Leichtathletikforum.com
ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - Druckversion

+- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com)
+-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2)
+--- Thema: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland (/showthread.php?tid=695)

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - icheinfachma - 13.12.2014

(13.12.2014, 18:24)Robb schrieb: @icheinfachma: Hast du konkrete Hinweise über systematisches Doping in anderen Ländern, über die wir diskutieren sollten? Im aktuellen Fall geht es um Russland, also ist es logisch, dass wir über Russland diskutieren. Ich finde es ziemlich sinnlos, beim Thema Doping ins Blaue zu spekulieren und Seppelt hat zu seinem Schlußwort keinerlei Fakten über Doping in anderen Ländern geliefert.

Ich möchte nicht von Russland ablenken, sondern nur davor warnen, dass die Dokumentation den alleinigen Fokus auf Russland legt. Der letzte Teil meines Beitrages vor weniger auf die Diskussion hier bezogen, sondern vor allem darauf, dass jetzt in den Medien das Bild des dopenden Russlands gezeichnet wird, ohne darauf hinzuweisen, dass Russland womöglich exemplarisch für viele Länder steht. Es ist politisch zur Zeit ja auch ganz nützlich, die Doku in diesem Sinne zu instrumentalisieren. Genauso wenig, wie man vom bösen Russen und dem lieben Westen sprechen kann, kann man das Umgekehrte sagen. Alle Systeme haben Dreck am Stecken und auf einer moralischen Skala möchte ich sie nicht einordnen. Ich werde niemals eine USA- oder eine Deutschland- oder eine Russlandfahne hissen, auch nicht zur Fußball-WM, genauso wenig, wie ich mir die Politik in rechts/mittig/links einordnen lasse. Und mein Kommentar dazu, dass es Seppelt ich ganz gelungen sei, das zu vermitteln kann ich nur so stehen lassen. Ob er überhaupt auf eine weltweite oder nur auf Russland beschränkte Dopingproblematik hinweisen wollte, weiß ich nicht. Aber um die breite Masse auf eine weltweite Problematik hinzuweisen, hätte er das deutlicher sagen müssen. Ob ich das gut oder schlecht finde, was er der "Masse" vermittelt, habe ich nicht geschrieben. (Es ist mir im Übrigen auch egal, ob und welche Wirkungen die Doku zeigt, denn ich glaube nicht an eine Ausmerzung des Dopings vor dem 3. Weltkrieg. Da können sie meinetwegen Funktionäre absägen wie sie wollen, es werden neue desselben Schlages nachfolgen, denn solange der Sport kommerzialisiert ist, werden es möglicherweise nur kommerzorientierte Leute nach oben zu den Funktionären schaffen.)


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - decathlonitis - 13.12.2014

(13.12.2014, 19:53)icheinfachma schrieb:
(13.12.2014, 18:24)Robb schrieb: @icheinfachma: Hast du konkrete Hinweise über systematisches Doping in anderen Ländern, über die wir diskutieren sollten? Im aktuellen Fall geht es um Russland, also ist es logisch, dass wir über Russland diskutieren. Ich finde es ziemlich sinnlos, beim Thema Doping ins Blaue zu spekulieren und Seppelt hat zu seinem Schlußwort keinerlei Fakten über Doping in anderen Ländern geliefert.

