Leichtathletikforum.com
Elite-Hallen-Wettkämpfe - Druckversion

+- Leichtathletikforum.com (https://leichtathletikforum.com)
+-- Forum: Leichtathletikforen (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=1)
+--- Forum: Leichtathletik allgemein (https://leichtathletikforum.com/forumdisplay.php?fid=2)
+--- Thema: Elite-Hallen-Wettkämpfe (/showthread.php?tid=4009)

Seiten: 1 2 3 4


Elite-Hallen-Wettkämpfe - Reichtathletik - 07.02.2021

Die (deutsche) Leichtathletik ist derzeit sehr seltsam. Der Großteil der AuA kann nicht im Team trainieren, teilweise nicht einmal die Sportstätten nutzen. Gleichzeitig gibt es einige Hallenwettkämpfe für Kaderathlet*innen. Da laufen dann Jugend und Erwachsene, weil sie dürfen, zum Teil schnellere Ü20-AuA dürfen nicht mitmachen. In Erfurt sind sogar Triathleten am Start gewesen, während einige Leichtathleten zusehen müssen.

Ich weiß nicht ob das so sinnvoll ist. Ich habe nun schon von mehreren AuA Frust und Demotivation durch diese Zwei-Klassen-Gesellschaft erlebt. Nie war der Gap zwischen Kader und Nicht-Kader größer. Hier Wettkämpfe, da Vereinsaustritt. Ich weiß, die Wettkämpfe haben hohe Hygienemaßnahmen, aber wie sinnvoll ist es, dafür AuA quer durch Deutschland reisen zu lassen oder zum Teil sogar aus dem Ausland herkommen zu lassen?!

Sind die Wettkämpfe nötig, um Sponsoren bei Laune zu halten? Und wenn, wie schafft man es, auch die anderen davon profitieren zu lassen? Ich habe große Sorge dass die Leichtathletik-Familie sich gerade endgültig voneinander entfernt und letztlich auch die Basis die Stars nicht für Olympia und Co die Daumen drückt, sondern mit Missgunst verfolgt.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - Mateng - 07.02.2021

Sicherlich ein kritisches Thema. Aber es gibt derzeit einfach Massgaben/Corona-Landesverordnungen, innerhalb dessen Rahmen sich alle bewegen müssen. Ist es da wirklich so verwerflich, wenn Verbände/Vereine wenigstens versuchen für die Athleten, denen man es laut der entsprechenden Landesverordnungen irgendwie ermöglichen kann, Wettkämpfe anzubieten. Was wäre die Option? Auch für diese Athleten kein Training/Wettkämpfe anzubieten? Das sehe ich als schlechteste Alternative ...
Sorry, aber das hat zumindest ein klein wenig den Zug eine typisch deutschen Neiddiskussion. (überspitzt gesagt) ...

Es gibt Regeln, an die man sich im Moment halten muss. Wenn es möglich ist, zumindest einem Teil Athleten innerhalb dieser Regeln Leistungssport anzubieten, dann sollten wir dankbar dafür sein, dass es Verbände und Veranstalter gibt, die in den gesetzen Schranken alles versuchen und investieren um zumindest diesem Teil der Sportler einen Sportbetrieb zu ermöglichen.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - runner5000 - 07.02.2021

Das Problem ist, dass keine einheitliche Regelungen gibt. In Erfurt durften laut Verordnung nur Bundeskaderathleten teilnehmen, woanders gibt es diese Regel nicht.
Auch Maximilian Thorwirth hat die Bundeskaderregel bereits kritisiert, obwohl er Mitglied eines solchen ist, da es in der Leichtathletik genügend Deutsche Meister, Medaillengewinner und auch Leute, die international für Deutschland starten, etc. gibt, die nicht Mitglied in einem Bundeskader sind.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - dominikk85 - 07.02.2021

Ich halte zwanghafte suche nach Gerechtigkeit und Gleichbehandlung für einen der größten Irrtümer.
​​​​​​
ja, Gerechtigkeit wäre ideal, aber nur wenn das Niveau der "unteren" gesteigert wird, Gerechtigkeit als Selbstzweck ist dumm.

Als Beispiel:

Amazon höher zu besteuern um mit dem Geld ärmere zu fördern kann eine gute Sache sein. Aber Herrn Bezos das Geld wegzunehmen und es zu verbrennen nur um "die schere zwischen Arm und Reich" zu verringern wäre äußert dumm. Klar in der Theorie schafft beides Gerechtigkeit und Gleichheit aber nur eins der beiden ist sinnvoll.

Auf die LA bezogen bedeutet das den jüngeren wieder mehr zu erlauben wäre super, aber es den top Leuten auch zu verbieten nur um "Gleichheit" zu schaffen wäre dämlich.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - Reichtathletik - 07.02.2021

Wie hier bereits von einem der Diskutanten geschrieben: Ein schwieriges Thema. Die Grenze Bundeskader ist sicher eine schwierige, weil wir ja nicht erst seit Corona über die Zugehörigkeit zu eben jenen oder eben nicht schon des öfteren diskutiert haben.
Das Argument Neiddiskussion kann ich verstehen. Da ist sicher etwas dran. Dem möchte ich zum einen entgegen halten dass das Reisen der Athleten und Trainer quer durch Deutschland womöglich weniger sinnvoll ist, als es festen Kleingruppen in den Landesverbänden zu gestatten Trainingswettkämpfe zu machen. Auch muss man sehen, dass durch die sehr aufwändigen wegen der Maßnahmen Wettkämpfe viele personelle und zeitliche Ressourcen fließen, die zZ vielleicht anderswo dem Sport helfen könnten. Für mich letztlich entscheidend ist aber der Punkt, dass ich in der Betreuung von Nicht-Kaderathleten bemerke wie die Wettkämpfe es erschweren, für die Einhaltung der geltenden Regeln Akzeptanz zu erzeugen. Die Reaktion vieler ist, entweder will ich dann auch trainieren oder ich lass den Sport jetzt halt. Das kann man mit Neid abtun, aber wir haben es hier immerhin auch in den meisten Fällen mit Heranwachsenden zu tun. Wer will es ihnen verdenken.
Deshalb ist es glaube ich nicht nur eine Frage des ja oder nein, sondern auch des wie. Wie hole ich die Basis ab oder integrieren sie, auch wenn es nicht "klassisch" geht.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - dominikk85 - 08.02.2021

