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Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - Druckversion

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RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - Atanvarno - 26.05.2016

edit mod: Die Diskussion über Leistungssteigerung mit Doping ist umgezogen
Leistungssteigerung mit Doping



RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - icheinfachma - 26.05.2016

Das hier dürfte interessant sein:

In dem ARtikel geht es unter anderen darum, dass tiefere KNiebeugen mehr den distalen (unteren) Abschnitt des Quadrizeps trainieren, während in geringen Beugewinkeln eher der proximale (obere) Abshcnitt beansprucht wird. Das lese ich zum ersten Mal und es deckt sich exakt mit meinen Beobachtungen hinsichtlihc junger Leichtathleten, die ich bei den WEttkämpfen sehe und die noch kein Krafttraining machen, meines eigenen Körpers und der Körper von Topsprintern weltweit, bei denen sich die Oberschenkel ebenfalls nach unten verjüngen, die Quadrizepsköpfe oberhalb der Kniescheibe sind bei ihnen i.d.R. (Bolt, Blake, ...) überhaupt nicht zu sehen.

Ganz anders unsere deutschen Sprinter. Insbesondere Knipphals hat sogar richtige "Reiterhosen" wie die Gewichtheber, also Quadrizeps, die bis unten sehr dick sind. Im Sprint braucht er diese Muskelfasern jedenfalls nicht.

Im IK-Training eingesetzte Tiefkniebeugne würden nicht zu einer solchen Hypertrophie führen.

http://speedendurance.com/2014/02/24/3-ways-to-optimize-your-sprint-strength-program/


RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - Gertrud - 26.05.2016

Was rede ich seit ein paar Jahren in den beiden Foren "gebetsmühlenartig"? Es werden aus meiner Sicht nicht die richtigen Zubringer trainiert. Damit korrelieren die Verletzungen und Operationen. Das ist so, als wenn ich nach Köln will und setze mich in den Zug nach Hamburg. Man kommt dann nicht an!!! Wie gesagt, ich habe 30 Punkte gegen die beidbeinige TKB zusammengetragen. Weil ich verschiedene Inhalte seit Jahren anprangere und zwar nicht um der "Revolution" wegen, sondern weil es mir einzig und allein um Inhalte und damit verbundene Vorteile für Athleten geht. Heute sage ich in Fortbildungen nicht mehr viel. Ich sitze täglich und vervollkommne mein Wissen. 

Ich gebe ein anderes Beispiel. In einer Sprintfortbildung hat man die Hüftarbeit dominant vertreten und die Unterschenkelarbeit als sehr nebensächlich abgetan. Schaut euch den m. gastrocnemius von Usain Bolt an! Es spielen auch andere Kniekehlenmuskeln mit. Meint ihr, dass solche Ausprägungn von alleine kommen? Ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, warum das so ist. An diese Details muss man mit ganz detaillierten Überlegungen herangehen.
[attachment=430]

Gertrud


RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - icheinfachma - 26.05.2016

Trainierte Waden scheinen allgemein diese Verdickung im proximalenTeil aufzuweisen:

https://www.google.de/search?q=calf+muscles&client=firefox-b&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiO1f-hu_jMAhWEJ5oKHQlyBbkQ_AUIBygB&biw=1600&bih=765#tbm=isch&q=calf+muscles+bodybuilding


RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - MZPTLK - 27.05.2016

Ihr wisst es beide sicher genau, aber man sollte aus  a- oder hyper-trophierten Muskelprofilen nicht unbedingt auf (un-)gezieltes Training schliessen.
Z.B. können Manche nicht viel für ihre Quadrizepz-Knollen.
Andere können ihre Waden trainieren wie blöd, sie bleiben ziemlich dünn.


RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - icheinfachma - 27.05.2016

Bei den Quadrizeps ist schon richtig, was ich geschrieben habe.

Auch der Oberkörper ist bei den Weltklassesprintern anders trainiert - mehr Schulter und Nacken, oft sind Brust und Latissimus ebenfalls gut entwickelt. Das ist bei den Deutschen eher nicht so (außer Knipphals, der insgesamt muskulöser ist).


[geteilt] Kim Collins: Bestzeit mit 40 - wie schafft er das? - MZPTLK - 30.05.2016

(30.05.2016, 09:23)Gertrud schrieb:
(30.05.2016, 09:09)MZPTLK schrieb:
Zitat:Im Sprint nur mit Hustensaft, aber auch nur, wenn man in den besten Sprinterjahren nicht sein Bestes rausgeholt hat.

So weit würde ich mich niemals hinauswagen.

Gestern bis tief in die Nacht habe ich mir zwei deutsche Athleten im Sprintbereich mit ihrem Übungsmaterial vorgenommen und dieses katalogisiert. Teilweise ist das grausam!!! Das Übungspotential besteht aus vornehmlich gewichtheberischem Gedankengut, dazu noch in sehr miserabler Ausführung. Diese beiden Athleten würden sicherlich niemals mit 40 noch so sprinten können wie Kim Collins, weil sie da verletzungsbedingt gar nicht ankämen.  Wink

So weit würde ich mich nun wieder nicht hinaus wagen.
Dafür müsste man 1 Jahr lang rund um die Uhr alles observieren, was die Sportler so machen, das ist schlicht unmöglich.
Allein aus der Literatur oder den von den Sportlern und ihren Trainern gemachten Angaben ist kaum zuverlässig zu schliessen.
Wenn die allerdings ein Gewichtstraining von Annodazumal betreiben, ist dringendst zu korrigieren.

edit mod: Beiträge abgetrennt aus
Kim Collins: Bestzeit mit 40 - wie schafft er das?