Ich möchte nicht von Russland ablenken, sondern nur davor warnen, dass die Dokumentation den alleinigen Fokus auf Russland legt. Der letzte Teil meines Beitrages vor weniger auf die Diskussion hier bezogen, sondern vor allem darauf, dass jetzt in den Medien das Bild des dopenden Russlands gezeichnet wird, ohne darauf hinzuweisen, dass Russland womöglich exemplarisch für viele Länder steht. Es ist politisch zur Zeit ja auch ganz nützlich, die Doku in diesem Sinne zu instrumentalisieren. Genauso wenig, wie man vom bösen Russen und dem lieben Westen sprechen kann, kann man das Umgekehrte sagen. Alle Systeme haben Dreck am Stecken und auf einer moralischen Skala möchte ich sie nicht einordnen. Ich werde niemals eine USA- oder eine Deutschland- oder eine Russlandfahne hissen, auch nicht zur Fußball-WM, genauso wenig, wie ich mir die Politik in rechts/mittig/links einordnen lasse. Und mein Kommentar dazu, dass es Seppelt ich ganz gelungen sei, das zu vermitteln kann ich nur so stehen lassen. Ob er überhaupt auf eine weltweite oder nur auf Russland beschränkte Dopingproblematik hinweisen wollte, weiß ich nicht. Aber um die breite Masse auf eine weltweite Problematik hinzuweisen, hätte er das deutlicher sagen müssen. Ob ich das gut oder schlecht finde, was er der "Masse" vermittelt, habe ich nicht geschrieben. (Es ist mir im Übrigen auch egal, ob und welche Wirkungen die Doku zeigt, denn ich glaube nicht an eine Ausmerzung des Dopings vor dem 3. Weltkrieg. Da können sie meinetwegen Funktionäre absägen wie sie wollen, es werden neue desselben Schlages nachfolgen, denn solange der Sport kommerzialisiert ist, werden es möglicherweise nur kommerzorientierte Leute nach oben zu den Funktionären schaffen.)
Das hast Du hier gut rüber gebracht und es entspricht auch genau meiner Meinung zm Thema und zur Diskussion. Das ganze Thema jetzt einseitig und blauäugig nur in in einer Richtung verfolgen, lenkt von den eigentlichen Dimensionen des Dopings und den damit verbundenen Machenschaften ab.
Kann man da überhaupt noch guten Gewissens und mit Interesse und Freude auf die diversen aktiven und anstehenden Sport-und Laufveranstaltungen verweisen?
Von Prof. Digel z.B ist dazu aktuell zu hören, dass das Ausmaß des Dopingmissbrauches global zu sehen ist.
Und er meint,: "Der Sport muss versuchen, besser zu sein als die Gesllschaft."

Hier ein Link seiner Position in 10 Thesesn:

http://www.uni-heidelberg.de/presse/news08/pm280616-3dop.html

Ich danke!


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - Hellmuth K l i m m e r - 13.12.2014

@ icheinfachma


Du scheinst ja ein gewissenhafter Observator zu sein. Cool
Dass solche Fehler bei den einen oder anderen ÜL vorkommen, erlebe(te) auch ich gelegentlich. Oft sind nicht nur mangelnde Ausbildung, zu wenig eigne Praxis sondern auch die kritiklose Übernahme dessen, was die ÜL von ihren ehem. Trainern/ÜL sahen, Schuld daran.

Da hilft nur eins: sachlich, zurückhaltend, bescheiden, ... für Korrekturen sorgen; nie seine Überlegenheit, sein Besserwissen herauskehren!
Und um mit Sicherheit Fehler zu erkennen, muss man schon ein gerüttet Maß an Erfahrungen haben. Als Trainer-Eleve ist das meist erst nach einigen (3 ... 4) Jahren, möglichst an der Seite eines erfahrenen Kollegen, der Fall. 

H. Klimmer / sen.


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - lor-olli - 14.12.2014

(13.12.2014, 23:27)Hellmuth K l i m m e r schrieb: @ icheinfachma
(1) … Da hilft nur eins: sachlich, zurückhaltend, bescheiden, ... für Korrekturen sorgen; nie seine Überlegenheit, sein Besserwissen herauskehren!

(2) …Als Trainer-Eleve ist das meist erst nach einigen (3 ... 4) Jahren, möglichst an der Seite eines erfahrenen Kollegen, der Fall. 

Nichts für ungut, aber ich habe mich gefragt, ob dies wirklich ernst gemeint ist!?
Punkt 1: Mit dieser Einstellung macht man beim DLV eher keine Karriere, oder ist sachlich, zurückhalten, bescheiden mit "schleimen" zu übersetzen?