Die Maßnahmen sind halt auch nicht nur nach Gefahr, sondern beinhalten auch immer eine Abwägung gefühlter Wichtigkeit.

Schulen sind ja gefährlicher für Infektionen als Zoos, dennoch waren sie länger offen weil man auf Zoos einfacher verzichten kann.

Daher werden oftmals ungefährlichere Dinge als Stellvertreter geschlossen, was auch durchaus auch sinnvoll ist weil es ja auf die Summe der gefahren ankommt.

Gerecht ist das natürlich nicht, aber die Argumentation "wenn ihr denen das erlaubt müsst ihr es uns auch erlauben" funktioniert da imo nicht.

Man muss halt auch bedenken das so Zahl der Kaderathleten deutlich geringer ist als die des Anschluss Bereichs und Junioren Bereichs, irgendwo hat man da einfach eine willkürliche Grenze gesetzt damit die Zahlen händelbar sind.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - Sprunggott - 08.02.2021

Hätte man es erahnen können...? 
Die Motivation der Anschluss - Athleten/innen ist derzeit im zweistelligen Minus. 
Nicht nur weil WK fehlen, sondern weil diese seit ewig auch nicht adequat trainieren können. 
Das ist ein echtes Problem, was zu massiven Drop-Out führt - das bekommten wir jetzt im Verein mit,
und der DLV in 3-5 Jahren. Denn viele aus den zweiten Reihen der U18/U20 wären die zukünftige Elite,
wenn man sauber Ausbildet und Heranbildet, und nicht in der U18 pusht!
Ich habe aber auch kein Rezept- TG oder Schul WK wären Gut wenn die Politik mal in die "Puschen" kommt.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - krebsan - 08.02.2021

Das Problem ist da, und es wird uns wohl noch lange beschäftigen. Dennoch ist es unsere Aufgabe als Funktionäre, Trainer, gemeinsam mit den Verbänden, möglich zu machen was möglich ist. Wenn Kader trainieren dürfen, wenn sie Wettkämpfe abhalten dürfen, so ist das besser als nichts, und sollte uns für sie freuen. Allenfalls wäre es auch denkbar, vorübergehend diese Kader etwas zu erweitern...
Bald schon wird hoffentlich auch für die zweite, dritte und alle Reihen wieder mehr möglich sein. In der Schweiz dürfen Kinder bis 15jährig indoor trainieren, die Erwachsenen in Gruppen bis 5 im Freien. Kann man machen, wenn es auch nicht immer leicht ist. Und mancher keine Lust hat, bei Schnee und Regen zu trainieren. Die Zeiten werden aber auch wieder besser, und die Leichtathletik wird sicher mit bei den ersten Sportarten sein, die wieder möglich sind.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - New - 08.02.2021

Es wird sich bei den Verbänden auch nicht komplett daran gehalten und dann dürfen welche, die eigentlich nicht dürfen und andere die auch nicht dürfen, dürfen dann trotzdem nicht.


RE: Elite-Hallen-Wettkämpe - Elysee - 08.02.2021

Meine Athleten und ich können (zwar ungern) mit den Verordnungen leben. Es ist halt wie es ist. Wenn sich dann aber herausstellt, dass bei Wettkämpfen Athleten starten, die weder in einem Kader sind, noch Berufssportler sind und über "Beziehungen" oder sonstwelche Ausnahmen von der Ausnahme eine Startmöglichkeit erhalten (z.B. Athleten des ausrichtenden Vereins oder Athleten eines örtlichen Trainers) und im Vergleich bessere Athleten (schneller, besser in der Besteliste platziert, usw.) in die Röhre schauen, dann platz mir/uns schon allmählich der Kragen. Man muss sich nur mal die Start-/Ergebnislisten verschiedener Veranstaltungen anschauen. Wie soll man das seinen Athleten erklären, die schon das zweite Mal innerhalb eines Jahre monatelang auf Wald- und Feldwegen meistens alleine ihr Dasein fristen und trotzdem versuchen motiviert zu bleiben? Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Athleten, die sich an die Regeln halten. Zudem finde ich es nicht gut, dass z.B. 14-jährige Kaderathleten Trainings(-Wettkampf)möglichkeiten haben und Athleten, die z.B. 23 Jahre alt, unter den Top 15 in Deutschland und in keinem Kader (mehr) sind, Probleme haben, ihr Training angemessen zu gestalten, da der Zutritt zu Sportplätzen/Hallen/Krafträumen für sie untersagt ist. Und wenn sich dann wieder herausstellt, dass mal wieder - wie oben beschrieben - Athleten, die deutlich schlechter in den Bestenlisten sind, keinen Kaderstatus etc. haben, Zutritt zu besagten Sportanlagen/Krafträumen erhalten, da sie Personen kennen, die jemanden kennen..., dann weiß ich auch nicht mehr. Angry