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Krafttraining oder Schnellkraft - Druckversion

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RE: Krafttraining oder Schnellkraft - MZPTLK - 04.11.2015

(02.11.2015, 08:44)Gertrud schrieb:
(01.11.2015, 20:55)MZPTLK schrieb: Ich verstehe nicht, wie man mittels lotrechter Kraftrichtung vorwärts laufen können soll.

Der Fußaufsatz bei Bolt bewegt sich von etwa -6" bis 30°. Es entsteht ein scheinbares Bild der Dominanz der backside mechanics, wenn man die Impulsgebung vorne nicht sieht. Im so genannten mid stance ensteht der meiste Druck auf die Strukturen, wenn man die Bilder "seziert". Da geht der Arbeitswinkel nach unten (also auch in die harte Exzentrik!). Natürlich muss der Vortrieb irgendwoher kommen. Der Fuß bewegt sich genaugenommen etwas von vorne nach hinten in den Pushoff; aber die eigentliche Antriebskraft ist die Vertikale auch für die niedrige Kontaktzeit. Es ist doch auffällig, dass man in der Akzelerationsphase bei Neigung des Gesamtkörpers nach vorne am langsamsten ist. Die Maxgeschwindigkeit entsteht in der relativ aufrechten Phase. Wenn man genau hinschaut, gibt es auch dort einen situativen Neigungswechsel im System!!! Der Fuß ist sozusagen der letzte Teil der "Stufenrakete", aber die "Musik" spielt früher!!!
Ich denke, noch schlauer wird man erst über Richtung und Wirkung der Druckübertragung,
wenn man den KSP-Verlauf während des Bodenkontakts synoptisch dingfest macht.
In der ersten Phase des Kontakts wird es mehr um die Amortisation des sinkenden KSP gehen,
dann mehr um die Beschleunigung nach vorn.
Umgekehrt wäre physikalischer Blödsinn.


RE: Krafttraining oder Schnellkraft - Gertrud - 04.11.2015

(04.11.2015, 15:44)lor-olli schrieb: Genau dies ist auch mein Verweis mit der "Flexibilität der Hüfte" gewesen, alle praktischen Studien die diesen Punkt für Vernachlässigbar halten, wurden mit durchschnittlichen Sportlern (Schüler, Studenten etc.) gemacht.  Für eine Überprüfung im Spitzenbereich fehlt der Wille!? Folglich hat der "Theoretiker" icheinfachma sie übernommen.

(Mir ist schon klar, was das praktisch an Arbeit und Aufwand bedeutet, Überzeugungsarbeit bei Trainern, Athleten, Biomechanikern u.a. gar nicht mitgerechnet…)

Im Grunde braucht man nur gute Augen und Akribie, um die Unterschiede zu sehen und natürlich jede Menge Hintergrundwissen für die richtige Trainingskonzeption in einem großen Puzzle. Ich habe mich letztens lange mit einem jungen Trainer und seiner Athletin aus dem gehobenen Segment unterhalten und sie mit sehr plausiblen Bewegungsdetails anhand von Unterlagen überzeugt. Das mache ich am liebsten: face to face!!! Man hinkt hier in in manchen Disziplinen in Technikdetails hinterher, weil man nicht genau hinschaut. 

Schwierig ist noch das punktgenaue Training von Strukturen, weil man einfach noch nicht genug z. B. über die intramuskuläre Steuerung weiß. Es gibt da erhebliche Grauzonen. Das ist mir alles noch zu global. Ich bin gerade dabei, zwei Arbeiten über dieselbe Struktur zu vergleichen, wobei es unterschiedliche Literaturangaben mit unterschiedlichen Ergebnissen und Aussagen gibt. Die Studien sind meistens so gut, wie gefragt wird. 

Gertrud