Zu Punkt 2: An welche erfahrenen Kollegen wird hier gedacht, ich könnte da ein paar Namen nennen, deren "Menschenführung" man sich ungern 3-4 Jahre lang antun möchte.

Nebenbei haben diese Umstände aber überhaupt nichts mit Doping zu tun, denn es gab und gibt unter den "Doping-Trainern" durchaus fähige Trainer, die einen enormen Umfang an Wissen und Technik haben / hatten, welches auch ohne UM durchaus Früchte tragen würde - nur eben oft nicht bis in die absolute Spitze.

Spitzensport ist für die Charakterbildung nicht immer das ideale Mittel, er wird immer "Erfolgsmenschen" nach oben spülen, nicht wenige haben in Bezug auf Skrupel eine eher bescheidene Portion abbekommen (das bedeutet nicht gleich Betrug, man kann auch einfach menschlich ein Schwein sein!). Unter den ehemaligen Spitzenathleten, die dann als Trainer oder Funktionäre erfolgreich sind, gibt es da so einige. Bubka als Name wäre politsch gerade passend (?), aber ICH denke da auch an einen Deutschen, der es sportpolitsch bis nach "ganz oben" gebracht hat…

Doping ist keine russische Spezialität, das Problem ist ein gesellschaftliches, Erfolg heiligt in den Augen zu vieler Menschen nahezu jedes Mittel. Staaten in denen Korruption weit verbreitet ist erleichtern natürlich die sportlich unsauberen Maßnahmen, aber auch Deutschland ist in Sachen Korruption nicht mehr als Musterland erste Wahl! (laut Bericht des OECD)


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - Hellmuth K l i m m e r - 14.12.2014

Mein lieber lor-olli,
ich reagierte - abweichend vom Thema Doping - nur auf die Beobachtungen icheinfachmas, und meine pädagogischen Empfehlungen meinte ich wirklich ernst.
Deine Auffassung zu den Möglichkeiten der Charakterbildung im (Leistungs)Sport lasse ich mal so stehen, genau wie ich deinem Groll zu einigen(?) oder einem Trainer(?) nicht widersprechen will.
Und zu Doping und den Manipulationen im russischen Sport bedarf es auch keiner weiteren Anmerkungen - Seppelt hat genug Furore bewirkt.

H. Klimmer / sen. 


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - Pollux - 14.12.2014

(13.12.2014, 21:21) decathlonitis schrieb: Das hast Du hier gut rüber gebracht und es entspricht auch genau meiner Meinung zm Thema und zur Diskussion. Das ganze Thema jetzt einseitig und blauäugig nur in in einer Richtung verfolgen, lenkt von den eigentlichen Dimensionen des Dopings und den damit verbundenen Machenschaften ab.
Kann man da überhaupt noch guten Gewissens und mit Interesse und Freude auf die diversen aktiven und anstehenden Sport-und Laufveranstaltungen verweisen?
Von Prof. Digel z.B ist dazu aktuell zu hören, dass das Ausmaß des Dopingmissbrauches global zu sehen ist.
Und er meint,: "Der Sport muss versuchen, besser zu sein als die Gesllschaft."

Hier ein Link seiner Position in 10 Thesesn:

http://www.uni-heidelberg.de/presse/news08/pm280616-3dop.html

Ich danke!

Danke für den Hinweis! Sicher eine klare und nachvollziehbare Positionierung von Digl. Aber der immerwährende Bezug auf die REGELN birgt einen Nachteil. Der Doper bezieht nämlich alle schönen Regeln auf die eine - die ungeschriebene Regel: dass es letztlich nur auf das ankommt, was hinten rauskommt, den sportlichen Erfolg. Vor allem dann, wenn die Doping-Entscheidung von Funktionären und Trainern - wie offenbar in der russischen Leichtathletik – getroffen wird. Daraus folgt dann die ungeschriebene Regel Nummer Zwei: Doping ist nur dann, wenn du erwischt wirst. Gefolgt von Regel Nummer 3: Mindestens 150000 Euronen für die Straffreiheit.  