RE: Kim Collins: Bestzeit mit 40 - wie schafft er das? - Gertrud - 30.05.2016

Das sehe ich komplett anders. Es sind Videoaufnahmen mit katastrophalen Übungen und Ausführungen. Was falsch ist, ist falsch! Da braucht man kein Jahr dazu. Das Übungsgut wechselt ja nicht permanent. Zudem kommt noch dazu, dass man defizitäre Durchführungen nicht ins Netz stellen sollte. Die Nachahmer sind dann ebenso schlecht dran. Also weiß man es doch anscheinend nicht besser!

Jetzt sage ich es mal hart, aber herzlich, wo der eigentliche Fehler im System liegt. Querdenker werden isoliert, nicht eingesetzt oder ausgeladen!!! Alles habe ich am eigenen Körper erlebt. Also macht weiter so!  Wink 

Gertrud


RE: Kim Collins: Bestzeit mit 40 - wie schafft er das? - MZPTLK - 30.05.2016

Wenn diese Übungen belegt sind, einverstanden. Und die Veröffentlichung ist doppelt peinlich und schädlich für Nachahmer.
Ich meinte mit dem Jahr Beobachtung, dass man wirklich lückenlos und über einen ganzen Zyklus informiert ist und Übungsgut, Gewichtung und Periodisierung analysieren kann.
Darum halte ich mich ja auch mit Kritik im Sprintbereich zurück, obwohl ich öfters Sachen gesehen habe, wo sich die Fussnägel hochstellen.
Namen werden - wie immer - nicht genannt.


RE: Langfristig erfolgreiche Trainingsqualität statt langfristige Verletzungsprobleme - Gertrud - 10.06.2016

Viele Verletzungsursachen werden schon sehr früh gelegt. Ich gebe mal ein Beispiel: Auf dem Weg von meiner LA-AG nach Hause über den Schulhof kam ich ins Gespräch mit einer Oberstufenschülerin aus dem Fußballlager: " Frau Schäfer, ich habe zwei Bandscheibenvorfälle gehabt!" "Lass uns mal für 20 Minuten in den Geräteraum gehen!" Es war Unterricht in der Halle. Ich habe sie kurz durchgecheckt, weil sie mir sagte, dass sie in den Bauchmuskeln bei Tests enorm stark gewesen sei. Ich habe ihr durch spezielle Übungen bewiesen, dass sie in bestimmten Bereichen enorm schwach ist. Ich habe ihr zudem ganz speziell zugeschnittene Übungen für ihre Problemzonen gezeigt. Die Kollegin aus der Halle gesellte sich wissbegierig dazu. Es gibt eben bei Trainern und Lehrern massenweise enorme Wissenslücken. Da liegen die Verletzugnen begraben. Es muss im Grunde eine Reform an Haupt und Gliedern stattfinden. Das passiert auf breiter Front absolut nicht, weil unsere Diskussionskultur zu seicht ist. Es muss knallhart zur Sache gehen, um unsere Athleten zu schützen. Im Gegenteil, dieses notwendige Procedere wird sträflich vernachlässigt und sogar bekämpft.

Ein anderes Beispiel eines Trainers des hiesigen Vereins: Er sagte mir, dass er viel von einem Gewichthebertrainer halte, der häufig bei Fortbildungen auf Landesebene referiere. Der LA-Trainer war von der Kniebeuge mit der Hantel in Hochhalte begeistert, weil man da die Balance halten müsse. Ich habe ihm seine Illusion mit ein paar Sätzen vollkommen geraubt. Als ich dann einen Schüler des Vereins, der auch in meiner LA-AG teilnimmt, im Hochsprung in einer Einheit auf das andere Bein umgestellt habe und er innerhalb einer Woche einen Leistungssprung von 1,30m auf 1,51m vollzog, war er einigermaßen erstaunt. "Wie hast du das gemacht? Ich glaube, ich muss mal bei dir hospitieren!" Hier liegt schon der Fehler im System, dass man mit dem Gewichtstraining in vielen Disziplinen unsere "Bedürfnisse" absolut missachtet und Verletzungen am Fließband produziert. Das beginnt schon in sehr jungen Jahren. Ein junger Langsprinter hat bei mir noch nicht einmal eine Langhantel bei Gewichtsübungen angefasst. Er ist aber segmental teilweise enorm stark. Man muss den Trainern nicht komplette Gewichtsübungen zeigen. Man muss ihnen das Rüstzeug geben, selbst durch erworbenes Know How imstande zu sein, die geeigneten Übungen zu spezifizieren. 

Gertrud