte. Sie hatte eine gute Weite von ihrer bombigen Sprungkraft her drauf. So bleiben ihre wahren Werte immer eine Glückssache. Das empfinde ich als sehr unangemessen für ein solches herausragendes Talent!!! - Herden ist auch zur Zeit etwas von der Rolle. 

Gertrud


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Danton - 29.07.2026

Im letsrun.com-Forum kam heute die Frage auf, worauf die Achillessehnenprobleme von Jakob Ingebrigtsen zurückzuführen sind. Mich würde mal interessieren, was die fachkundigen Teilnehmer hier im Forum als Ursache vermuten. Über die Suchfunktion habe ich zwar schon eine kurze Analyse seines Laufstils gefunden, aber nichts Konkretes zu diesem Problem.
Wie sollte Ingebrigtsen dagegen arbeiten?


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Gertrud - 01.08.2026

(29.07.2026, 13:19)Danton schrieb: Im letsrun.com-Forum kam heute die Frage auf, worauf die Achillessehnenprobleme von Jakob Ingebrigtsen zurückzuführen sind. Mich würde mal interessieren, was die fachkundigen Teilnehmer hier im Forum als Ursache vermuten. Über die Suchfunktion habe ich zwar schon eine kurze Analyse seines Laufstils gefunden, aber nichts Konkretes zu diesem Problem.
Wie sollte Ingebrigtsen dagegen arbeiten?

Doch, die Aussagen dort sind konkret. Wenn ein Schützling über Jahre mit einer Sache laboriert, sollte man als Trainer sein Training hinterfragen und die Trainingsinhalte (wann, wie, wo, warum???) mal sehr kritisch sehen. Man vernachlässigt leider bei vielen Spitzenleuten den harten Blick auf die Verletzungsrealität. Vor allem sollte man unterlassen, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. 

Ohne seine Trainingsinhalte zu kennen, kann man allgemeine Grundsätze nennen. Es fehlt der Blick auf die Inhalte!!!

Was ich z. B. im Marathon in Paris bei den Damen von der Statik her gesehen habe, war teilweise grottenschlecht. Solche TuT würde ich sofort eliminieren!!!

Gertrud


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Danton - 01.08.2026

Danke für die Antwort!

Sie haben zum Thema "Wer sind die Ingebrigtsens und wie trainieren sie?" folgendes geschrieben, auf das ich mich oben bezogen habe:

Zitat:
"Gut beobachtet: Er läuft mit Körpervorlage und hinten über die gestreckten Beine. Er setzt den linken Fuß sehr gerade auf, den rechten absolut in die Pronation in Außenrotation beim Fußaufsatz, aber starkem Eindrehen Richtung Plantarflexion des Fußes, wobei er stark über den großen Zeh kommt. Das muss man erst einmal hinbekommen!!! Diese Körpervorlage nimmt auch der Silbermedaillengewinner ein."

Nun ist ja seine Achillessehnen-Operation am linken Bein gewesen, dh könnte man schlussfolgern, dass ein gerader Fußaufsatz nicht wünschenswert ist oder die Kombination aus zwei grundverschiedenen Aufsatzformen?

Ich bin kein Mediziner und kann nur aus begrenztem Erfahrungsschatz sprechen. Dieser Fall interessiert mich aber dennoch sehr, weil die Double-Threshold-Methode gerade dazu dienen soll, Verletzungen durch niedrigere Intensitäten zu vermeiden. Dennoch ziehen sich Achillessehnenprobleme durch seine Laufbahn, wenn ich das richtig verfolgt habe.


RE: Vertiefte Analysen - Aktuelle Verletzungsfälle und allgemeine Betrachtungen - Gertrud - 01.08.2026

(01.08.2026, 18:35)Danton schrieb: Danke für die Antwort!

Sie haben zum Thema "Wer sind die Ingebrigtsens und wie trainieren sie?" folgendes geschrieben, auf das ich mich oben bezogen habe:

Zitat:
"Gut beobachtet: Er läuft mit Körpervorlage und hinten über die gestreckten Beine. Er setzt den linken Fuß sehr gerade auf, den rechten absolut in die Pronation in Außenrotation beim Fußaufsatz, aber starkem Eindrehen Richtung Plantarflexion des Fußes, wobei er stark über den großen Zeh kommt. Das muss man erst einmal hinbekommen!!! Diese Körpervorlage nimmt auch der Silbermedaillengewinner ein."

Nun ist ja seine Achillessehnen-Operation am linken Bein gewesen, dh könnte man schlussfolgern, dass ein gerader Fußaufsatz nicht wünschenswert ist oder die Kombination aus zwei grundverschiedenen Aufsatzformen?

Ich bin kein Mediziner und kann nur aus begrenztem Erfahrungsschatz sprechen. Dieser Fall interessiert mich aber dennoch sehr, weil die Double-Threshold-Methode gerade dazu dienen soll, Verletzungen durch niedrigere Intensitäten zu vermeiden. Dennoch ziehen sich Achillessehnenprobleme durch seine Laufbahn, wenn ich das richtig verfolgt habe.

Eine solche Schlussfolgerung ist nicht immer richtig. Es ist durchaus möglich, dass sein linker Fuß durch seine Hallenläufe mehr als der rechte gelitten hat. Ich hatte auch mal an der rechten Schulter eher Probleme als an der linken, obwohl ich Linksstoßerin war. Man ist nicht unbedingt gleichseitig verletzungsträchtig. Es kommt also auch darauf an, welcher Fuß/ welches Bein von Haus aus stärker ist. Vielleicht läuft er auch oft auf abschüssigen Straßen? Das alles wissen wir nicht, um letztlich beurteilen zu können. Wir kennen die kompensatorischen Phänomene bei ihm nicht, die sich in den unterschiedlichen Phasen ausprägen. Diese Sachen sind schon sehr vielschichtig. Da muss man vom Auge und vom Wissen her fit sein. Das ist oft eine Frage der Regulation über "Etagen" hinweg, um den unilateralen "Knackpunkt" zu orten. 

Mir gefallen TuT, die sich für diese Themen begeistern können und dann keinen "orthopädischen Schrott" produzieren. Wink Thumb_up  

Gertrud