PS: Wieso Herr Seppelt eine Doping-Welt-Totalverantwortung zu tragen hat, wenn er feststellt: ‚das ist ein Superlativ’, ist mir schleierhaft. Wenn er in Russland zu recherchieren hat, tut er das in Russland. (Wie er dazu gekommen ist, hat er nachvollziehbar – und in Erzählform - klargestellt) Wenn er in den USA zu recherchieren gehabt hätte, hätte er es dort getan. Wieso es überdies hilfreich wäre, bei jeder aufgedeckten Schweinerei hinzuzufügen: „ist aber wohlgemerkt bestimmt kein absoluter Sonderfall!“, ist mir auch schleierhaft. Und zwar in jeder Hinsicht! Es sei denn, die Sportwelt wäre dopingmäßig noch nie aus allen Wolken gefallen. 

Man kann es natürlich auch umkehren und sagen: Ist doch alles nur ein Hinweis darauf, dass Hochleistungssport und Doping gleichgesetzt werden müssen. Manche Leute sind ja dieser Auffassung. Aber diese Auffassung wäre bereits für den Fall untauglich, dass es eine Minderheit von konsequenten Nicht-Dopern gibt. Daher definiert Seppelt seine Verantwortung auch im Dienst dieser Leute. Nix Weltsauberkeitsblauäugigkeitsdesillusionierungsverantwortung! 


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - runner24 - 14.12.2014

(14.12.2014, 12:22)Pollux schrieb: PS: Wieso Herr Seppelt eine Doping-Welt-Totalverantwortung zu tragen hat, wenn er feststellt: ‚das ist ein Superlativ’, ist mir schleierhaft. Wenn er in Russland zu recherchieren hat, tut er das in Russland. (Wie er dazu gekommen ist, hat er nachvollziehbar – und in Erzählform - klargestellt) Wenn er in den USA zu recherchieren gehabt hätte, hätte er es dort getan. Wieso es überdies hilfreich wäre, bei jeder aufgedeckten Schweinerei hinzuzufügen: „ist aber wohlgemerkt bestimmt kein absoluter Sonderfall!“, ist mir auch schleierhaft. Und zwar in jeder Hinsicht! Es sei denn, die Sportwelt wäre dopingmäßig noch nie aus allen Wolken gefallen.

Vollste Zustimmung. Gerade bei Seppelt geht der Vorwurf der Einseitigkeit meiner Meinung nach eh fehl. Er hat z.B. schon über Doping in China, Kenia oder Nordkorea recherchiert, über Sommer- wie auch Wintersport. Das meiste lässt sich problemlos bei youtube finden.


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - icheinfachma - 14.12.2014

Nochmal (für die langsameren), ich habe nicht erwähnt, er solle die Bevölkerung darauf hinweisen, dass es auch im Rest der Welt ein Dopingproblem gibt. Ich habe nur gesagt, dass er es mit speziell dieser Doku ganz offensichtlich nicht tut, wenn man die Medienreaktion darauf sieht. In den Medien wird das ganze jetzt teilweise so dargestellt, als müsste man mit dem Finger auf Russland zeigen. Und es ist eben naiv, zu glauben, dass der "böse Russe" am Doping schuld wäre, sondern Russland ist nur eines von vielen Ländern, in denen gedopt wird. Und diese Botschaft wird nicht vermittelt. (Sie würde vermittelt werden, wenn die Leute, die die Doku sehen würde, scharfsinniger wären.)

Demnach habe ich Seppelt auch keinen Vorwurf gemacht oder auch nur ansatzweise von Generalverantwortung geschwafelt, auch wenn das einige so hineininterpretieren.


