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Vereinsidentifikation im Profisport - TranceNation 2k14 - 05.01.2026 (05.01.2026, 20:59)S_J schrieb: Die Pressemeldung ist zwar inzwischen auch einen Monat alt, aber vielleicht trotzdem interessant für manche: Moment...also nimmt der Verein Geld in die Hand um eine Trainingsgruppe inkl. Trainer zu verpflichten und ggf. sogar die Infrastruktur anderer Vereine (zB Europahalle und CK Stadion) mitzuverwenden? Wenn die jetzt keine etablierten Jugendabteilungen haben, wäre das ja fast wie... abgetrennt aus Netzfundstücke Threadtitel vom mod RE: Netzfundstücke - S_J - 05.01.2026 (05.01.2026, 21:52)TranceNation 2k14 schrieb: Moment...also nimmt der Verein Geld in die Hand um eine Trainingsgruppe inkl. Trainer zu verpflichten und ggf. sogar die Infrastruktur anderer Vereine (zB Europahalle und CK Stadion) mitzuverwenden? Wenn die jetzt keine etablierten Jugendabteilungen haben, wäre das ja fast wie... Die Europahalle ist ja städtische Infrastruktur und wurde auch von der Trainingsgruppe genutzt während sie offiziell in Baden-Baden waren. Warum sich Metzler und die LGR getrennt haben, ist ein anderes Thema. Carl Kaufmann startete übrigens für den KSC Aber dem Bild in der BNN nach zu urteilen, trainieren sie wohl nicht im CK-Stadion sondern im KIT-Stadion?Dass im Wildpark wieder eine Rundbahn eingebaut wird, davon wage ich nichtmal zu träumen ![]() Bis 2019 gab es ja beim KSC auch eine Leichtathletik-Nachwuchsabteilung. Oder zumindest Wettkampfteilnahmen. Falls das wiederaufgelebt werden soll, findet sich davon jedenfalls zumindest noch nichts im Web. Metzler ist ja aber zumindest seit Jahrzehnten in der Lehre aktiv. Von Fortbildungen im Raum Karlsruhe bis hin zur A-Trainer Ausbildung. Aber ja, die Parallelen sind mir nicht entgangen. Ich habe es dennoch erst einmal in diesen "neutralen" Thread gepostet. Was ich hier aber positiv sehe ist die Umverteilung des Profits von populären Sportarten in weniger medienwirksame Sportarten wie Leichtathletik. Das ist ja auch in den USA ein Grundstein der Leichtathletikfinanzierung. RE: Netzfundstücke - mariusfast - 05.01.2026 (05.01.2026, 23:05)S_J schrieb:Jetzt mal halblang. Wo steht denn, dass überhaupt Geld in die Hand genommen wurde?(05.01.2026, 21:52)TranceNation 2k14 schrieb: Moment...also nimmt der Verein Geld in die Hand um eine Trainingsgruppe inkl. Trainer zu verpflichten und ggf. sogar die Infrastruktur anderer Vereine (zB Europahalle und CK Stadion) mitzuverwenden? Wenn die jetzt keine etablierten Jugendabteilungen haben, wäre das ja fast wie... Wir reden immer noch vom KSC ... Da ist man eigentlich auf Sparkurs unterwegs S_J bringts auf den Punkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es bei diesen Wechsel seiner Trainingsgruppe vor allem um eine Person, und zwar um Udo, geht. Wegen ihm sind ja auch alle weg von der LG Region nach Baden-Baden. Obwohl der Kern der Gruppe in Karlsruhe wohnt und studiert. Zumindest am Anfang trainierten sie auch in Baden-Baden.. KIT- und KSC Gelände ist ja angrenzend. Vllt. kann man dann noch Physios oder Regenerationsräumlichkeiten etc. nutzen. Ich weiß auch nicht ob Assani von Baden-Baden Geld bekam. Ansonsten ist das eine schöne Geschichte mit dem Karlsruher SC. Der KSC und die Leichtathletik…: KSC - MEINE HEIMAT. Zitat:Die Leichtathletikabteilung wurde bereits im Jahre 1922 gegründet und machte sich vor allem durch die internationalen Erfolge in den 50er und 60er Jahren durch Heinz Fütterer, Carl Kaufmann und Lothar Knörzer auch über die badischen Grenzen hinaus einen Namen. Auch Heike Drechsel startete um die Jahrtausendwende für den KSC. Den Läufern im Karlsruher Raum ist sicherlich noch Hans Gulyas ein Begriff LaufReport RE: Netzfundstücke - TranceNation 2k14 - 06.01.2026 Ich hab es ja als Frage formuliert. Aus intrinsischer Motivation können sie sicher auch nach KA gewechselt sein und das Ehrenamt beleben. Aber vll liest du meinen Beitrag auch nochmal mit der Zynismus Brille. RE: Netzfundstücke - S_J - 06.01.2026 (05.01.2026, 23:58)mariusfast schrieb: Jetzt mal halblang. Wo steht denn, dass überhaupt Geld in die Hand genommen wurde? In dem von mir verlinkten Pressebericht ![]() Zitat: Nach einem sportlich starken Jahr 2024 – mit vierten Plätzen bei Hallen-WM und -EM sowie der Olympiateilnahme in Paris – wollte Assani in Baden-Baden aber ihr Gesamtpaket aufgebessert sehen. Doch der SC Heel Baden-Baden zog nicht mit. [...] Und obwohl auch die Vereine aus Wattenscheid und Wetzlar bei Assanis Management vorgefühlt hatten, entschied sich die Weitspringerin schließlich für den KSC. Offenbar überzeugten sie die wirtschaftlichen, aber auch die medialen Perspektiven. RE: Netzfundstücke - Citius - 06.01.2026 (06.01.2026, 00:23)S_J schrieb:(05.01.2026, 23:58)mariusfast schrieb: Jetzt mal halblang. Wo steht denn, dass überhaupt Geld in die Hand genommen wurde? Ich finde es ehrlich gesagt sehr befremdlich, dass der TV Wattenscheid Geld in die Hand nimmt und (vorallem Sprinter) externen Athleten das Startrecht anbietet, auch ohne dass diese ihr Trainingsumfeld nach NRW verlegen. Warum nutzt man das Geld nicht für die eigene Jugend, die im Schülerbereich recht groß ist? RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026 Ihr wollt meinen Kommentar, also bekommt ihr ihn: Natürlich ist es das gleiche wie GA in Teilen, wenn eil Fußballverein oder ein sonstiger Mäzen sich als "Hobby" oder Werbeträger ein paar Spitzensportler einkauft. (In diesem Fall kauft man wenigstens den Trainer mit ein, was bei GA manchmal, aber nicht immer passiert.) Das ist anfürsich erst einmal nicht schlimm – nur halt in den seltensten Fällen nachhaltig. Wenn man die Leichtathletik "retten"/fördern will (zumindest ersteres behauptet in Karlsruhe glaube ich niemand anders als bei GA, letzteres ist eine jorunalistische bzw. gesellschaftliche Aufgabe in Relation zu setzen), darf und sollte man aber für nachhaltige Konzepte plädieren. Das kann in Karlsruhe passieren, wenn man es als Anlass nimmt, die Abteilung wieder aufzubauen. Ganz grundsätzlich wäre viel gewonnen, wenn an mehr Standorten langfristig gearbeitet wird und nicht nur Rosinen gepickt werden. Man muss als Verein auch mal den Mut haben, seine besten/engagiertesen Trainer in die U14 zu stecken. Mal ein paar Jahre nicht bei der DM sein um wieder aufzubauen. Generell: Sich ständig fragen: Wie können wir(!) besser werden, nicht nur: Wo kommen bessere Athleten her? Und aus Athletensicht: Man kann jedes Jahr oder alle zwei Jahre den Verein wechseln um möglichst viel Geld mitzunehmen. Völlig legitim. Gibt es gerade in Hessen einige. Man darf als Verein den Spaß aber auch mal nicht mitmachen und sagen: Du gehst, okay, das Geld mehr sei dir gegönnt, aber danach ist die Tür auch zu. Und man darf auch noch darauf verweisen, dass Vereinszugehörigkeit auch einen Wert an sich haben darf. Wer das nicht fühlt, sein Problem. Aber Sportarten, die deutlich mehr Geld umsetzen, machen uns vor, wie allein die Zugehörigkeit zu einem Verein Identität stiften kann. Halt geben, Familie und Heimat sein. Wer das als Verein erreichen will, diese Werte transportieren will, der muss aber auch darauf achten, dass die Mitglieder einander wertschätzen und den Verein wertschätzen. Wer dann "Söldner" einkauft, kann sein eigenes Wir-gefühl auch kaputt machen. RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026 Bei den erfolgreichsten Vereinen, z.B. Fußball, spielt eine Identifikation mit dem Verein überhaupt keine Rolle. Im Spitzensport hat so etwas überhaupt nichts verloren. Es geht um Leistungsmaximierung. Was sollen "Söldner" sein? Es geht um Erfolg. Sonst nichts. Diese komische Fußballromantik gibt es maximal noch in der Kreisliga und verhindert auch maximalen Erfolg. Wenn AthletInnen maximalen Erfolg wollen, müssen sie in erster Linie auf sich selbst schauen. Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Das sind die einzig relevanten Fragen. RE: Netzfundstücke - Reichtathletik - 06.01.2026 (06.01.2026, 14:01)muffman schrieb: Bei den erfolgreichsten Vereinen, z.B. Fußball, spielt eine Identifikation mit dem Verein überhaupt keine Rolle. Im Spitzensport hat so etwas überhaupt nichts verloren. Es geht um Leistungsmaximierung. Was sollen "Söldner" sein? Es geht um Erfolg. Sonst nichts. Diese komische Fußballromantik gibt es maximal noch in der Kreisliga und verhindert auch maximalen Erfolg. Wenn AthletInnen maximalen Erfolg wollen, müssen sie in erster Linie auf sich selbst schauen. Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Das sind die einzig relevanten Fragen. Du hast ein in mein Augen bemitleidenswertes (ich würde sagen sehr deutschens) Menschenbild. Identifikation hat "gar nichts verloren" raubt allem seine Seele und erzeugt eine sehr kurze Lunte an jeder Karriere. Wenn jeder nur auf sich schaut, schaut auch keiner mehr auf den anderen, wenn es nicht mehr läuft. Natürlich ist es falsch zu romantisieren. Aber so zu tun, als passiere Leistung im Luftleeren raum, es müssten nur rein materielle und physische Dinge verfügbar sein, der übersieht dass er es mit Menschen zu tun hat. Auch auf die Gefahr hin dass du meine Erfahrungen wieder nur als fiktive Anektoten abtust, die man nicht argumentativ berücksichtigen muss: ich kenne sehr viele Leistungsträger die teils wochen oder jahrelang nur zum Training kamen, wegen der anderen, die zum Training kamen. Wir haben in der Nationalmannschaft zahlreiche Sportler mit psychischen Erkrankungen. Allein das zeigt schon, wie wichtig es ist, dass es ein Umfeld gibt, dass sich gegenseitige Wertschätzung – explizit auch losgelöst vom sportlichen Erfolg – entgegenbringt. Natürlich soll und darf es etwas bedeuten, für einen Verein zu starten. Teil von ihm zu sein. Natürlich motiviert es die nächste Generation im gleichen Verein zu sein wie ein Olympiateilnehmer. Aber nur wenn der sich vielleicht auch mal auf dem Sommerfest blicken lässt und das Vereinslogo, was für Junior die Welt bedeutet, auch auf der Brust trägt und nicht nur das des Ausrüsters, der am meisten Geld zahlt. Ich empfehle die Lektüre des Buches "The score takes care of itself" von Bill Walsh. Zweielsohne einer der erfolgreichsten Trainer&Manager im (hochkommerziellen) Profisport. Der beschreibt sehr explizit, warum es von Bedeutung ist, dass eine Organisation auch Bedeutung hat. Ein anderer Ausschnitt zu Zusammenhalt: Zitat:“Leaders sometimes wonder why they or their organization fail to achieve success, never seem to reach their potential. It’s often because they don’t understand or can’t instill the concept of what a team is all about at its best: connection and extension. This is a fundamental ingredient of ongoing organizational achievement. (Of course, incompetence as a leader is also a common cause of organizational failure.) Combat soldiers talk about whom they will die for. Who is it? It’s those guys right next to them in the trench, not the fight song, the flag, or some general back at the Pentagon, but those guys who sacrifice and bleed right next to them. “I couldn’t let my buddies down,” is what all soldiers say. Somebody they had never seen before they joined the army or marines has become someone they would die for. That’s the ultimate connection and extension.” RE: Netzfundstücke - muffman - 06.01.2026 (06.01.2026, 14:01)muffman schrieb: Wie, wo und mit wem kann ich maximale Leistung bringen, maximalen Erfolg haben? Und jetzt bitte nochmal kurz nachdenken, bevor du wieder völlig hysterisch in die Tastatur hackst. |