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - decathlonitis - 14.12.2014

(14.12.2014, 17:15)icheinfachma schrieb: Nochmal (für die langsameren), ich habe nicht erwähnt, er solle die Bevölkerung darauf hinweisen, dass es auch im Rest der Welt ein Dopingproblem gibt. Ich habe nur gesagt, dass er es mit speziell dieser Doku ganz offensichtlich nicht tut, wenn man die Medienreaktion darauf sieht. In den Medien wird das ganze jetzt teilweise so dargestellt, als müsste man mit dem Finger auf Russland zeigen. Und es ist eben naiv, zu glauben, dass der "böse Russe" am Doping schuld wäre, sondern Russland ist nur eines von vielen Ländern, in denen gedopt wird. Und diese Botschaft wird nicht vermittelt. (Sie würde vermittelt werden, wenn die Leute, die die Doku sehen würde, scharfsinniger wären.)

Demnach habe ich Seppelt auch keinen Vorwurf gemacht oder auch nur ansatzweise von Generalverantwortung geschwafelt, auch wenn das einige so hineininterpretieren.
Vollste Zustimmung, genauso habe ich es verstanden und das ist auch meine Sicht der Dinge!
Aber, doch die kleine Einschränkung zu "für die Langsameren", da gehören auch noch die selektiven Leser dazu.
Der ARD-Bericht passt ja auch gut zur aktuellen politischen Situation.

"De Russe kümmt"
Zitat:Man kann es natürlich auch umkehren und sagen: Ist doch alles nur ein Hinweis darauf, dass Hochleistungssport und Doping gleichgesetzt werden müssen. Manche Leute sind ja dieser Auffassung. Aber diese Auffassung wäre bereits für den Fall untauglich, dass es eine Minderheit von konsequenten Nicht-Dopern gibt. Daher definiert Seppelt seine Verantwortung auch im Dienst dieser Leute. Nix Weltsauberkeitsblauäugigkeitsdesillusionierungsverantwortung!
Lieber Pollux,
auf ein solch hohes Niveau kann ich mich nicht einlassen, da würde ich wohl den Kürzeren ziehen.Smile

Aber, mein Glaube ist noch nach wie vor, dass es bei den Sporttreibenden weltweit eine Mehrheit von Nichtdopern gibt.
Und Leute wie der Seppelt trotz des harmlosen Schnullermundes, gehen Wagnisse ein und rütteln uns auf.
Bravo!Thumb_up

Vorsicht, de Russe kümmt?
deca

 


RE: ARD: Geheimsache Doping - Systematisches Doping in Russland - icheinfachma - 14.12.2014

Ich bin mir da extrem unsicher, ob unter den WM-, Olympia- und Diamondleague-Teilnehmern die meisten gedopt oder clean sind oder es ausgewogen verteilt ist... Aber ich würde bei einigen der schnellsten Sprinter der Welt zu gerne wissen, ob sie dopen oder nicht. Und dann kan man ja auch noch unterscheiden, ob jemand seine gesamte Leistung auf langzeitlichem Doping aufgebaut, oder nur "das eine Mal" auf ein Stimulanzium zurückgegriffen hat (was man als Ausrutscher oder auch als unentschuldigbar sehen kann) oder ihm/ihr das Doping sogar heimlich untergejubelt wurde und ihm/ihr dann angehängt wurde, bewusst gedopt zu haben. Manche Sprinter zeigen ja in zahlreichen Interviews eine interessante Persönlichkeit, mit der man z.T. auch identifiziert. Da wäre es dann sehr enttäuschend, zu erfahren, dass genau diese Athleten dopen. Ich denke, der Generalverdacht ist eine der größten Bürden, die das Doping mit sich bringt. Ich hoffe, dass wenigstens innerhalb Deutschlands wenig gedopt wird und hinter den scharfen Worten der Kritik von einigen unserer Sprinter Ehrlichkeit steckt. Aber selbst dann weiß man nicht, wie es im Amateurbereich aussieht, also dem Bereich, in dem auch ich mich bewege. Wenn man das Doping im Freizeitbodybuilding bedenkt, wäre es für mich vorstellbar, dass auch Leichtathleten auf Amateurniveau dopen. Man kann hoffen, dass das nicht der Fall ist, aber Gewissheit bekommt man nicht.